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Krisenberichterstattung

Anita Arneitz am 12. Dezember 2009

Die Wirtschaftskrise ist ein Thema, das den ÖsterreicherInnen unter den Nägeln brennt. Die Mehrheit verfolgt die Krisenberichterstattung in den Medien. Nur wenige denken, die Krise sei nichts Ernstes. Kaum jemand hat sie gar nicht erst mitbekommen.

ÖsterreicherInnen wollen informiert sein

43 % der Bevölkerung sind an der Krisenberichterstattung sehr interessiert, weitere 45 % haben zumindest gelegentlich einige Berichte interessiert mit verfolgt. Lediglich 12 % haben von der Wirtschaftskrise nur am Rande gehört und sich nicht weiter damit beschäftigt. Nur 1 % hat gar nicht erst mitbekommen, dass es eine Krise gibt. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie „Vertrauen in der Krise“ der GfK Austria Sozialforschung.

Ältere am Thema Krise mehr interessiert als Junge

Besonders interessiert an den Medienberichten zeigen sich im Berufsleben stehende Männer und PensionistInnen. Die ältere Generation über 50 Jahre setzt sich generell intensiver mit der Wirtschaftskrise auseinander als es die Jüngeren tun.

Die Studie befasst sich mit Themen wie den Informationsquellen und dem Wissensstandand der ÖsterreicherInnen zur Wirtschaft und zur Krise, ihren Krisenbewertungen, dem aktuellen Vertrauen, das sie verschiedenen Institutionen, Branchen oder Finanzprodukten im Moment entgegenbringen, den Vorstellungen der Menschen von Lösungsstrategien und deren Akzeptanz, die Erwartungen, die die ÖsterreicherInnen haben, ebenso wie ihre eigenen Praktiken angesichts der Krise und ihre individuelle Situation, sowie dem Zukunftsoptimismus, -pessimismus oder –skeptizismus mit dem sie verschiedene Akteure in der aktuellen Situation beobachten und bewerten.

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Österreicher und die Medien

Anita Arneitz am 6. Dezember 2009

Wie wichtig sind die einzelnen Medien für die Österreicher? GfK-Austria fand heraus: Auch heuer führt TV die Liste der persönlich wichtigsten Medien an. 86% der Österreicher empfinden das Fernsehen für sich persönlich als sehr bzw. eher wichtig. Erstmals auf dem zweiten Platz landet 2009 das Internet (82%) dicht gefolgt vom Radio (81%). Eine Premiere ist auch der vierte Platz des Mobiltelefons mit 78%. Damit liegt das Handy erstmals vor den Tageszeitungen (75%) und dem Buch (68%).

Das Tor zur Welt

Wenn es darum geht, sich darüber zu informieren, was im Allgemeinen in der Welt vorgeht, halten sich die Befragten nach wie vor an die klassischen Medien Fernsehen (86%), Radio (77%) und die Tageszeitungen (73%). Das Internet nimmt zur Zeit „nur“ den vierten Platz ein – 62% informieren sich zumindest häufig im Netz über das Weltgeschehen – hat aber seit 2002, als sich nur 19% der Österreicher auf diese Weise informiert haben, einen raschen und stetigen Aufstieg hinter sich.  

„Alleinunterhalter“

Kein anderes Medium wird derart stark zur Unterhaltung bzw. zum Spaß genutzt wie das Fernsehen (82%). Am nächsten kommt dem TV das Radio (65%). Tageszeitungen werden – wenig überraschend – vorwiegend (66%) zur überwiegend Informationseinholung gekauft. Bei der Internetnutzung ergibt sich aufgrund der Vielfalt an zur Verfügung stehenden Inhalte ein wesentlich uneinheitlicheres Bild: Etwa jede(r) fünfte Österreicher nutzt es zur Unterhaltung während je ein Viertel das WordWideWeb vorwiegend als Quelle für beruflich oder privat relevante Informationen nutzt.

Weihnachtstipp

Wer zu Weihnachten gerne Bücher verschenkt und auf Nummer sicher gehen will, sollte diese lieber Frauen unter den Christbaum legen. Bei Männern besteht nämlich eine doppelte so hohe Chance, auf enttäuschte Gesichter zu treffen – denn 40% der Männer lesen nie bzw. selten ein Buch. Im Gegensatz dazu macht der Anteil der Lesemuffel bei Frauen „nur“ 19% aus.

