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Stimmungsvoller Advent

Anita Arneitz am 15. Dezember 2011

Zeit für Familie, Zeit fürs Schmökern, Zeit für alte Bräuche und Traditionen  – Tipps dazu gibt es im neuen „Winterreiseführer Kärnten“

Die Zeit vor Weihnachten hat schon etwas Besonders. Daher gibt es im brandneuen „Winterreiseführer Kärnten“ von Anita Arneitz und Petra Feier auch ein Extra-Kapitel über Adventbräuche, die schönsten Christkindmärkte im Land, weihnachtliche Köstlichkeiten, den Christbaum und das Christkind. „Wir wollten den Winter in Kärnten in all seinen Facetten darstellen und Lust machen auf die kalte Jahreszeit. Angefangen von Wintersport über ruhige Abenteuer bis hin zu entspannten Erlebnissen haben wir für Einheimische und Gäste viele Tipps zusammengetragen – denn der Winter in Kärnten ist viel zu schön, um in nur im Haus oder Wohnung zu verbringen“, erzählen die Autorinnen Anita Arneitz und Petra Feier.

Genuss mit guter Planung

„Mit unserem Buch können Sie mit Ihrer Familie den perfekten Wintertag planen. Außerdem gibt es eine Menge Hintergrundinformationen“, ergänzen Arneitz und Feier. So wird zum Beispiel der alte Brauch des „Klöckelns“ vorgestellt. An drei Donnerstagabenden im Advent ziehen im Gegendtal die Klöckler von Haus zu Haus, um den Bewohnern Glück fürs neue Jahr zu wünschen. Dabei klopfen sie mit Holzscheiten oder den Fäusten laut gegen die Haustür – von diesem Klopfen kommt der Name „Klöckler“. Die Türe darf aber nicht sofort geöffnet werden. Mit alten Sprüchen wird versucht, Klöckler abzuwimmeln. Sie müssen sich mit Versen den Einlass verdienen und bekommen dann die Klöcklerjause serviert.

Winter gemeinsam erleben

Oder kennen Sie noch den Stefaniritt? Er wird traditionell noch im Lavanttal am 26. Dezember abgehalten. Die Pferde der Region werden herausgeputzt, um am Wettreiten teilzunehmen. Ein tolles Spektakel für Groß und Klein. Pechtra Baba, Schappen, Perchten, Krampus oder Nikolaus – gestalten Sie die Zeit im Advent bewusst und aktiv gemeinsam mit Ihrer Familie.

Buchtipp:

Winterreiseführer Kärnten

von Anita Arneitz und Petra Feier,

erschienen im Verlag Styria Regional Carinthia,

erhältlich im Buchhandel oder auf www.styriabooks.at

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Weihnachtsgrüße schreiben

Anita Arneitz am 30. November 2011

Alle Jahre wieder dieselbe Frage: Weihnachtspost an Kunden verschicken ja oder nein? Grundsätzlich gilt: Weihnachtsgrüße an Kunden sind keine Pflicht. Und bevor Sie diese auf den letzten Drücker und lieblos schreiben, lassen Sie es ganz. Denn für die Weihnachtspost sollten Sie sich schon ein wenig Zeit nehmen und überlegen, was Sie den mit Ihrer Weihnachtskarte wirklich ausdrücken möchten? Ein Danke für die Zusammenarbeit, Aufmerksamkeit erregen, sich in Erinnerung rufen oder den Kontakt halten?

Eine Weihnachtskarte ist ideal für kurze Grüße – allerdings sollten diese mit der Hand geschrieben werden. Tipp: Ein Motiv wählen, das zum Unternehmen passt und ein Kuvert verwenden! Wer mehr zu hat, kann auch einen Weihnachtsbrief schreiben. Persönliche Briefe haben aber nur Stil, wenn sie keine Standardfloskeln beinhalten und stattdessen individuell formuliert sind. Bieten Sie Ihren Kunden zur Weihnachtspost eine kleine Überraschung – ein Glühweinrezept, ein Strohstern oder eine besinnliche Geschichte. Verschenken Sie aber kein nutzloses Zeug.

Sie möchten heuer Ihre Weihnachtsgrüße per SMS oder E-Mail senden? Vergessen Sie es. Virtuelle Weihnachtsgrüße sind im Geschäftsbereich unangebracht. Hoch im Kurs ist Handgeschriebenes. Privat können Sie aber durchaus auf virtuelle Grüße zurückgreifen. Wer sein kreatives Schreibpotenzial wieder zum Leben erwecken oder frisch entdecken möchte, sollte bei einer der nächsten Schreibnacht vorbei schauen. Gemeinsam erweitern wir mit kreativen Schreibübungen die eigene Schreibkompetenz und finden mit ungewöhnlichen Methoden neue Ideen.

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Scheitern erlaubt! Gabriele Struger im Interview über Misserfolge und Neuanfänge

Anita Arneitz am 6. November 2011

Wie sind Sie zu dem Thema „Erfolgreich Scheitern“ gekommen?

Gabriele Struger: Als Berater und Coach werde ich immer wieder mit dem Thema „Scheitern“ konfrontiert, denn es sind nicht die Erfolge, die Menschen einen Coach oder Berater aufsuchen lässt, sondern die schwierigen Phasen im Leben. Der menschliche Lebensweg ist ein wechselndes Auf und Ab von Erfolgen und Misserfolgen: im Beruf, bei einer Existenzgründung bei Führungsaufgaben, bei Prüfungen, in der Berufsausbildung oder bei Projekten. Im privaten Bereich begleitet uns das Thema gleichermaßen: in Beziehungen, beim Hausbau oder bei der Kindererziehung. Zu scheitern bedeutet, an eine Grenze zu kommen, an der man persönlich nicht weiterkommt, jedenfalls nicht so wie bisher. Plötzlich verändert sich die gesamte Lebenssituation und dadurch ändern sich auch das Selbstbild, eigene Ansprüche, Prioritäten, Perspektiven und Vorstellungen. Es ist oft sehr hilfreich und sinnvoll, wenn man sich in solchen Veränderungs- und Neuorientierungsprozessen von einem Coach begleiten lässt. Das Scheitern ist überall präsent. Die erfolgsorientierte Gesellschaft blendet das Scheitern jedoch eher aus, anstatt es als Alltagsnormalität und Herausforderung anzunehmen. Die Ansprüche an eigene und fremde Leistungen steigen ständig und man versucht, dem wachsenden Perfektionismuswahn und den schwinden zeitlichen Ressourcen gerecht zu werden. Nur irgendwann ist der Plafond erreicht. Entweder scheitern wir am Versiegen der eigenen Energie oder an den zu hohen und nicht mehr zu erfüllenden Erwartungen. Berichte von Scheitererfahrungen haben mich schließlich auf die Idee gebracht, einen Workshop zu diesem Thema anzubieten.

