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Vitamin “W” wie Werbeartikel

Anita Arneitz am 26. Oktober 2008

Gute Beziehungen schaden nur dem, der keine hat. Das gilt im Pri-vat- wie im Wirtschaftsleben. Auf dem Weg zu beziehungsreichen Kontakten schlagen Werbeartikel klassische Werbemedien um Längen. Davon ist Hans-Joachim Evers, deutscher Vorsitzender des Bundesverbandes der Werbartikelberater und –Großhändler (bwg) überzeugt: “Für belastbare Kundenkontakte entscheidet die Nachhaltigkeit. Zeitungsan-zeigen oder TV-Spots müssten mit hohem Investment häufiger geschaltet werden, um überhaupt im Gedächtnis der Kunden haften zu bleiben. Dagegen ist der Werbeartikel preiswerter und bindet buchstäblich den Kunden über eine lange Zeit. Vielfach über Monate und Jahre hinweg.”Der bwg spricht daher vom Vitamin “W”, wie Werbeartikel, das Marketing-Experten konsequent einsetzen sollten. Hierzu Hans-Joachim Evers: “Die landläufige Meinung, Vitamin B – wie Seilschaften oder Kumpaneien, Bestechung oder Korruption – gäben den Ausschlag für unternehmerischen Erfolg ist nur vordergründig nachvoll-ziehbar. Echte Kunden-Loyalität basiert auf Vertrauen und Qualität. Diese unternehme-rischen Werte können Werbeartikel bestens darstellen bzw. vermitteln.” Sie erreichen auch dann den Kunden, wenn er beispielsweise im Urlaub ist. Im Reisegepäck des Um-worbenen können problemlos nützliche Artikel für entspannte Stunden Platz finden. “Die Produktpalette reicht von Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, über Strandbälle und Kartenspiele bis hin zu Picknickkörben und selbst kleinen Regenschir-men”, weiß Hans-Joachim Evers und weiter: “In Ferienzeiten machen klassische Wer-bemedien selber Pause. Um mit klassischer Werbung beim Kunden bleiben zu können, müssten Firmen in den ungezählten Urlaubsregionen dieser Welt bei lokalen Zeitungen oder Rundfunkstationen Werbung schalten. Den gigantischen Streuverlust und die ge-ringe Wirkung trotz großem Budgets kann man sich leicht ausrechnen.” Zusätzlich ver-mittelt ein nützlicher Werbeartikel dem Kunden das Gefühl “Die kümmern sich um mich!” Das fördert den gewünschten Wohlfühl-Faktor auch im Urlaub und hält das Vertrauen zum Werbenden aufrecht.

Bei der Auswahl der Werbeartikel für die schönste Zeit des Kunden sollte nach Ansicht des bwg der Absender im Vordergrund stehen. Das gilt auch bei Großereignissen: Die Mehrheit der Kunden kann eine Fußball-Europameisterschaft oder Olympische Spiele nicht live am Ort des Geschehens verfolgen. Dagegen helfen Aktionen mit Wer-beartikeln, den Kunden in ihrem privaten Umfeld das Ereignis emotionsgeladen zu erle-ben. “Sportliche Mega-Events dienen als Katalysator, den Kundenkontakt zu pflegen”, erklärt Hans-Joachim Evers. “Es geht aber nicht darum, das Ereignis zu promoten, sondern sich selbst.”

Jeder Ernährungsberater bestätigt die Tatsache, dass Vitamine lebenswichtig sind. Sie nennen Vitamin A, B und C als die wichtigsten drei. Bildlich übertragen auf das Wirtschaftsleben gilt nach Ansicht des bwg die Formel: Vitamin W, wie Werbeartikel hilft das Vitamin B, wie Beziehungen zu verstärken, um das Vitamin C, wie Corporate Image fördernd darzustellen. “Auf diesen Geschmack kommen immer mehr Unternehmen”, bilanziert Hans-Joachim Evers.

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Winterzeit: Innere Uhr umstellen

Anita Arneitz am 25. Oktober 2008

In der Nacht auf Sonntag, 26. Oktober 2008 werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt. Obwohl man eine Stunde länger
schlafen kann, vergehen doch ein paar Tage, bis sich die “innere Uhr” wieder einpendelt, warnt der ARBÖ-Verkehrsmediziner Medizinalrat Prof. Prim. Dr. Josef Nagler in einer Presseaussendung.  “Eine Zeitumstellung von 60 Minuten kann schon zu kleinen Schwankungen im Bio-Rhythmus führen oder Müdigkeit, Herz-Kreislauf-Probleme, Verdauungs-, Einschlaf- oder Durchschlafstörungen forcieren,” so der
Verkehrsmediziner. Darauf sollte man in den nächsten Tage nicht vergessen. Ein guter Grund um mal wieder am Sonntagabend “Dinner Cancelling” zu praktizieren oder noch mal rasch an die frische Luft zu gehen.