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Erste Hilfe für die Sprachen dieser Welt

Anita Arneitz am 28. Juli 2009

Etwa zwei Drittel der weltweit rund 6500 Sprachen sind vom Aussterben bedroht. Bedingt durch globale und nationale Einflüsse geben vor allem kleine Völker ihre – oft nur mündlich überlieferten – Sprachen auf. Verloren geht damit viel mehr, nämlich ein Stück des kulturellen Gedächtnisses der Menschheit. Seit 1999 fördert die deutsche VolkswagenStiftung die Dokumentation bedrohter Sprachen. Ich finde, die Projekte höchst spannend. Warum? Das zeigen folgende drei Projekte:

Sprachenrettung auf der Insel Ambrym im Südpazifikstaat Vanuatu

Das Projekt des Dokumentationsteams um Professor Dr. Manfred Krifka vom Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft in Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin führt in den Südpazifikstaat Vanuatu. Die Sprachen im Westen und Süden der 680 Quadratkilometer großen Insel Ambrym gehören zu den austronesischen Sprachen und sind – was den Westen und Norden betrifft – bislang so gut wie nicht dokumentiert. Es ist nicht einmal klar, um wie viele Sprachen es sich eigentlich handelt, da verschiedene regionale Dialekte stark ineinander übergehen. Nach ersten eigenen Untersuchungen geht Manfred Krifka derzeit davon aus, dass auf Ambrym mit seinen 8.000 indigenen Einwohnern insgesamt fünf voneinander zu unterscheidende Sprachen gesprochen werden.

Bedroht werden die Sprachen gegenwärtig von drei Seiten: Zum ersten setzt sich als Ligua Franca das Bislama – eine auf dem Englischen basierende Kreolsprache – immer stärker durch; zum Zweiten werden die dialektalen Unterschiede zwischen den Sprachen, obwohl immer noch keine feste Straße die Ortschaften verbindet, kontinuierlich nivelliert. Darüber hinaus drohen die beiden Vulkane in der Mitte der Insel die Bewohner zu vertreiben, was mittelfristig auch zu einem Aus für die Sprache führen würde.

Das Forscherteam um Manfred Krifka möchte mit diesem Projekt die sprachliche Vielfalt linguistisch umfassend dokumentieren: auf der Ebene von Phonetik, Phonologie, Morphologie, Lexikon und Syntax. Im Zentrum der Untersuchungen stehen dabei auch das Geschichtenerzählen sowie Beschreibungen der natürlichen Umgebung wie etwa von medizinischen Pflanzen. Darüber hinaus wollen die Forscher die Begrifflichkeit des komplexen Verwandtschaftssystems sowie der einzigartigen Sandzeichnungen analysieren, die als eine von 90 UNESCO “Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity” anerkannt sind. In den Sprachkorpus wird zudem ein mehrsprachiges, möglichst umfassendes Lexikon integriert, das auch den Sprechergemeinschaften zur Verfügung gestellt wird.

Dem Kurumba in Indien auf der Spur

Dieses deutsch-französisch-indische Dokumentationsvorhaben nimmt sich einer Sprache an, die im Nilgiris-Gebirge im Süden Indiens verbreitet ist: des Kurumba. Die Region liegt auf einem Hochplateau in bis zu 2600 Metern Höhe und ist von dichtem tropischen Wald begrenzt. Die abgelegene Lage und die schwierigen klimatischen Bedingungen haben dieses Gebiet in eine Art natürliche biologische Insel verwandelt, die über Jahrhunderte hinweg ihre Abgeschiedenheit bewahren konnte. Gesprochen wird das Kurumba noch von schätzungsweise 4.900 Personen. Innerhalb Indiens erstreckt sich das Gebiet auf drei Bundesstaaten mit drei verschiedenen Sprachen und drei verschiedenen Schulsystemen, was zu einer für das Kurumba prekären Situation führt. Als weitere Bedrohung für die Menschen wie für das Ökosystem erweist sich zudem der Trend zum Wildlife-Tourismus.

Die Bevölkerungsgruppe der Kurumba lässt sich in sieben Untergruppen nach ihren Namen und ihrem Lebensraum unterscheiden, die unterschiedliche Sprachvarianten sprechen; die Forscher gehen aber davon aus, dass es sich dennoch um eine einzige Sprache handelt. Im Rahmen des Projektes sollen vier dieser “Dialekte” aus linguistischen, kulturellen und praktischen Gründen dokumentiert werden. Im Zentrum der Dokumentation stehen traditionelle Aktivitäten und Gegenstände der materiellen Kultur sowie das Alltagsleben. Einen zweiten Schwerpunkt bilden die Rituale der Gruppen, insbesondere Toten- und Heilungsrituale sowie die zugehörigen rituellen Texte. Um die charakteristischen Ausformungen dieser Region zu erfassen – und ohne dabei die Diversität der Gruppen einzuebnen – werden sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um einen thematischen und transethnischen Zugang bemühen. So wollen sie beispielsweise das Thema “Honig sammeln” – ein Schlüssel zur Identität der Kurumba – auf Video aufnehmen und zeigen, wie verschiedene Gruppen diese Tätigkeit ausüben. Ergänzend werden Erzählungen und Geschichten sowie Lieder und Musik aufgezeichnet.
Hilfe für eine Sprache der “Pygmäen”