Was bedeutet Ihnen persönlich (Miss)Erfolg bzw. Scheitern?

Gabriele Struger: Niemand macht gerne negative Erfahrungen, und doch sind es solche Phasen im Leben, die uns Menschen in der persönlichen Entwicklung wachsen lassen – wenn man bereit ist, sich den negativen Erfahrungen zu stellen und daraus zu lernen. Die Erfahrungen, die ich im Kindesalter machen durfte, haben mich geprägt. Ich habe gelernt, wie ich für meine Person mit Rückschlägen am besten umgehe. Es war nicht leicht, den Scheitern ist auch immer mit Verlustgefühlen verbunden, sei es der Verlust von Selbstwertgefühl, Beziehungen, Ansehen oder der Verlust von materiellen Dingen. Aber genau die Konfrontation mit schwierigen Situationen hat mich stark gemacht und ich konnte eine gewisse Resistenz entwickeln. Ich habe gelernt, dass ich schwierigen Situationen nicht hilflos ausgeliefert bin, sondern die Möglichkeit habe, mit meiner Energie, meiner Kreativität und meinen Fähigkeiten aktiv nach Lösungen und Handlungsoptionen zu suchen. Es kann sich jeder glücklich schätzen, der über eine kleine Ressourcenschatzkiste verfügt. Die (Wieder-)Entdeckung der eigenen Fähigkeiten und das Stabilisieren und Stärken des Selbstbewusstseins ist für mich ein wesentlicher Teil in der Arbeit mit Klienten. Was ich heute häufig bei Eltern beobachte, ist das Bemühen, ihrem Kind jede mögliche Schwierigkeit aus dem Weg zu räumen und es vor jeder negativen Erfahrung bewahren zu wollen. Das ist der Weg, der in der Situation wahrscheinlich am wenigsten Schmerz bereitet, aber es ist auch der Weg, der Kinder nicht stark macht, weil sie ihren Mut, ihre Kräfte und Fähigkeiten in schwierigen Situationen nicht erproben können. Schon Kinder sollten die Möglichkeit haben zu lernen, mit Frustrationen umzugehen. Mit zunehmendem Alter kann man Kindern schrittweise die Erfahrung zumuten, dass seine Wünsche nicht gleich erfüllt werden. Es muss lernen, kleine Enttäuschungen zu ertragen.

Ist Scheitern ein Thema, das besonders Frauen stärker beschäftigt?

Gabriele Struger: Frauen und Männer sind gleichermaßen von diesem Thema betroffen. Frauen reagieren tendenziell eher emotional und beziehungsbezogen. Sie sprechen offener über ihre Gefühle, ihre Ängste und Zweifel. Frauen meinen häufig, dass ihre Leistungen nicht gut genug sind und verfangen sich zwischen Anstrengung und Entwertung, neuer Anstrengung und sich wiederholender Entwertung. Sich selbst nichts zuzutrauen und nur auf Gegebenheiten zu reagieren, bedeutet in der eigenen Entwicklung einen Stillstand. Sobald man aber aktiv wird und etwas probiert, kann es eben auch misslingen. Männer dagegen tendieren eher zu Rationalität und Versachlichung. Sie heben ihr eigenes Handeln hervor, treffen Entscheidungen und werden aktiv. Männer neigen auch eher dazu, Erfolge als Zeichen ihrer Kompetenz zu werten, Misserfolge werden als das Produkt ungünstiger Umstände angesehen. Frauen tendieren zu der Einstellung, dass äußere Umstände der Grund für ihre Erfolge sind. Ungenügende Leistungen ziehen ihrer Meinung nach die Misserfolge nach sich. Diese Einstellung blockiert Frauen, da sie in Scheitersituationen geneigt sind, sich durch weitere Wissensaneignung zu perfektionieren. Perfektionistische Maßstäbe gehen mit einer chronischen Unterschätzung der eigenen Fähigkeiten einher, was oft das eigentliche Karrierehindernis darstellt. Es sind die oft zu hohen Ansprüche, die Frauen scheitern lassen.


10 Tipps Leserinnen zum Thema Scheitern von Gabriele Struger

Tipp 1: Innehalten. Damit eine Neuorientierung erfolgen kann, braucht man erst einmal Zeit für sich und Achtsamkeit. Die Achtsamkeit auf das Hier und Jetzt kommt der eigenen Befindlichkeit zugute, weil sie uns einen neuen Stand gibt. In dieser Phase kann sich ein neues Selbst- und Weltbild entwickeln. Man kann den Sinnfragen auf die Spur kommen: Was ist für mich zukünftig wichtig? Was brauche ich wirklich?

Tipp 2: Zulassen von negativen Gefühlen. Beachten Sie die negativen Emotionen, die Sie beschäftigen. Suchen Sie sich einen geschützten Raum, lassen Sie Ihre Gefühle zu, schreien sie, weinen sie und trauern sie!

Tipp 3: Fragen zur Situation. Wie interpretieren Sie diese Situation für sich? Wie schätze Sie die Bedeutung des Misserfolges für Ihr Leben ein? Was denken Sie genau? Was bedeuten diese Gedanken?

Tipp 4: Der gedankliche Weg aus der Katastrophe. Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Was ist das Beste, was passieren kann? Wie wahrscheinlich ist dieses Ergebnis?

Tipp 5: Suche nach Handlungsoptionen, Entwicklung von Copingstrategien. Entwickeln Sie in einer Art Brainstorming alternative Sichtweisen und Handlungsoptionen, die Sie früher nicht gesehen haben. Lassen Sie Ihren Gedanken dabei viel Freiraum und halten Sie auch Ideen fest, die vorerst noch ungewöhnlich erscheinen. Bewerten Sie in diesem Schritt noch keinesfalls Ihre Ideensammlung. Wie könnte eine mögliche Lösung aussehen? Wie noch? Was brauche ich für die Zukunft? Wer kann mich unterstützen? Welche Ressourcen brauche ich außerdem?