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Eventmarketing

Anita Arneitz am 18. Oktober 2008

Eventmarketing – vom Mittelständler bis zum Großkonzern – ist aus dem Marketing kaum wegzudenken. Richtig eingesetzt ist der Event der direkte Weg in die Herzen und Köpfe der Zielgruppe. Doch wie schöpft man die Potenziale des Eventmarketings voll ab? Wie kann mandas Eventmarketing als integralen Bestandteil im Marketing verankern?

“Erfolgsfaktor Eventmarketing – Wie Sie mit Events, Roadshows und Messen die Märkte erobern“ ist im BusinessVillage Verlag erschienen und gibt wertvolle Tipps rund ums Thema.

Eventmarketing – vom Mittelständler bis zum Großkonzern – ist aus dem Marketing kaum wegzudenken. Richtig eingesetzt ist der Event der direkte Weg in die Herzen und Köpfe der Zielgruppe. Doch wie schöpft man die Potenziale des Eventmarketings voll ab? Wie kann man das Eventmarketing als integralen Bestandteil im Marketing verankern?

Events und Veranstaltungen sind als Bestandteil professionellen Marketings aus dem Marketing-Mix von Unternehmen kaum wegzudenken. Kein Wunder – auf keinem anderen Wege können Zielgruppen so direkt und unmittelbar erreicht werden. Doch nur wenige Unternehmen schöpfen gezielt die verschiedenen Möglichkeiten des Eventmarketings aus. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen, die ihre Veranstaltungen oft in Eigenregie durchführen, nutzen nur einen Bruchteil des tatsächlichen Potenzials von Marketingevents.

Mit diesem Buch bietet die Autorin Melanie von Greve einen umfassenden Überblick über die Vielzahl der Veranstaltungstypen und erläutert ihre jeweilige Funktion im Marketing-Mix anhand ausgewählter Veranstaltungsbeispiele.
Die Leser werden so schnell und einfach in die Lage versetzt, aus den sich bietenden zahlreichen Instrumenten des Eventmarketings die für ihre Ziele und Zielgruppen passenden auszuwählen oder auch mehrere Marketinginstrumente sinnvoll miteinander zu verknüpfen, um Synergieeffekte zu erzielen. Zudem bietet dieses Buch viele konkrete Tipps aus der Praxis sowie erprobte Kontakt- und Serviceadressen für Recherche und Organisation.

Melanie von Graeve
Erfolgsfaktor Eventmarketing
BusinessVillage Verlag 2006
ISBN: 9783938358290 21.8 €
PDF-eBook: EB-647 16.8

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Viele Webangebote vernachlässigen die Generation 50+

Anita Arneitz am 15. Oktober 2008

Nicht nur die absolute Zahl älterer Menschen nimmt zu, sondern auch der Anteil älterer Internetnutzer. Gemäß neuer Zahlen der ARD/ZDF-Online-Studie 2007 nutzen aktuell mittlerweile 64,2 Prozent der 50- bis 59-jährigen das Internet, von den über-60-jährigen inzwischen jeder Vierte.

Mit 5,1 Millionen über-60-Jährigen sind erstmals mehr Silver Surfer im Web unterwegs als 14- bis 19-jährige. Gemäß Web-Analysen der Beratungs-Agentur netaspect aus Düsseldorf werden jedoch die Bedürfnisse älterer Onliner bei der Planung und Erstellung von Webauftritten kaum berücksichtigt. Dies verwundert umso mehr, da die Generation 50+ aktuell über eine beträchtliche Kaufkraft von 913 Milliarden Euro verfügt und eine wachsende Bereitschaft zeigt, im Internet einzukaufen.

Um die Generation 50+ im Netz adäquat und zielgerichtet anzusprechen, sind maßgeschneiderte Web-Konzeptionen unerlässlich, die sich mit verschiedenen Alterstypen, unterschiedlichen Einstellungen, Verhaltensmustern und Konsumge- wohnheiten auseinandersetzen. Zudem kommt es darauf an, den älteren Web-Surfern technisch adäquat entgegen zu kommen. Dies wiederum bedingt die Berücksichtigung zahlreicher Web Usability-Erkenntnisse.

