Lösen Public Relations Marketing ab?

Ein spannende Frage, die in aktuellen Diskussionen immer wieder vorkommt. So schreibt Klaas Kramer im Medianet vom 16. Juni 2009: “PR hat das Zeug, die Führungsrolle im Markenmanagement zu übernehmen.” Doch bevor es tatsächlich soweit ist, müssten die PR-Leute noch einiges lernen. “Zuerst müssen die Menschen in der PR reif für die Markenführung sein”, sagt Kramer. Sie müssen endlich die Sprache des Top-Managements lernen und wissen, welche Kommunikationsmittel unter den Betriebwirten en vogue sind. Schaden kann das nicht.

Im schlimmsten Fall versteht der PRler zumindest intern den Vorstand oder die Geschäftsführung besser und umgekehrt. Das ist der Knackpunkt in vielen Unternehmen: Die Kommunikationsbasis zwischen oberster Ebene und PR-Abteilung funktioniert nicht. Beide reden aneinander vorbei und sind frustiert. Dasselbe gilt für PR und Marketing. Je besser beide Bereiche aufeinander abgestimmt sind, als gleichwertige Partner, desto stärker wird die Markenführung. Damit das gelingt wird von beiden Seiten ein Blick über den Tellerrand verlangt. Viele in der PR beschränken sich auf Events, Medienarbeit und Onlinepresseportale, weil es für sie greifbarer ist, leichter umsetzbar. Oft fehlen ihnen auch Perspektiven oder Ideen. Sehr viele PR-Aus- und Weiterbildungen beschränken sich auf die Basics oder Theorie. Es gibt viel zu wenig Angebote, die zeigen, wie man zu Ideen kommt und diese dann im Unternehmen umsetzt. Wir bauchen mehr geschützte Räume für Ideenentwicklung und Experimente.

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