Tipp 6: Bewertung der Ideensammlung. Erst in diesem Schritt schauen Sie sich die Sammlung Ihrer Ideen kritisch an und bewerten Sie deren Umsetzbarkeit: Ist diese Idee wirklich geeignet mein Problem zu lösen? Ist die Umsetzung dieser Idee überhaupt möglich? Ist die Idee effektiv, ist sie effizient? Wie rasch ist die Umsetzung dieser Idee möglich?

Tipp 7: Umsetzung. Wie kann ich meine wertvollen neuen Perspektiven umsetzen? Welcher Schritt steht an, um Neues einzuladen? Wie messe ich meine Entwicklung? (Bankkonto, Gesundheit, Garderobe, Beifall anderer, Verbindungen und Kontakten zu wichtigen Leuten,…)

Tipp 8: Sich selbst vergeben. Wenn wir scheitern, dann belasten wir uns meistens mit dem Gefühl des persönlichen Versagens, schweigen über das Problem, klagen uns selbst an und rechtfertigen uns. Diese Verhaltensweisen sind nicht hilfreich und lassen uns ganz im Problem stecken. Wer im Schweigen verharrt, der gelangt nicht zum Stadium des Akzeptierens. Das Schwierigste im Scheiterprozess ist wohl, dass man lernt sich selbst seine Fehler zu vergeben!

Tipp 9: Loslassen. Menschen, die nicht loslassen und weitergehen können, leben unter ihren Möglichkeiten, oder sie geben anderen Menschen Macht und Kontrolle in ihrem Leben. Sie reagieren, aber sie agieren nicht in eigener Sache. Die Vermeidung einer Wahl ist auch eine Wahl. Meist hat man aber mehr Wahlmöglichkeiten, als man glaubt.

Tipp 10: Unterstützung durch Dritte. Für manche Menschen ist es hilfreich, Misserfolge mit anderen zu besprechen, sich Tipps und Hilfe zu holen. In Rückschlägen, Krisen, und Pleiten stecken Entwicklungspotenziale – und zwar sowohl berufliche als auch persönliche. Wer es schafft, sich zu dieser Erkenntnis durchzuringen, kann schwierige Phasen eher bewältigen.

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Kleine, feine Welt der Wertschätzung

Anita Arneitz am 23. Oktober 2011

Michaela Türk, Unternehmensberaterin aus Klagenfurt, schrieb ein Buch über althergebrachtes Wissen und setzte es in besonderen Bezug zum modernen Alltag.

Stille, Wasser, wohltuende Schönheit der Landschaft – in der Asten, einem Tal in der Nationalpark-Region Hohe Tauern, entstand 2005 die Buchidee von Michaela Türk. Erschöpft von einer langen Wanderung fragte Türk den Berg- und Wanderführer was man denn gegen die müden Füße tun könnte. Dieser antwortete: „Geht´s aufe zum Bachl. Ziagt´s die Schuach aus und stellt´s euch mit die Hax´n talwärts eini. Das abfließende Wasser nimmt alle Müdigkeit mit.“ Der Buchtitel war damit klar und dank der Geburtshelferin Nicole Richter vom Carinthia Verlag entstand ein paar Jahre später ein Buch über altes Kärntner Wissen.

Altes Wissen wird gebraucht

„Wir brauchen keine Ratschläge von Gurus von Bali, wir haben im eigenen Land so viel Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Schade, wenn dieses Wissen auch von Althergebrachten einfach verschwinden würde“, sagt Türk. Bei jeder Geschichte, bei jedem Kapitel habe sie sehr viel gelernt. „Das hat mich bestätigt, Neues ist ohne Altes nicht möglich. Wenn ich etwas verändern will, brauche ich etwas worauf ich aufbauen kann. Ich möchte mit meinem Buch den Leser zu neuen Gedanken verführen. Altes Wissen in neue Bezüge setzen“, erzählt Türk.

Großes Engagement

Die Begeisterung fürs Wissen jeglicher Art spiegelt sich in Türk´s Lebenslauf wider. Geboren in Baden bei Wien zog sie der Liebe wegen 1986 nach Kärnten. Besonders stolz ist sie auf ihre Tochter Anna und ihren Sohn Stefan. Nach der Tätigkeit als Bilanzbuchhalterin absolvierte sie im Jahr 2000 die Mediationsausbildung, es folgten Coach, Supervisorin und Organisationsentwicklerin. 2006 begann sie das Studium der Philosophie an der Universität Klagenfurt. Heute ist Türk erfolgreich als selbstständige Unternehmensberaterin, Supervision sowie Lebens- und Sozialberaterin tätig. Ihr eigenes Wissen gibt sie seit 2009 auch in der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Waiern weiter. Außerdem engagiert sie sich seit 2004 im Business frauen Center Kärnten als Vorstandsmitglied.

Neugierde als Antrieb

„Ich versuche jedem Menschen seine Würde zu lassen, das war mir auch bei den Interviews für das Buch ganz wichtig. Ich habe mich besonders gefreut, dass mir sehr viel Vertrauen von den Interviewpartnern entgegengebracht wurde und ich die Menschen von ihrer einzigartigen Seite zeigen durfte“, erzählt Türk. Ihr Lebensmotto: Niemals aufhören neugierig zu sein – im Besten Sinne des Wortes.

Buchtipp

Hax´n talwärts – Altes Wissen neu entdeckt und interpretiert

Michaela Türk, Gabriele Bayer,

erschienen im Carinthia Verlag

www.ichlese.at

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Von der One-Woman-Show zum Medienverlag: Erfolgsverlegerin Barbara Mucha im Karriere-Gespräch

Anita Arneitz am 6. September 2011

Wie viele Kärntnerinnen gingen auch Sie nach Wien, um zu studieren. Doch statt Meeresbiologin sind Sie heute erfolgreiche Medienverlegerin. Wie kam es dazu?

Mucha: Meine Geschäftsidee begann mit einem schwarzen Pulli. Bei einem negativen Einkaufserlebnis ist mir klar geworden, dass schlechtes Service und Unfreundlichkeit der Verkäuferinnen viele Konsumenten bewegen. Gemeinsam mit Top-Managern entwickelten wir Testkriterien für gutes Service und veröffentlichten 1991 die erste Ausgabe der „Mucha“, die ein Riesenerfolg wurde. Zuerst war ich das Feinbild für den Handel, weil ich nur dem Konsumenten verpflichtet bin. Mittlerweile stehen die Unternehmen hinter der Mucha und schätzen unsere Tests.