Dieses niederländisch-deutsch-afrikanische Dokumentationsprojekt führt auf den afrikanischen Kontinent in den Süden Kameruns, wo die Sprache Bakola beheimatet ist. Bakola wird von maximal 5.000 “Pygmäen” gesprochen, die traditionell von der Jagd im Wald leben. Doch ihr Lebensraum in eigenständigen Siedlungen weitab aller Straßen wird mehr und mehr beschnitten, und der Anpassungsdruck an die mehrheitlich Landwirtschaft betreibende Bevölkerung Kameruns wächst offensichtlich.

Professor Dr. Maarten Mous von der Leiden University möchte daher gemeinsam mit seinem deutschen Kooperationspartner Professor Dr. Raimund Kastenholz von der Universität Mainz sowie jungen Linguisten aus Kamerun die Sprache und Kultur der Bakola durch eine repräsentative Textsammlung dokumentieren, die mit einem umfassenden Multimedia-Lexikon verknüpft wird. Hierzu werden die Forscher Audio-Aufnahmen unterschiedlicher Sprechereignisse und Textgenres machen und verschiedene kulturelle Ereignisse auf Video aufzeichnen, insbesondere Tänze, Erzählungen, Gesänge und Rituale wie Hochzeiten und Trauerfeiern. Das Vokabular soll daraufhin untersucht werden, inwieweit sich in ihm die intensive Beziehung der Pygmäen zur Umwelt widerspiegelt. Zudem wird sich der Blick auf besondere Begriffe im Bereich der Musik, Rituale und Kultur richten. Dieses Material wird dann zum einen als wissenschaftlicher Korpus und zum anderen für die Gemeinschaft selbst aufgearbeitet.

Sprachen

Foto: Die kunstvollen Sandzeichnungen der Einwohner von Ambrym gelten als einzigartig und wurden von der UNESCO als eine von 90 “Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity” anerkannt. Manfred Krifka

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Mars und Venus-Revival im Netz

Anita Arneitz am 3. März 2009

Männer und Frauen kommen in Online-Netzwerken wie studiVZ einfach nicht zusammen. Das fand ein Forschungsteam der Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf” Potsdam-Babelsberg heraus, das sich mit dem Nutzerverhalten und der Selbstdarstellung von Studierenden im erfolgreichsten Sozialen Online-Netzwerk Deutschlands beschäftigte.

Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren Nutzungsmotiven und der damit verbundenen Selbstrepräsentation signifikant voneinander. Frauen nutzen die Plattform vorrangig zur Kommunikation innerhalb ihres realen schon existierenden Bekannten- und Freundeskreises. Männer sind häufig auf der Suche nach neuen Online-Bekanntschaften und schauen sich gern “fremde” Profile an. Dies wirkt sich vor allem auf die Selbstdarstellung der Nutzer aus. Beide Geschlechter möchten sich möglichst positiv darstellen, jedoch unterscheiden sie sich dabei in ihren Strategien. Frauen nutzen zur Selbstrepräsentation die Profilbilder, die personenbezogenen Angaben und vor allem die Mitgliedschaft in Interessensgruppen. Frauen möchten sich möglichst authentisch darstellen. Männer verbergen ihre Identität oft, weil sie auf sich neugierig machen möchten.

Spezielle Funktionen, die das Netzwerk den Nutzern bietet sind für die Authentizitätsstrategie und Identitätskonstruktion in studiVZ überaus wichtig. Funktionen und Selbstrepräsentation bedingen einander. Wer also in Sozialen Netzwerken neue Kontakte sucht, muss sich anders darstellen als Nutzer, die ausschließlich kommunizieren wollen.