Die Probleme älterer Internetnutzer sind vielschichtig. Orientierungs-Schwierigkeiten auf der Webseite oder Probleme mit Schriftgrößen, die sie als zu klein empfinden sind einige davon. Ebenfalls tut sich die Generation 50+ oft schwer mit Fachbegriffen und Anglizismen (z.B. Plug-In, Cookie, URL, Flash).

Aus diesem Grund rät netaspect Unternehmen dazu, sich gezielt auf diese Zielgruppe vorzubereiten und mit Nutzern aus dieser Gruppe das Webangebot zu testen. Dazu der Usability-Experte Ansgar Sporkmann von netaspect: „Um Webangebote für die Generation 50+ fit zu machen, sollten diverse Web Usability Erkenntnisse hinsichtlich der technischen, gestalterischen und der inhaltlichen Umsetzung berücksichtigt werden. Ebenso sinnvoll ist es, Webseiten vorab mit älteren Nutzern zu testen, um sicherzustellen, dass diese nicht an der Zielgruppe vorbei entwickelt wurden.“

netaspect hat zum Onlineverhalten und den speziellen Bedürfnissen der Generation 50+ eine umfassende Broschüre erstellt. Der Kurzreport dieser Informationen kann über die netaspect Homepage – www.netaspect.com – direkt heruntergeladen werden und die komplette rund 60-seitige Informationsbroschüre „Die Generation 50+ im Internet“ ist dort kostenlos bestellbar.

Weitere Informationen zu “Die Generation 50+ im Internet” befinden sich unter: www.netaspect.com/50plus

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Wie gut sind Web-2.0-Dienste?

Anita Arneitz am 15. Oktober 2008

Während Google und andere Internet-Suchmaschinen automatische Trefferlisten bieten, beziehen soziale Suchdienste wie Yahoo Clever oder Lycos iQ den Nutzer nicht nur als Fragesteller, sondern auch als Antwortgeber mit ein. Diesen Frage-Antwort-Diensten ist es gelungen, große Communities aufzubauen, über die sich die Nutzer anhand von Fragen austauschen. Zur klassischen Suche im Web entwickelt sich damit derzeit eine Alternative, die mit algorithmischen Suchmaschinen in Konkurrenz tritt, deren Potential aber noch nicht ausgelotet ist.

In dem von Dirk Lewandowski und Christian Maaß herausgegebenen Buch “Web-2.0-Dienste als Ergänzung zu algorithmischen Suchmaschinen” wird hinterfragt, inwieweit soziale Suchdienste mit klassischen Suchmaschinen konkurrieren oder diese qualitativ ergänzen. Beleuchtet wird die aufgeworfene Fragestellung aus verschiedenen Perspektiven, um auf die Bedeutung von sozialen Suchdiensten zu schließen.

In dem Buch wird ein Überblick über die verschiedenen Arten der algorithmischen, sozialen, semantischen Suchdienste und deren Mischformen gegeben und gezeigt, wie die Ergebnisqualität von Suchmaschinen durch eine Kombination verschiedener Suchdienste gesteigert werden kann. Darüber hinaus wird dokumentiert, wie Nutzer Social-Software-Systeme anwenden und diskutiert, wie sich die Relevanz von Treffern bei algorithmischen Suchmaschinen, Social Bookmarking-Seiten und Frage-Antwort-Diensten unterscheidet. Am speziellen Beispiel von Lycos iQ wird die Qualität der Antworten und deren Einbindung in die algorithmische Suche ebenso analysiert, wie die Fragen der Nutzer. Schließlich werden Empfehlungen für die Verbesserung des Taggings in Lycos iQ gegeben.

Der Band dokumentiert die Ergebnisse eines studentischen Projektes, das Prof. Dr. Dirk Lewandowski im Auftrag von Lycos Europe und T-Online am Department Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg geleitet hat.

Dirk Lewandowski ist Professor für Information Research & Information Retrieval am Department Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Davor war er unabhängiger Berater im Themenbereich Suchmaschinen und Information Retrieval sowie Lehrbeauftragter an der Universität Düsseldorf. Seine Forschungsinteressen sind Web Information Retrieval, Qualitätsfaktoren von Suchmaschinen sowie das Rechercheverhalten der Suchmaschinen-Nutzer. Neben dem bekannten Buch “Web Information Retrieval” veröffentlichte Dirk Lewandowski zahlreiche Aufsätze in der deutschen und internationalen Fachpresse.
Dr. Christian Maaß ist Leiter von Lycos Research, der Forschungsabteilung von Lycos Europe.