Es blieb aber nicht bei der einen Geschäftsidee…

Mucha: Als ich mit meinem ersten Kind schwanger wurde, entdeckte ich eine weitere Marktlücke – das Familiensegment. Damals gab es noch 90.000 Geburten pro Jahr und das war eine interessante Zielgruppe für die Werbung. Noch mit dickem Bauch stellte ich das Werbebudget für den ersten „Baby Express“ auf. Mit dem Gynäkologen-Test wurde das Magazin schlagartig bekannt. Es folgten die „Signora“, das „Shopping Street Journal“ und das jüngste Kind in der Medienfamilie ist die „Austria Business Woman“.

Wie kommt man auf neue Geschäftsideen?

Mucha: Erfolg kann man nicht erzwingen, aber man kann überlegen welche Dinge Zukunft haben. Der Zeitgeist geht wieder „zurück zu den Wurzeln“. Warum boomt Wellness? Weil wir in einer übersättigten Gesellschaft leben und es nichts Neues gibt. Wir suchen nach Identität und Lösungen, um uns wieder selbst zu spüren. Das alte Biedermeier wird zurückkommen. Und damit wird jede Art von Qualität gewinnen, nicht nur in den Medien.

Wie schafft man es über so lange Zeit erfolgreich zu sein?

Mucha: Entscheidend für den Erfolg ist die Idee und Vision. Ich habe immer an meine Ideen geglaubt und dafür gekämpft. Es war auch ein wenig Glück dabei. Das Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Ein wichtiger Faktor ist auch der Verkauf. Ich habe immer versucht ein Projekt von der ersten Minute an zu finanzieren. Als ich mit 22 angefangen habe, hatte ich viele Kritiker. Aber der nachhaltige Erfolg gibt mir Recht. Mittlerweile habe ich 35 angestellte Mitarbeiter und rund 100 Freelancer.

Bereuen Sie den Schritt in die Selbständigkeit?

Mucha: Nein, die Arbeit ist meine zweite Heimat. Natürlich ist es manchmal eine immense Kraftanstrengung, aber da muss man durch. Heute bin ich stolz darauf, dass der Verlag noch immer zu 100 Prozent mir gehört. Ein großer Vorteil der Selbständigkeit ist die freie Zeiteinteilung. Diese Freiheit möchte ich nie aufgeben – auch wenn ich eine große Verantwortung für meine Mitarbeiter und meine beiden Kinder habe.

Fördern Sie andere Frauen bewusst?

Mucha: Ja, ich habe selbst zwei Mentees. Generell sind Frauen ehrlicher und haben eine bessere Selbstreflexion. Dennoch haben sie Aufholbedarf und stehen sich oft selbst im Weg. Ein Netzwerk funktioniert nur, wenn die Augenhöhe stimmt – und wir Frauen müssen erst lernen Schwestern zu sein.

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NEU: SCHWEBEN UND SCHREIBEN

Alexandra am 4. September 2011

Liebe Schreibbegeisterte,

gönnen Sie sich eine Ruhepause für Körper, Geist und Seele, regenerieren Sie in der Stille. Sie erleben die Leichtigkeit des Seins und haben Raum, um Gedanken, Emotionen und Intuitionen aufzuschreiben. Mit der einmaligen Kombination aus Floating, Entspannung und kreativen Schreibtechniken machen Sie den Weg frei für Ihren inneren Künstler.

Schweben und Schreiben:

  • ist eine ruhige Auszeit für Körper, Geist und Seele
  • baut Stress und Verspannungen ab
  • stärkt das Immunsystem
  • regt die Kreativität an
  • erhöht die eigene Schreibkompetenz und
  • weckt den inneren Künstler auf

Festhalten, Loslassen, ein Dialog mit sich selbst oder fiktiven Figuren. Biografisches, Geschichten, Gedichte – alles ist beim Schweben  & Schreiben möglich.

Mithilfe von kreativen Schreibtechniken kommen Sie ganz leicht in den Schreibfluss. Verschiedene Schreibinseln bieten Ihnen reichlich Raum zum Schreiben, bei Gruppenübungen fallen die letzten kreativen Hemmungen und Ihr persönlicher Schreibcoach sorgt für zusätzliche neue Anregungen.

Wir starten mit dem ersten Termin am 24. September 2011

Programm:

8 Uhr:             Morgensnack und Besprechung des Tages

9 Uhr:             Meditation mit Jürgen Klammer

9.30 Uhr:       Einführung ins kreative Schreiben

10 Uhr:          Start der Anwendungen mit Floating, Massage und individuellen Schreibinseln

Mittagessen wird zu individuellen Zeiten eingenommen

14 bis 18 Uhr: Floating, Massage, individuelle Schreibinseln

18 Uhr:          Abschlussrunde, Besprechung des Tages, gemütlicher Ausklang bei Lagerfeuer

Das ist beim Schweben & Schreiben dabei:

  • 1 x Meditation
  • 1 x Floating
  • 1 x Anmo-Massage
  • Schreibinseln und individuelles Schreibcoaching
  • Getränke (Tee, Kaffee, Säfte), Snacks (Brötchen, Kuchen)
  • Mittagessen

1 Tagespackage:

340 Euro pro Person (inkl. Steuern)

maximale Teilnehmerzahl: 6 Personen

Auch buchbar als Firma oder Gruppe ab 4 Personen!

Anmeldungen bitte direkt bei Alphafloating.

office@alphafloating.at

www.alphafloating.at

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Gedächtnistraining leicht gemacht – Interview mit Dr. Luise Maria Sommer, zweifache österreichische Gedächtnistrainerin

Anita Arneitz am 30. August 2011

Frau Sommer, wie sind Sie zum Gedächtnistraining gekommen?