Unter der Leitung von Dr. Elizabeth Prommer untersuchten zehn Studierende des Studiengangs Medienwissenschaft: Analyse, Ästhetik, Publikum, wie sich Nutzungsmotive und Strategien, insbesondere bei der Selbstpräsentation von Frauen und Männern unterscheiden. Dazu führten die Projektteilnehmer zwei qualitative Gruppendiskussionen mit repräsentativen Nutzern der Online-Plattform studiVZ durch. Die daraus gewonnenen Forschungsfragen wurden in einen Fragebogen integriert und im Internet veröffentlicht. Nahezu alle Studierenden der drei Potsdamer Hochschulen konnten per Email aufgefordert werden, den Online-Fragebogen über ihr Nutzerverhalten in Sozialen Netzwerken auszufüllen. Von 1.210 Befragten nutzen 1.021 Studierende das Soziale Netzwerk studiVZ.

Die Ergebnisse der Studie konnten bereits auf der International Association for Media and Communication Research (IAMCR) in Stockholm im Juli 2008 und auf der ECREA Tagung Ende November 2008 in Barcelona präsentiert werden. In einem harten Ausleseverfahren wurde der Projektbericht angenommen und wurde dort von den Projektteilnehmern einem internationalen Fachpublikum mit großem Erfolg vorgestellt.

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Online Emotions- Radar – Erkennen, was Kunden bewegt

Anita Arneitz am 22. Februar 2009

Studien zeigen, dass Emotionen eine wichtige Rolle im Entscheidungsprozess des Konsumenten spielen. Im Internet lassen sich z.B. in Online-Foren zahlreiche emotionale Aussagen von Kunden zu Unternehmen, Produkten und Leistungen finden. Das »Online Emotions-Radar« bietet nun die Möglichkeit, die emotionale Stimmung zu Marken und Produkten mit Hilfe statistischer Analyseverfahren zu bestimmen. Gemeinsam mit der Firma BrandPolicy, Montabaur, stellt das Fraunhofer IAIS das »Online Emotions-Radar« in Hannover auf der CeBIT vor.

 

Auf der CeBIT wird exemplarisch eine mit dem Emotions-Radar durchgeführte Analyse zur Automobilbranche vorgestellt. Hierzu wurde aus ca. 1 Million deutschsprachiger Online-Beiträge zu bekannten Autoherstellern die Emotionalität zu deren Marken und Produkten ausgewertet. Ein typischer Einsatzzweck des Online Emotions-Radars wird die Analyse zur Kundenzufriedenheit und Markenwahrnehmung sein.

»Computern beizubringen, emotionale Texte als solche zu klassifizieren, war eine spannende Herausforderung für unsere Forscher«, erklärt Dr. Melanie Gnasa, Leiterin der Arbeitsgruppe Text Mining am Fraunhofer IAIS. »Glücklicherweise hatten wir mit Frau Dr. Merkt von der Firma BrandPolicy eine ausgewiesene Expertin in diesem Feld mit an Bord. So konnten wir genügend Trainingsmaterial für unsere maschinellen Klassifikationsverfahren sammeln«.

 

Mit Hilfe des Online Emotions-Radars ist es möglich, verschiedene Anbieter anhand von 20 Emotionsarten wie beispielsweise Ärger, Freude, Sympathie, Ablehnung, Genuss miteinander zu vergleichen. Das Emotions-Radar berechnet unter Einsatz semantischer Analyse-Verfahren, welche Aspekte in den Online-Beiträgen ›besonders emotional‹ diskutiert werden.

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Wie wird sich die Arbeitswelt bis 2030 verändern?

Anita Arneitz am 9. Februar 2009

Welche Einstellungen zu Jobs, Karriere und Einkommen zeichnen sich in Zukunft ab? Wie verändern neue Technologien und grenzenlose Kommunikation Arbeitsplätze? Was müssen Unternehmen in der Personalentwicklung ändern? Professoren der Betriebs- und Arbeitswissenschaften, der Informatik und Soziologie der Technischen Universität Darmstadt und der Psychologie der Universität Mainz wollten das Thema nicht selbsternannten Zukunftsforschern überlassen und sind im Rahmen der Großstudie “Zukunft der Arbeitswelt 2030″ diesen wichtigen Fragen nachgegangen.

Deutliches Ergebnis: Unternehmen müssen sich zwangsläufig stärker mit künftigen Arbeitsmarkt-Trends befassen: Fach- und Führungskräftemangel, demographischer Wandel, Globalisierung und Arbeiten über Zeitzonen hinweg, permanente Erreichbarkeit für Kunden, veränderte Wertehaltungen und Lebensweisen der arbeitenden Menschen – all das stellt Firmen vor neue Herausforderungen, um Mitarbeiter langfristig halten zu können. Hinzu kommt: Viele Führungskräfte und Beschäftigte haben Probleme mit der zunehmenden Vermischung von Beruf und Privatleben. Die Raten an psychischen Erkrankungen und Fälle von “Workaholismus” steigen. Es wächst der Druck auf Firmen, ein systematisches Health Care Management aufzubauen.