Lewandowski, Dirk ; Maaß, Christian (Hrsg.)
Web-2.0-Dienste als Ergänzung zu algorithmischen Suchmaschinen
Berlin: Logos, 2008
39 Euro

Weitere Informationen:

http://www.bui.haw-hamburg.de/lewandowski.html.

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Schlau ist das neue “Cool” – traditionelle Werte bei Jugendlichen hoch im Kurs

Anita Arneitz am 8. Oktober 2008

Die Hochschule der Medien hat in Kooperation mit der Jugendzeitung yaez mehr als 3.500 Jugendliche zu den Themen Partnerschaft und Jugendkultur befragt. Das Ergebnis: Traditionelle Werte stehen bei den Jugendlichen hoch im Kurs. So schätzen Jugendliche bei ihrem Traumpartner vor allem Treue und Ehrlichkeit. Zudem ist es ihnen wichtiger, dass ihr Partner intelligent ist statt cool. Angesagt sind aktive und sportliche Jugendkulturen wie Skater und Extremsportler, aber nur jeder zehnte Jugendliche rechnet sich einer dieser Jugendkulturen zu.

Geschlechterrollen und Selbstbild

Im August 2008 startete die Stuttgarter Hochschule der Medien über das soziale Netzwerk SchülerVZ eine Online-Jugendstudie und befragte Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren zu Partnerschaft, Geschlechterrollen und ihrem Selbstbild. Ausgangspunkt der Studie sind unterschiedliche jugendkulturelle Szenen, in denen sich die Jugendlichen bewegen. Eine auffallende Sympathie zeigen die Befragten für aktive und sportliche Jugendkulturen, wie etwa Skater, Extremsportler oder Graffiti-Künstler. Überraschend ist aber, dass nur wenige der Studienteilnehmer sich selbst einer dieser Gruppen zurechnen. Vielmehr bewegen sich die meisten der Jugendlichen in Rock-, Hip-Hop- und Fashion-Mainstream-Szenen, nicht aber in den ihrer Meinung nach “coolen” Kulturszenen. Am unbeliebtesten bei Jugendlichen sind die Musikszenen Gangsta-Rap und Emo.

Humor, Hilfsbereitschaft und Intelligenz

Auf die Frage nach den drei wichtigsten persönlichen Eigenschaften bei sich selbst nannten die Jugendlichen Humor, Hilfsbereitschaft und Intelligenz. Dominanz und Aggressivität lehnten sie dagegen ab. Die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist für die Jugendlichen ebenfalls ein wichtiges Thema: Der Studie zufolge sind 84 Prozent der Meinung, dass Männer und Frauen gleichermaßen für Hausarbeit und Kindererziehung zuständig sein sollten. Von ihrem Traumpartner wünschen sich die meisten Jugendlichen Sinn für Humor, Treue und Ehrlichkeit. Den Jugendlichen ist es dabei wichtiger, dass ihr Partner intelligent statt cool ist. Die Mehrheit hat keine Probleme damit, wenn ihr Partner intelligenter als sie selbst ist.

Informationen im Netz

Bei der Selbstdarstellung im Internet fallen starke geschlechtsbedingte Unterschiede auf. Insgesamt weisen nahezu alle befragten Jugendlichen eine hohe Bereitschaft auf, Informationen über sich ins Internet zu stellen (91 Prozent). Jedoch ist die Anzahl männlicher Jugendlicher, die nie Informationen von sich ins Internet stellt, mit 10,4 Prozent beinahe doppelt so hoch verglichen mit der der Mädchen (5,7 Prozent). “Für die befragten Jugendlichen ist Selbstdarstellung im Internet sehr wichtig. Vor allem Mädchen sind bereit, Fotos von sich ins Netz zu stellen. Fraglich ist allerdings, ob sie sich immer der Risiken wie z.B. Cyber-Mobbing, Missbrauch persönlicher Daten oder sogar sexuelle Belästigung bewusst sind”, sagt Petra Grimm, Professorin an der Hochschule der Medien.

Von den Befragten waren knapp 61 Prozent männlich und 39 Prozent weiblich. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Online-Studie besuchen das Gymnasium, knapp ein Viertel die Realschule, jeder Vierte eine Gesamt-, Berufs- oder Hauptschule. Jeder Zehnte befindet sich in der Ausbildung.

Die gesamte Studie wird im Oktober 2008 auf der Homepage des Studiengangs Medienwirtschaft der Hochschule der Medien in Stuttgart (http://www.hdm-stuttgart.de/mw) veröffentlicht.