Frau Sommer: Ich bin zusammen mit meinen drei Geschwistern sehr unbeschwert in Paternion aufgewachsen. Nach der Matura am BG Spittal/Drau habe ich mein Lehramtsstudium (Englisch/Sport) in Graz abgeschlossen, einen Steirer geheiratet und meine Unterrichtstätigkeit. Das Thema „Gedächtnis und Lernen“ hat mich schon immer interessiert. In einem Vortrag von Univ. Prof. Gunter Iberer, Univ. Graz, stieß ich auf eine uralte Gedächtnis-Methode aus dem antiken Griechenland, mit deren Hilfe man verblüffende Merkleistungen erbringen kann. Ich probierte sie aus, es funktionierte sofort – und von diesem Zeitpunkt an hatte ich sozusagen „Blut geleckt“.  Ich entdeckte, wie viel Spaß es machen kann, sein Gedächtnis mit Hilfe dieser „Gedächtniswerkzeuge“ zu trainieren und zu Höchstleistungen zu bringen. Ich hatte in der Schule und beim Studium nie Lern- oder Gedächtnisprobleme, neigte aber im Alltag dazu auf Termine zu vergessen oder Dinge wie Schirme, Skripten, Sonnenbrillen etc. an allen möglichen (und unmöglichen) Stellen liegen zu lassen. Seitdem ich Gedächtnistraining betreibe, hat sich dies entschieden verbessert.

Gedächtnistraining bedeutet Ihnen sehr viel…?

Frau Sommer: Für mich bedeutet Gedächtnistraining viel mehr als bloßes Gehirnjogging. Es war faszinierend zu beobachten, wie ich meine Leistungen im Namen-, Zahlen,- Spielkarten- oder Wörter-Merken durch gezieltes Training vor Gedächtnismeisterschaften bis zum Verblüffungsgrad steigern konnte. Mit der Teilnahme an Meisterschaften habe ich aufgehört, aber ich werde wohl noch mein Leben lang “weiter trainieren”. Ich verwende nicht irgendwelche Zahlen oder Wörter zum Training, sondern betrachte den Alltag mit all seinen Herausforderungen als “Trainingswiese”: Handy-, Pass-, Versicherungsnummern oder Geschichtedaten, die ich mir merken möchte, genauso wie Namen von Menschen oder so banale Dinge wie eine Einkaufsliste sind nun willkommenes Memoriermaterial. Und wenn mir das zu wenig ist, suche ich mir Übungsstoff aus dem Allgemeinwissen.

Welche Erfahrungen haben Sie im Gedächtnistraining mit Kindern gemacht? Wie gehen sie mit den ungewöhnlichen Lernmethoden um?

Frau Sommer: Wo immer es geht, liefere ich den SchülerInnen Querverbindungen, wo sie neues Wissen ein- und anknüpfen können und ermuntere sie auch, dies selbst zu tun. Wir haben an der HAK sogar einen eigenen Gegenstand, wo neue Lern- und kreative Arbeitstechniken gelehrt werden. Am Gymnasium arbeite ich in einem Freigegenstand “Gedächtnistraining” mit 10 bis 12jährigen. Dort lernen SchülerInnen – genauso wie meine TeilnehmerInnen in meinen Seminaren – die wichtigsten „Werkzeuge“ kennen, um ihr Gedächtnis zu verbessern und lebenslanges Lernen zu erleichtern. Ich bin immer wieder begeistert, wie kreativ junge Menschen sein können. Da werden spontan witzige Eselsbrücken geboren, die für viel Spaß, aber auch für einen hohen „Erinnerungswert“ sorgen. Ein Beispiel: Hauptstadt von Kanada – hier werden fälschlicherweise oft Toronto oder Montreal genannt. Um uns zu merken, dass diese aber Ottawa heißt, hier unsere Memo-Brücke: “Kana do? Oh ja – Otto war da!”

Lustig Eselsbrücken alleine reichen noch nicht oder?

Frau Sommer: Für ein nachhaltiges Einprägen ist noch ein entscheidender Faktor vonnöten: Wiederholen in gehirn-gerechten Abständen. Deshalb habe ich die Lern- und Merk-Software “Memo-Coach” entwickelt – nicht nur für Schüler/innen. Dieser Memo-Coach legt die selbst eingegebenen Lerninhalte in zunächst kürzeren, dann immer längeren Abständen zum Wiederholen vor, bis sie im Langzeitgedächtnis gelandet sind.

Was ist für Sie Erfolg?

Frau Sommer: Darf ich Ihnen hier eine kreative Antwort geben?

Gerne…

Frau Sommer: Für mich ruht Erfolg auf diesen spontanen Assoziationen:

-          E: Empathie – sich in andere Menschen hineinfühlen, ihre Probleme verstehen können

-          R: Ruhe finden – und wenn es nur fünf Minuten der Konzentration vor einem wichtigen TV-Auftritt oder einem Vortrag sind

-          F: Familie & Freunde – die wahren Freunde freuen sich mit dir über deinen Erfolg; es werden zwar weniger, dafür ehrlichere und wertvollere im Laufe der Zeit

-          O: Offen für Neues bleiben – das möchte ich ein Leben lang

-          L: Liebe – zu mir selbst, den Mitmenschen, aber auch zum Beruf: “Wenn du liebst, was du tust, brauchst du nie mehr zu arbeiten” (Konfuzius)

-          G: wie Gedächtnis, Gutes tun und dabei Geld verdienen – ich bin dem lieben Gott (ein weiteres G) unendlich dankbar, das mir dies alles “zu-gefallen” ist…

Und Ihr größter Erfolg im Leben?

Frau Sommer: Am meisten stolz bin ich auf meine Familie und unsere drei Kinder (zwei Söhne, 25 und 22 und eine Tochter, 16) und dass es mir recht gut gelingt, meine vielen Aktivitäten unter einen Hut zu bringen. Was mir im Gedächtnistraining wohl unauslöschlich in Erinnerung bleiben wird: Mein Auftritt in der Sendung “Help-TV” am 23.9.2003. Dort stieg ich mit einem spannenden Live-Gedächtnisexperiment ein und trainierte anschließend mit 10 Menschen aus dem Publikum. Barbara Stöckl “prüfte” sie live im Studio – sie rasselten 30 Begriffe selbstbewusst herunter. Mein Buch war am nächsten Tag in ganz Österreich ausverkauft…

Wie bringt man Familie und Berufstätigkeit – auch Seminarreisetätigkeit – unter einen Hut?

Frau Sommer: Als unsere Kinder noch klein waren, war ich nur in der Schule tätig und hatte viel Zeit für sie. Das funktionierte wunderbar. Mein zweites Standbein, Vortragende zum Thema Gedächtnistraining, kam nach meinen Erfolgen im Gedächtnissport dazu – zu einem idealen Zeitpunkt. Die beiden älteren Söhne verließen gerade das Haus, um zu studieren; unsere Tochter war immer schon eine sehr selbständige junge Dame. Zu allem Glück habe ich noch einen “Lebensmenschen”, meinen Mann, der zwar zunächst etwas skeptisch war, mich aber mittlerweile voll und ganz unterstützt.