Im Rahmen der Studie “Zukunft der Arbeitswelt 2030″ ergab eine Expertenbefragung unter Führungskräften zum Thema “Bindung zum Unternehmen”, dass einerseits mit einer wachsenden Anzahl von Freelancern zu rechnen ist, die zum Teil sogar für mehrere Unternehmen tätig sind. Andererseits wird der Trend zur stärkeren Beziehung der Beschäftigten an Unternehmen aufgrund zunehmender politischer und wirtschaftlicher Verunsicherung erwartet.

In einer Studie mit 260 Managern hat Professorin Dr. Ruth Stock-Homburg, Leiterin des Fachgebiets Marketing und Personalmanagement an der TU Darmstadt, zeigen können, dass nicht alle Führungskräfte gleichermaßen in der Lage sind, die Möglichkeiten flexiblen Arbeitens zu Hause oder auf Reisen optimal und kreativ auszufüllen. So wird beispielsweise für perfektionistisch orientierte Führungskräfte die fehlende Trennung zwischen Beruf und Privatleben sehr schnell zum Hemmschuh, wenn sie nicht mehr abschalten können.

“Eine zentrale Herausforderung für Unternehmen liegt also darin, einerseits gewisse Grenzen von Führungskräften und Mitarbeitern im Hinblick auf deren Erreichbarkeit zu akzeptieren. Andererseits müssen die Beschäftigten hinsichtlich der Fähigkeit, mit flexiblen Arbeitszeiten und -orten umzugehen, seitens des Personalmanagements gefördert werden”, erläutert Stock-Homburg.

Selbstmanagement gefordert

Die interdisziplinäre Studie nimmt auch eine zu erwartende neue Zweiteilung der Gesellschaft in den Blick: Einerseits wird es unter den Erwerbstätigen die erfolgreichen “Selbstmanager” geben, die aufgrund immer komplexerer Aufgaben zunehmend mehr Entscheidungs- und Handlungsspielräume haben, an ihren Aufgaben wachsen und psychosozial gesund bleiben. Die Mehrzahl aber wird mehr Schwierigkeiten mit ihrem “Emotionsmanagement” haben – die Wahrscheinlichkeit, von der Arbeit zerrieben zu werden, wird drastisch steigen.

Die Wissenschaftler befassen sich auch mit der Frage, wie man in das rechte Maß zwischen Arbeit und dem schonenden Umgang mit menschlichen Ressourcen findet: Wie viel technische Unterstützung ist sinnvoll und ab welcher Grenze wird zu viel Technik zu einer erhöhten Belastung? Wie lang sollten kontinuierliche Arbeitsblöcke am Tag, in der Woche, im Jahr, im Berufsleben und darüber hinaus minimal und maximal sein? Wie flexibel können und sollten Beschäftigungsverhältnisse sein und welche Standards werden weiterhin benötigt?

Papierorientierte Computerarbeit

Und auch den Aspekt der Arbeitsumgebung greift die Großstudie auf. Klare Aussage: Das papierlose Büro wird vorerst ein Mythos bleiben. Informatiker beschäftigen sich mit “paper centric computing”, also damit, wie Papier-basierte und elektronische Dokumentbearbeitung intelligent kombiniert werden kann. Wie können beispielsweise bewährte Praktiken der papierbasierten Dokumentenarbeit, vor allem in Teams, optimal elektronisch ergänzt werden?

Eine Schlüsseltechnologie sind Computer-bewehrte Kugelschreiber: diese funken das elektronische Abbild des auf Papier Geschriebenen (”electronic ink”) an ein Computernetz im Hintergrund. Neben der elektronischen Tinte werden auch Dokument, Seite, exakte Position, und Zeit des Schreibens erfasst. Technologischer Spitzenreiter sind Pens, die auch kleinstes Gekritzel erfassen.

Die zweite Schlüsseltechnologie ist geeignete Software-Unterstützung. Ein Durchbruch gelang hier, als Entsprechungen von Software-Benutzeroberflächen effizient entwickelt und auf Papier mit ausgedruckt werden konnten. Pens können damit nicht nur zum Beschreiben und Annotieren benutzt werden, ein “Klick” oder Strichzug auf Papier kann nun auch Kommandos bei der elektronischen Hintergrund-Verarbeitung auslösen. Am Fachbereich Telekooperation der TU wurden ethnographische Studien bei universitären Lerngruppen durchgeführt und mit professioneller Wissensarbeit verglichen; auf dieser Grundlage wurden vielfältige hybride Bearbeitungsformen entwickelt, z.B. “Links” zwischen Web-Seiten und Papier.