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Gefährden Social-Networking-Portale die Privatsphäre?

Anita Arneitz am 5. Oktober 2008

Ob privat oder geschäftlich, immer mehr Menschen pflegen ihre Kontakt mit Hilfe von Internetplattformen, in denen sie Persönlichkeitsprofile anlegen. Diese Social-Networking-Plattformen verlangen von ihren Nutzern bei der Registrierung viele private Daten, bieten aber nur wenig Möglichkeiten, diese persönlichen Informationen vor ungewollten Zugriffen zu schützen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt, das die beliebtesten Internetplattformen zur privaten und geschäftlichen Kontaktpflege untersucht hat. “Von den getesteten Plattformen konnte keine vollständig überzeugen”, sagt Studienautor Andreas Poller vom Fraunhofer-Institut SIT. “Von der Nutzung mancher Dienstfunktionen ist sogar abzuraten, weil die Zugriffskontrollen teilweise einfach nicht funktionieren oder ganz fehlen.” Die Studie steht im Internet unter www.sit.fraunhofer.de zum Download bereit. Neben den Detailergebnissen enthält sie auch Ratschläge, wie man seine persönliche Daten in den einzelnen Plattformen am besten schützt.

Getestet wurden die Plattformen facebook, studiVZ, myspace, wer-kennt-wen, lokalisten sowie die geschäftlich orientierten Portale XING und LinkedIn. Unter den Plattformen für den privaten Gebrauch erzielte facebook das beste Ergebnis, wenngleich selbst diese Plattform erhebliche Schwächen offenbarte. Die meisten Negativbewertungen erhielten die lokalisten. Von den zwei getesten Geschäftsplattformen bietet LinkedIn bessere Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre als XING: Zum einen erlaubt LinkedIn eingeschränkt die Nutzung eines Pseudonyms, zum anderen lässt sich der Account leichter kündigen und die persönlichen Daten besser entfernen. “LinkedIn schnitt in Sachen Pseudonymisierung sogar am besten ab”, so Poller, “obwohl diese Form der Kommunikation im geschäftlichen Alltag eher wenig genutzt wird. Das hat uns schon überrascht.” Neben der Wirksamkeit der Zugriffskontrolle und deren Steuerungsmöglichkeit wurden auch die Standardkonfiguration der jeweiligen Plattform sowie deren Verschlüsselungsmöglichkeiten bewertet. “Keine Plattform konnte in allen Bereichen überzeugen, andererseits konnten wir für fast jeden Bereich einen Vertreter finden, der ausreichenden Schutz bietet”, so Poller. “Wenn man die Schutzmöglichkeiten der getesteten Angebote kombinieren würde, wäre das Ideal erreicht, aber die Plattformen scheinen kein durchgängiges Konzept zum Schutz der Privatsphäre zu verfolgen.”

Die Tester meldeten sich als Normalnutzer an, um die Einstellungsmöglichkeiten zu testen. Anschließend schlüpften sie in die Rolle des Angreifers und prüften die Wirksamkeit der Konfiguration, indem sie versuchten, an persönliche Daten aus selbsterstellten Profilen zu gelangen. Mit Hilfe spezieller Suchmaschinen kamen sie zum Beispiel in den Besitz geschützter Bilder, obwohl diese gar nicht für die Öffentlichkeit freigegeben waren. Auch die politische Orientierung oder der Familienstatus ließ sich trotz Sperrung der Daten ermitteln, und selbst nach Aufgabe der Mitgliedschaft blieben bei einer Plattform die persönlichen Gästebuch- und Foreneinträge bestehen. “Das kann für den Benutzer mitunter sehr peinlich werden. Aber auch Phishingbetrüger und Angreifer, die es auf Firmengeheimnisse abgesehen haben, freuen sich natürlich über solche Informationen. Denn damit können sie sich leichter das Vertrauen der Nutzer oder anderer Personen erschleichen”, sagt Poller.

Ziel der Studie ist es, ein erstes Rahmenwerk für die Beurteilung des Privatsphärenschutzes von Plattformen zur Pflege sozialer Netzwerke aufzustellen. Dieses Privatsphäre-Modell lässt sich auch durch juristische Prüfungen, Whiteboxtests oder andere Elemente erweitern und kann so als Grundlage für weiterführende Evaluierungen dienen.

Weitere Informationen:

http://www.sit.fraunhofer.de/fhg/Images/SocNetStudie_Deu_Final_tcm105-132111.pdf

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