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft?

Sommer: Kreatives Gedächtnistraining, so wie ich es betreibe, ist nicht nur an sich sehr kreativ, es macht auch kreativ. Mein erklärtes Ziel: Noch möglichst viele Menschen mit diesem Funken der Begeisterung für mein „Faszinationsgebiet“ anzustecken und selbst dabei möglichst lange mental jung und fit zu bleiben.

Ihr persönlicher Tipp für unsere Leserinnen…

Sommer: Jeder, der möchte kann vom gezieltem Gedächtnistraining profitieren kann. Wichtig ist der ganzheitliche Aspekt dabei. Ganzheitlich bedeutet: Mit mehr AufMERKsamkeit durchs Leben gehen, den Menschen und Dingen, die ich mir merken möchte, mehr Achtsamkeit schenken. Bewusst im “Hier und Jetzt” sein – und nicht mit den Gedanken immer einen Schritt voraus. Und auf dieser Basis kann man sich mit den Werkzeugen des “Kreativen Gedächtnistrainings” sein Gedächtnis zu einem verlässlichen Partner machen.

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Harter Weg zum Erfolg

Anita Arneitz am 23. August 2011

Dagmar Koller blickt auf ihr Leben als Frau zurück: Ein Gespräch über Kärnten, Karriere und Liebe

Die Bühnen der Welt waren ihr zuhause: Dagmar Koller wurde 1939 in Klagenfurt geboren und verfolgte hartnäckig ihren Traum. Mit 13 ging sie nach Wien und schaffte bereits 1964 den Durchbruch in Lehars „Land des Lächelns“. Zahlreiche Auftritte in Operetten und Musicals folgten in ganz Europa, drei Tourneen führten sie in die USA. Über ihre Erfahrungen als Frau erzählt sie in ihrem neuen Buch „Die Kunst eine Frau zu sein“.

Über Ihr Leben gibt es bereits eine Biografie. Worum geht es in Ihrem neuen Buch?

Dagmar Koller: Ich war fünfzig Jahre auf der Bühne und erzähle aus meinem Leben als Frau. Die Idee zu dem Buch entstand in meiner tiefsten Trauerzeit. Ich wollte nie mehr in die Öffentlichkeit und habe sehr gelitten. Beim Verfassen des Buches konnte ich alles fallen lassen, Geschichten erzählen, mich erinnern und auch wieder lachen. Es ist ein humorvolles Buch. Traurig war ich lange. Man darf sich aber nicht in die Trauer hineinsteigern, sondern muss sich mit positiven Dingen im Leben beschäftigen.

Sie waren bis zum Alter von 13 Jahren in Kärnten. Wie war Ihre Kindheit hier?

Dagmar Koller: Erst vor kurzem habe ich wieder alte Schulhefte, Zeugnisse und Briefe aus dem Jahr 1949 entdeckt, die viele Erinnerungen an meine Zeit in Klagenfurt weckten. Ich hatte als „Kärntna Dirndl“ so eine schöne Kindheit, obwohl sie bescheiden war. Meine Mutter war Alleinerzieherin und ich habe als Kind immer einen Vater vermisst. Trotzdem habe ich viel von meiner Mutter gelernt. Ich hatte nie Angst, meinen Weg alleine zu gehen. Dank meiner profunden Ausbildung in Wien konnte ich schnell Karriere machen.

Sind Sie heute noch öfters in Kärnten?

Dagmar Koller: Selten. Aber wenn ich da bin ist es für mich paradiesisch. Ich habe von den Menschen in Kärnten viel Herzensbildung mitgenommen.

Tournee durch die USA: Was bedeutet Ihnen Ihre internationale Karriere?

Dagmar Koller: Meine Karriere in Amerika war mir sehr wichtig. Doch ich wollte auch etwas in meiner Heimat erreichen. Es war ein harter Weg, aber ich habe mich nach oben gekämpft.

Ihr Erfolgsgeheimnis?

Dagmar Koller: Anstrengung. Ich habe nie etwas nur halb gemacht, sondern immer alles gegeben.

Und Ihr Tipp an jungen Frauen?

Dagmar Koller: Verwirklicht Eure Träume. Niemals aufgegeben, auch wenn es hart ist.

Wie wichtig ist es als Frau attraktiv zu sein?

Dagmar Koller: Ich habe von meiner Mutter gelernt aus Nichts schöne Sachen zu machen. Als Frau kann man sich auch mit bescheidenen Mitteln attraktiv gestalten und schmücken. Das bedeutet aber kein Hinterherlaufen von Trends. Wenn in der Mode gelb angesagt war, habe ich Grün getragen. Männer können ihre Fehler nicht so gut verdecken. Vor einer Vorstellung war ich immer nervös. Das Schminken – damals gab es noch keine Visagisten für Nebendarsteller, wir mussten alles selbst machen – hat mich aber sehr beruhigt. Denn mit schnellem Atmen und zittriger Hand kann man keine Wimperntusche auftragen. Außerdem muss man als Frau von innen strahlen. Jede Frau ist schön. Vergessen Sie Schönheitsoperationen, das wirkt künstlich und bringt nichts.

Findet man in Ihrem Buch Anleitungen oder Anregungen?

Dagmer Koller: Ich gebe gute Rezepte ab. Ich wusste schon immer, ich komme aus der Armut nur mit viel Disziplin und guter Bildung heraus. Als allein stehende Frau war ich nicht unhübsch und ich habe schnell gemerkt, dass man viele Möglichkeiten hat, wenn man seine Schüchternheit überspielt. Heute wundere ich mich selbst, wie weit ich es mit Gewissenhaftigkeit und Verzicht gebracht habe.

Wie gelang es Ihnen über Jahre hinweg eine glückliche Beziehung aufrecht zu erhalten?

Dagmar Koller: Ich glaube, man muss als Frau vorher Karriere machen. Wenn in einer Partnerschaft beide große Karriereziele haben, wird es schwierig. Wir haben es geschafft, weil wir extrem unterschiedliche Karrieren gehabt haben. Helmut Zilk war ein sehr außergewöhnlicher Mann, und liebte die Künstler und die Menschen. Unsere Berufe waren so gegensätzlich, doch jeder hatte große Achtung vor der Leistung des anderen. Aber man muss auch Opfer bringen können. Ich war sehr viel unterwegs, oft haben wir uns Wochen nicht gesehen, nur jeden Tag zwei Mal telefoniert. Treue haben wir uns zum Prinzip gemacht. Die Versuchung war natürlich bei uns beiden groß, aber wenn es nicht absolute Treue gegeben hätte, hätten wir uns getrennt. Liebe ist das Allerwichtigste.