Weitere Informationen:

http://www.tu-darmstadt.de/vorbeischauen/publikationen/hoch3/

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Jugend taucht ein ins Online-Sozialleben

Anita Arneitz am 2. Februar 2009

Internetseiten für soziales Netzwerken und Foto- bzw. Video-Sharing sind unter den österreichischen Jugendlichen sehr beliebt und enorm bekannt. Dies ist das Ergebnis der Studie „Jugend Online 2008“ der GfK Austria Sozialforschung, die unter 1.200 Jugendlichen zwischen 12 und 24 Jahren durchgeführt wurde. 42 % fühlen sich einer Online Community zugehörig, und fast die Hälfte würde Freunde und Freundinnen, die sie bislang nur Online kannten, auch treffen wollen. Weitere Forschung zu diesem Thema wird nun vom Österreichischen Institut für Jugendforschung durchgeführt, erste Ergebnisse werden im Herbst 2009 vorliegen.

Facebook und YouTube sehr bekannt und beliebt

Was in der bereits vorliegenden Studie der GfK Sozialforschung auffällt ist u. a. die Geschwindigkeit, mit der sich Anwendungen, die es erst seit relativ kurzer Zeit gibt, bei den Jugendlichen durchgesetzt haben: Internet-Anwendungen, die es erlauben, sich mit anderen Usern online zu vernetzen und ohne viel Aufwand eigene Inhalte wie Fotos, Videos oder kurze Texte ins Netz zu stellen (Stichwort: Web 2.0), gibt es erst seit wenigen Jahren (z.B.: YouTube wurde 2005 gegründet, Facebook im Jahr 2004) und haben innerhalb kürzester Zeit enorme Nutzerzahlen erreicht, so auch in Österreich.

9 von 10 österreichischen Jugendlichen kennen öffentlich zugängliche Foto- und Video-Sharing Seiten wie YouTube und fast zwei Drittel nutzen solche Websites einmal monatlich oder öfter. Ähnlich sieht es bei Websites aus, die soziales Netzwerken im Internet ermöglichen (z.B. Facebook oder MySpace): 86 % haben schon einmal von solch einer Website gehört und beinahe die Hälfte der 12- bis 24-Jährigen greift einmal im Monat oder öfter auf eine Website dieser Art zu.


Freundeskreise reichen bis in den Cyberspace

Wie sehr das Internet schon zum Sozialleben von Österreichs Jugendlichen gehört, zeigt sich auch daran, wie sie über das Internet denken: 4 von 10 Jugendlichen stimmen, wenn auch mit unterschiedlichem Nachdruck, zu, dass sie sich einer Online Community, wie sie sich um Diskussionsforen oder Soziale Netzwerk-Seiten bilden kann, zugehörig fühlen.


Internationale Forschungsarbeiten des Österreichischen Instituts für Jugendforschung haben ergeben, dass sich Online Freundeskreise mit den Freundeskreisen, die die Jugendlichen „offline“ im realen Leben haben, überschneiden. Hier zeigt sich, dass Österreichs Jugendliche sehr offen für Online-Begegnungen sind: 48 % würden Freunde/innen, mit denen sie bislang nur Online Kontakt hatten, sogar persönlich treffen wollen. Allerdings, so Dr. Natalia Wächter vom Österreichischen Institut für Jugendforschung, ist davon auszugehen, dass Jugendliche einen guten Teil der Freundinnen und Freunde auf ihren sozialen Netzwerkseiten schon vor dem virtuellen Kontakt aus dem realen Leben gekannt haben. Gerade mittels sozialen Netzwerkseiten wird die Trennung zwischen virtuell und real zunehmend verwischt.

Das Internet hat bereits einen festen Platz im Sozialleben der österreichischen Jugendlichen. Dies gilt besonders für jene Anwendungen, die das Kommunizieren mit Freunden und Freundinnen erleichtern oder neue Formen der Kommunikation ermöglichen. Gerade Plattformen für Soziales Netzwerken (z.B. Facebook oder MySpace) haben hier eine Vorreiterrolle inne. Sie erlauben etwa den Austausch von Kurznachrichten oder Fotos, die Gründung von Gruppen zu bestimmten Themen oder das Gestalten und Versenden von Einladungen zu Events wie Partys, Konzerten oder anderen Veranstaltungen. Der hohe Stellenwert, den Kommunikation mit Freunden/innen für Jugendliche hat, ist nichts Neues. Neu sind aber die Freiräume und Möglichkeiten, die den Jugendlichen heutzutage zur Verfügung stehen um mit ihren Freunden/innen in Kontakt zu treten.

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Nachholbedarf beim Einsatz von Online-Videos

Anita Arneitz am 16. Dezember 2008

Im Vergleich zu Redaktionen haben Unternehmenspressestellen und PR-Agenturen beim Einsatz von Bewegtbild im Internet noch Nachholbedarf. Das ist ein Ergebnis der Bewegtbild-Studie 2008, die die Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der dpa-Tochter news aktuell erstellt hat. Insgesamt haben 2.400 Fach- und Führungskräfte aus Journalismus und Public Relations an der Befragung teilgenommen.

So geben 60 Prozent der Journalisten an, dass ihre Redaktion bereits Bewegtbilder im Internetauftritt anbietet. Weitere zwölf Prozent haben zumindest konkrete Pläne dafür. Pressestellen und PR-Agenturen sind bei der Nutzung dieser Inhalte verhaltener: Hier geben nur 40 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen mit Video-Content arbeitet. Jede siebte PR-Abteilung oder Agentur plant entsprechende Aktivitäten. Eine Minderheit der Redaktionen und Unternehmen hat sich bis jetzt mit diesem Thema noch nicht befasst: Zehn Prozent der Journalisten und rund zwölf Prozent der PR-Verantwortlichen sagen, dass sich ihr Unternehmen mit Videocontent im Internet noch nicht beschäftigt hat.

Das größte Potenzial für Bewegtbild sehen PR-Fachkräfte bei der Unternehmenskommunikation mit eigenen Medien und in der Pressearbeit: Gut neun von zehn Befragten finden, dass sich Online-Videos für Corporate Publishing – also zum Beispiel für Imagefilme von Unternehmen – effektiv einsetzen lassen. Drei Viertel sehen die größten Chancen für Bewegtbild in der Presse- und Medienarbeit. Danach werden „Web 2.0 Kommunikation“, „Interne Kommunikation“ und „Investor Relations“ genannt.
Insgesamt produzieren die Redaktionen im Gegensatz zu Pressestellen und PR-Agenturen Videocontent vorwiegend selbst: Während zwei Drittel der Redakteure angeben, diese Inhalte vor allem im eigenen Haus herzustellen, setzen PR-Fachkräfte nur zum einem Drittel auf eigene Kapazitäten. Die Mehrzahl der Befragten aus der PR beauftragt externe Dienstleister.

Bei Journalisten und PR-Verantwortlichen gibt es einen klaren Mangel an Know-how, was die Erstellung von Internet-Videos angeht. So berichtet die Mehrheit aller Befragten, keine oder wenig Erfahrung in der Konzeption, Produktion, Nachbearbeitung, Distribution und Evaluation von Bewegtbildern zu haben.
Weitere Ergebnisse der Bewegtbild-Studie:
* Bei der Videonutzung gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen Journalisten und PR-Verantwortlichen. Jeder dritte Redakteur schaut täglich oder fast täglich Bewegtbilder im Internet, bei den PR-Fachkräften tut dies nur jeder Fünfte.
* Bewegtbilder im Internet werden von Journalisten und PR-Verantwortlichen in unterschiedlicher Weise verwendet. 60 Prozent der Journalisten verwenden Videos als eigenständige Darstellungsform, rund jeder Siebte veröffentlicht auch von Nutzern erstellte Webvideos. Auf der anderen Seite bietet nur jeder dritte Befragte aus dem PR-Bereich vollständige Videobeiträge an.

* Die Gründe für den Einsatz von Bewegtbild im Internet sind disparat: Während Journalisten Video-Content zur Qualitätssteigerung oder zur Reichweitenerhöhung nutzen, wenden Kommunikationsmanager diese Inhalte vor allem zur besseren Inhaltsvermittlung an.

* Nach Meinung der meisten Befragten aus PR und Journalismus sollte Videomaterial vor allem auf den Websites der Unternehmen sowie in Rechercheplattformen für Pressematerial bereitgestellt werden. Journalisten recherchieren solche Inhalte zudem in allgemeinen Videoportalen wie YouTube und MyVideo. Für die Nutzung solcher Videoportale spricht aus Sicht der PR-Verantwortlichen vor allem, dass sie
reichweitenstark, einfach zu bedienen und kostengünstig sind.
* Neun von zehn Befragten prognostizieren für die Zukunft einen Bedeutungszuwachs von Bewegtbild-Content
im Netz.