Kurz gefragt

Als Kind wollte ich immer… Primaballerina werden.

Mein Lebensmotto ist…ich bin eine Frau, die Menschen liebt und daher ist es mir auch wichtig zu teilen und zu geben.

Darüber kann ich lachen… über vieles, vor allem über mich selbst. Lachen ist das Gesündestes überhaupt und entspannt.

Das letzte Buch, das ich gelesen habe… ich lese sehr viele Zeitungen, weil ich am Tagesgeschehen teilhaben möchte. Auch in sehr schweren Zeiten, muss man dran bleiben. Das letzte Buch habe ich von Mario Simmel gelesen – „Mich wundert, dass ich fröhlich bin“.

Frauen sind… jedenfalls viel lieblicher als Männer. Jede Frau hat etwas an sich.

Druckfrisch präsentierte Dagmar Koller ihr neues Buch „Die Kunst eine Frau zu sein“ in der Buchhandlung Heyn in Klagenfurt. Rechtzeitig vor Weihnachten gibt es das Buch für starke Frauen, erschienen im Amalthea Verlag, im Buchhandel.

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Anspruch aufs Leben

Anita Arneitz am 15. Juli 2011

Reportage: Herzkranke Kinder: Hilfe annehmen, damit die Familie nicht zerbricht

700 Kinder kommen in Österreich pro Jahr mit einem Herz-Gefäßfehler auf die Welt. Zwei Drittel der herzkranken Kinder haben ohne notwendige Operationen keine Chance auf eine gesunde und fröhliche Kindheit. Für die Eltern ist die Diagnose oft ein Schock. Sie sind hilflos und überfordert. Das Leben scheint mehr als ungerecht zu sein. So erging es auch der Klagenfurterin Beatrix Tschernitz 1988.

Schock nach Diagnose

Wir blättern im Fotoalbum, die Erinnerungen kommen wieder hoch, vieles hat sie schon verdrängt. Ihr Sohn Lukas kam als Frühgeburt mit einem sehr komplexen Herzfehler auf die Welt. Die Ärzte gaben dem Kind maximal drei Lebensjahre. Heute ist Lukas 21, es geht ihm gut und er studiert in Graz Englisch und Geschichte. Bis dahin war es kein leichter Weg. „Lukas hat täglich ums Überleben gekämpft. Bis zum dritten Lebensjahr wurde er beatmet und künstlich ernährt. Es war wirklich schlimm“, erinnert sich Beatrix Tschernitz. Mit drei Jahren hat er mit einer Therapeutin essen und gehen gelernt. Davor verbrachte er die meiste Zeit im Krankenhaus. Eine Operation nach der anderen. „Es war eine große Belastung. Ich war immer zerrissen. Schließlich musste ich mich auch um seinen Zwillingsbruder kümmern. Ich habe am Tag nur ein paar Stunden geschlafen und war immer da“, erzählt Tschernitz.

Neues Leben nach der OP

Eine Operation bei einem Spezialisten in Boston brachte neue Hoffnung. Die gesamte Familie flog in die USA. „Diese Operation hat sehr viel verändert. Wir wussten nicht, ob wir Lukas wieder sehen werden. Aber wir hatten Glück. Nach der Operation ging es aufwärts. Da hat sein Leben eigentlich erst begonnen“, sagt Tschernitz. Lukas war ein Kind, das sich gut erholte. Er war geistig völlig normal, ist jedoch von kleiner Statur und hat ab und dann einmal Probleme mit der Konzentration. „Die Strapazen in der Kindheit haben seinen Charakter geprägt. Er will noch heute immer mit dem Kopf durch die Wand“, so die stolze Mutter. „Wir hatten große Schwierigkeiten bei der Einschulung. Obwohl Lukas intelligent ist, sollte er in eine Sonderschule gesteckt werden. Das ließen wir nicht zu“, erzählt Tschernitz. Letztendlich ging er in die normale Schule, machte die Matura am Gymnasium und lebt jetzt seinen Traum in Graz. „Heute gibt es Vereine, die Eltern in der schweren Situation helfen. Mein Mann und ich engagieren uns im Elternverein „Hilfe für das herzkranke Kind“ und betreuen den Kärntner Bereich. Ich rate wirklich jeder Mutter eines herzkranken Kindes, das Angebot solcher Vereine zu nutzen. Es tut so gut, Hilfe in Anspruch nehmen zu können oder einmal mit einem Psychologen zu reden. Erst dadurch weiß ich, dass ich soviel falsch gemacht habe, aber ich habe viel für die Zukunft gelernt“, so Tschernitz. Denn die Kinder werden zwar größer, aber die Probleme hören deswegen nicht auf.

Hier finden Mütter von herzkranken Kindern Hilfe:

Verein Hilfe für das herzkranke Kind www.kinderkardiologie-graz.at

Kontaktadresse: Andreas Tschernitz, Klagenfurt, Tel: 0463 26 25 97

Verein Dana für Mütter von herzkranken Kindern www.plattform-dana.at

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„Der Spaß am Leben ist wichtig“

Anita Arneitz am 27. Juni 2011

Elisabeth Engstler wurde in Kärnten geboren, machte als Sängerin, TV-Moderatorin und Kochbuchautorin Karriere und spricht zum 50. Geburtstag über das Erfolgsgeheimnis ihres Lebens

Wollten Sie schon immer Sängerin werden bzw. eine Gesangsausbildung machen?

Ich habe begonnen Medizin zu studieren, aber dann ist mir die Musik dazwischen gekommen. Und diese Ausbildung habe ich dann am Konservatorium der Stadt Wien beendet. Ich erzähle mit meinen Liedern gerne Geschichten und mit dem Gesang kann man diese sehr gut vermitteln, damit diese berühren. Und wenn man merkt, dass man sein Publikum erreicht, macht das schon sehr viel Spaß. Um das Singen aus der Überzeugung zu machen – deswegen habe ich ja so eine lange Pause gemacht, weil ich keine Lust zum Singen hatte. Aber jetzt geht’s wieder los und ich freue mich sehr darauf.

Warum haben Sie sich entschieden in die Welt des Fernsehens einzusteigen?

Ich habe bei den Wiener Festwochen die Titelpartie im Musical „Valerie“ gespielt, dort hat mich eine Redakteurin des ORF gesehen und zu einer Audition für eine Kindersendung eingeladen. Irgendwann in den 80ern habe ich den „Ferienexpress“ moderiert – das hat irrsinnig viel Spaß gemacht, da war immer „a Gaudi“. Es macht mir vor allem die Arbeit mit dem ORF Spaß, weil das ganze Team rund um „Frühlingszeit“ einfach passt. Und welche Fähigkeiten man braucht, da halte ich es genauso wie beim Musizieren – man muss es gerne machen.

Was waren Ihre schönsten beruflichen Erfahrungen? Die schönsten außerberuflichen?

Das kann man so nicht beantworten. Für mich war das jede für sich – ob ich jetzt mit dem „Ferienexpress“ auf Tour durch Österreich war, die Konzerte als Duo Mess, das Theater spielen bei Elfriede Ott’s „Nestroy am Liechtenstein“ – einfach tolle Erlebnisse. Und außerberufliche habe ich wohl die schönste Rolle der Welt angenommen – die der Mutter.
Hatten Sie Mentoren oder Mentorinnen, die Sie auf Ihrem Weg unterstützten?

Ja, sicherlich. Aber jetzt alle aufzuzählen, ist mir zu gefährlich, weil ich sicherlich jemanden vergessen werde. Stellvertretend für alle meine Förderer möchte ich Elfriede Ott nicht unerwähnt lassen – weil mich ein freundschaftliches Band zu ihr verbindet und wir quasi Nachbarn sind. Sie ist für mich die Grand Dame des Theaters in der Josefstadt.
Was halten Sie von Frauennetzwerken?

Netzwerke sind immer wichtig – wenn ich zum Beispiel mein Freundesnetzwerk nicht hätte, bei dem wir uns gegenseitig um unsere Kinder kümmern, wäre das für mich schon ein Problem. Ich will aber wegen meiner Leistung und nicht wegen meiner Kontakte beschäftigt werden.

Ihr Tipp für junge Frauen, die Karriere machen möchten?

In erster Linie davon überzeugt, immer perfekt vorbereitet und wirklich begeistert von seiner Arbeit sein. Dann kann man in Notsituationen viel leichter improvisieren, weil man ja weiß, worum es geht.
Was bedeutet Ihnen Erfolg und Karriere?

Ich bin nicht der Typ, der alles für seine Karriere opfert. Ich freue mich sehr, wenn ich erfolgreiche arbeite und es beim Publikum ankommt. Letztens erst habe ich erfahren, dass ich bei einer österreichischen Tageszeitung bei einem Ranking der beliebtesten TV Moderatorinnen unter die Top 10 war – das freut mich natürlich sehr. In meinem Beruf ist es doch das Wichtigste, das man es gerne macht und das merken die Leute – das ist vielleicht mein Erfolg. Aber genau weiß ich es nicht.

Wie schaffen Sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Manchmal sehr schwer, weil ich nur gut arbeiten kann, wenn ich weiß, meine Tochter ist gut versorgt. Das geht manchmal leichter, manchmal schwerer. Aber es klappt eben durch mein Netzwerk sehr gut und Amelie ist auch schon acht Jahre alt, das wird es auch einfacher.

Was möchten Sie Ihrer Tochter unbedingt mit auf dem Weg geben?

Liebe, Selbstwertgefühl und dass der Spaß am Leben wichtig ist. Genussfähigkeit, Achtsamkeit, Ehrlichkeit. Neugierde – alles, was man halt so braucht.

Wenn man so bekannt ist und in der Öffentlichkeit steht, wie schwierig oder leicht ist es, Privates aus der Öffentlichkeit raus zu halten?

Ich trenne zwischen Berufs- und Privatleben. Daher versuche ich zum Beispiel, so gut es geht, Amelie aus allem heraus zu halten. Ausnahmen wie zur Weihnachts- oder Osterzeit gibt es natürlich, aber ansonsten mag ich das eigentlich nicht. Sie soll so gut es geht „normal“ aufwachsen, was neben eine quasi berühmten Mama nicht mehr ganz so einfach ist. Und mein Privatleben gehört meiner Familie und mir – und nicht der Presse.
Wie tanken Sie Kraft?

Ich geh wahnsinnig gerne im Wald spazieren – und der Wienerwald ist ja ein sehr schöner Wald. Da kann ich wirklich Kraft tanken, abschalten, mir Sachen durch den Kopf gehen lassen, über alles nachdenken. Und seit ich jetzt wieder einen Hund habe – genauer gesagt eine Hundedame – gibt’s auch wieder einen Grund mehr, spazieren zu gehen. Das Tanzen liegt im Moment bisschen auf Eis, weil ich die Zeit im Moment nicht finde.

Was möchten Sie in Zukunft noch unbedingt machen?

Auf alle Fälle Musik – und dann habe ich da schon ein paar Projekte in Planung, aber dazu möchte ich noch nichts verraten. Sie wissen, die berühmten ungelegten Eier…

Ihre liebsten Kindheitserinnerungen an Kärnten?

Das Schwimmen im Wörthersee, allerdings mehr unter dem Wasser als darüber. Das Baumhausbauen und Schwammerlsuchen im Wald, das Spielen am Bauernhof von meiner Volkschulfreundin. Die tollen Osterfeiern mit meiner Familie: mit Osterfeuer, Schinkenessen, Ostereiersuchen…
Kurz gefragt
Als Kind wollte ich immer…alles wissen, Ärztin und Jazzsängerin werden
Mein Lebensmotto ist… in der Ruhe liegt die Kraft
Mein letztes Geld würde ich ausgeben für… mein neues Haus *lacht*
Darüber kann ich lachen… das Leben
Das letzte Buch, welches ich gelesen habe… „Die Quantenheilung“, „Das Nullpunktfeld“ „Liebe“
In 20 Jahren werde ich… viele Kochbücher geschrieben haben und noch mehr Lieder – und meinen „Platz“ gefunden haben
Mein größter Erfolg war … meine Tochter
Frauen sind … multitaskingfähig sowie großartige, warmherzige, kraftvolle und liebevolle Geschöpfe
Kärnten ist… meine Heimat

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