Mit insgesamt 2.400 Befragten ist die Studie der Universität Leipzig unter Leitung von Prof. Dr. Ansgar Zerfaß
(Kommunikationsmanagement/PR) und Priv.-Doz. Dr. Harald Rau (Journalistik) die erste grundlegende Studie
zu den Auswirkungen des YouTube-Trends auf die Praxis der Kommunikationsarbeit. An der Umfrage haben
vom 1. bis 25. Juli dieses Jahres insgesamt 1.063 Journalisten und 1.337 PR-Verantwortliche teilgenommen.
Alle Ergebnisse der Umfrage unter: www.bewegtbildstudie.de

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Sprache in 3-D-Welten

Anita Arneitz am 15. Dezember 2008

Wer im Kaufhaus den Verkäufer nach der Rolltreppe fragt, wird mit wenigen Worten an die richtige Stelle geleitet. Für einen Computer ist diese einfache Frage nur schwer zu verarbeiten. Will er etwa in einem Computerspiel den Spieler nur über Sprachbefehle zu einer Rolltreppe lotsen, kann es schnell passieren, dass dieser in die falsche Richtung läuft. Ein internationales Forscherteam will jetzt die gesprochenen Anweisungen für virtuelle Umgebungen verbessern und sucht nach Mitstreitern, die dafür verschiedene Systeme in einem Online-Spiel testen.

 

Für die Web-Plattform GIVE-Challenge haben auf Einladung von Saarbrücker Computerlinguisten vier internationale Wissenschaftler-Teams Computerprogramme geschrieben, bei denen englischsprachige Anweisungen dem Spieler dabei helfen, eine Aufgabe in einer virtuellen 3-D-Welt zu lösen. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Großbritannien, Australien und den USA wollen die Saarbrücker Forscher jetzt diese vier Systeme testen und miteinander vergleichen. Dafür sind sie auf die Hilfe von Online-Spielern angewiesen, die sich ein paar Minuten Zeit nehmen und eines der zufällig ausgewählten Systeme auf die Probe stellen. Interessierte Laien lernen dabei den aktuellen Stand der Forschung auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz kennen und tragen ganz nebenbei zu ihrem Fortschritt bei – einfach, indem sie mitspielen und einen Fragebogen ausfüllen. Auf diese Weise möchte das GIVE-Team einige tausend Spielzüge sammeln. Diese werden dann von den Wissenschaftlern analysiert, um herauszufinden, wie gut die sprachlichen Anweisungen der einzelnen Systeme funktionieren.

Die GIVE-Challenge ist die bisher größte Initiative zur Evaluierung von Sprachgenerierungssystemen (Natural Language Generation, NLG). Damit sollen langfristig bessere Navigationssysteme für Fußgänger entwickelt werden, aber auch die Sprachsteuerung von Robotern oder Computerspiele können davon profitieren. Denn bisher passieren noch viele Fehler, wenn man Roboter oder Spielfiguren allein über sprachliche Anweisungen durch echte oder virtuelle Räume lotsen möchte. Die GIVE-Challenge verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie die bekannte RoboCup-Initiative, bei der Forschungsteams aufgefordert sind, Teams von fußballspielenden Robotern zu bauen, oder wie das ESP-Game, bei dem in den letzten Jahren Millionen von Benutzern im Rahmen eines Onlinespiels Bilder mit Wörtern beschriftet haben.

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Neue Studie: Kommunikationsmanagement europaweit

Anita Arneitz am 8. Dezember 2008

Unter der Leitung von Prof. Dr. Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig stellte ein Forscherteam die Studie über Status Quo und Entwicklungslinien des Kommunikationsmanagements in Europa vor. Dieser “European Communication Monitor” wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Es wurden 1524 Entscheider aus 37 Ländern mit einer durchschnittlichen zehnjährigen Berufserfahrung befragt.

Die wesentlichsten Ergebnisse sind:  Europäische Kommunikationsprofis haben weniger Macht als ihre amerikanischen Kollegen, Online-Videos und Social Networks werden 2009 weiter an Bedeutung gewinnen und bereits drei von vier PR-Fachleuten haben mit Corporate Social Responsibility zu tun. Das sind auch die wesentlichsten Herausforderungen für die Zukunft.

Der 74-seitiger englischsprachige Ergebnisbericht gibt es auf www.communicationmonitor.eu

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