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Green IT: Vom Umweltsünder zum Klimaretter?

Anita Arneitz am 30. August 2008

IT ist ein wesentlicher Energiekonsument und erzeugt weltweit CO2-Emissionen von etwa 600 Millionen Tonnen pro Jahr. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von knapp 320 Millionen Kleinwagen. Zur Kompensation wären 60 Milliarden Bäume erforderlich. Das geht aus einer aktuellen Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney hervor, die heute im Rahmen einer Pressekonferenz in München vorgestellt wurde. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen wird der durch die Unternehmens-IT verursachte CO2-Ausstoß pro Jahr in Deutschland bis 2020 um 60 Prozent auf 31 Millionen Tonnen ansteigen. Dabei ist vor allem auch die IT-Industrie mit innovativen Konzepten und Lösungen zur Senkung des Energieverbrauchs gefordert. Darüber hinaus können Unternehmen durch IT-gestützte Innovationen und die aktive Mitgestaltung der CO2-Strategie durch die IT ihre gesamte Energiebilanz nachhaltig verbessern. Dies gilt ganz besonders für die Produktion und Logistik energieintensiver Branchen wie beispielsweise Energie, Stahl und Chemie.

“Green IT steht bei den meisten CIOs ganz oben auf der Agenda”, sagt Dr. Marcus Eul, Partner bei A.T. Kearney und Experte für strategisches IT-Management: “Die IT befindet sich aktuell in einer ‘Zwickmühle’ zwischen ökologischen und ökonomischen Anforderungen. Einerseits muss sie bei weiterhin bestehendem Kostendruck leistungsfähiger werden. Das führt zu mehr CO2-Emission. Andererseits muss der CO2-Ausstoß sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rechenzentrums reduziert werden.”

Der jährliche CO2-Ausstoß der Informations- und Kommunikationstechnologie entspricht in etwa dem Niveau von 320 Millionen Kleinwagen. Wichtigster Treiber für den rapiden Anstieg des weltweiten Stromverbrauchs von Rechenzentren ist vor allem die global rasant steigende Nutzung internetbasierter Dienste mit jährlichen Wachstumsraten von 34 Prozent, z.B. für den Warenhandel und -verkauf sowie für die Kommunikation und Informationsgewinnung. Hinzu kommen die Zunahme der IT-unterstützten Zusammenarbeit von weltweit verteilten Expertenteams und die Steuerung globaler Unternehmensnetzwerke auf Basis von Internettechnologien. Ganz konkret bedeutet das einen immer höheren Stromverbrauch für Hardwarebetrieb und -kühlung.

Klimaschutz durch Green IT

Durch eine konsequente Umsetzung von bereits bekannten Energiesparkonzepten kann die IT ihren eigenen CO2-Ausstoß in Summe etwa halbieren. Die wichtigen Maßnahmen dazu sind die Reduktion der physischen Server durch die Virtualisierung und Harmonisierung von Anwendungen. Da Server erfahrungsgemäß durchschnittlich nur weniger als ein Drittel ausgelastet sind, würde dies allein in Deutschland eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um etwa fünf Millionen Tonnen pro Jahr bedeuten. Durch energieeffiziente Kühllösungen für bestehende Systeme und ein optimiertes Gebäudedesign für zukünftige Rechenzentren könnte etwa eine Million Tonnen CO2 eingespart werden. Green IT bedeutet zudem den Einsatz energieeffizienter Hardware und unter Umständen auch ein Auslagern von Hardware und Betrieb an energieeffiziente Dienstleister, die Leerkapazitäten besser auslasten können. Durch diese Maßnahmen ließe sich der CO2-Ausstoß um weitere 4 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren.

Daneben sollten die IT-Nutzer beispielsweise durch regelmäßige Energiemessungen, Labeling der Hardware mit Energieeffizienzklassen – ähnlich wie bei Haushaltsgeräten – und Energietransparenz für einen stromsparenden Umgang mit Notebook und PC sensibilisiert werden. Darüber hinaus gilt es, den Einsatz erneuerbarer Energien genau zu prüfen, um die CO2-Bilanz der IT weiter zu optimieren.

Von Green IT zu Green Business

Neben den eigenen CO2-Reduzierungspotenzialen ist die IT einer der wichtigsten Hebel für ein grünes, emissionsreduziertes Kerngeschäft des gesamten Unternehmens. “Green IT ist die Pflicht des CIOs, mit Green Business gelingt ihm die Kür zu mehr Klimaschutz, und die IT wird zum Klimaretter”, sagt Holger Röder, Partner bei A.T. Kearney: “Da durchschnittlich mehr als 97 Prozent der CO2-Emission eines Unternehmens durch das Kerngeschäft verursacht werden, haben entsprechende Maßnahmen in diesem Bereich auch eine sehr viel höhere Wirkung, als wenn man nur die IT betrachten würde, die nur für 3 Prozent der Emissionen steht.”

Für die IT gibt es die Chance, die CO2-Strategie eines Unternehmens aktiv mit zu gestalten und alle Bereiche des Kerngeschäfts mit IT-unterstützten Innovationen zur CO2-Reduktion zu unterstützen:

So erreichen Finanzdienstleiter durch die weitere Forcierung des Online-Bankings weniger Kundenverkehr und reduzieren den Papierverbrauch. Bargeldloser Zahlungsverkehr bedeutet auch geringere Produktion von Bargeld und weniger Bargeldtransporte.

Telekommunikationsunternehmen sollten vermehrt auf die Nutzung zentraler Dienste setzen wie beispielsweise T-Net Box und damit den Einsatz zahlreicher dezentraler Hardware vermeiden. Der verstärkte Einsatz energieeffizienter Netzwerk-Hardware und von intelligentem Powermanagement insbesondere für Basisstationen würde dazu führen, nachhaltig Energie zu sparen.

Für Autohersteller lohnt sich der Einsatz softwarebasierter Energiesparfunktionen in Autos, zum Beispiel durch Auto-Start-Stop-Funktionen. Computerunterstütztes Design und Simulation in der Produktion sowie eine klimaeffiziente Steuerung der Wertschöpfungskette in den Bereichen Kapazitätsauslastung, Netzwerkdesign und Transporte mittels Best Practice PPS-Systeme würden den CO2-Ausstoß nachhaltig verringern.

Im Bereich Handel bedeutet effektive Steuerung der Filial- und Zentrallagerbelieferung und der lokalen Beschaffung weniger Verkehr und damit weniger Schadstoffausstoß. Zudem kann die IT mit der Bereitstellung von Handelsplattformen nachhaltig dazu beitragen, die vorhandenen Frachtkapazitäten besser auszulasten.

Energieunternehmen profitieren von einer optimierten IT-Steuerung der Erzeugung durch intelligente Merit Order Systeme, weniger manuelles Ablesen der Zähler durch verstärkten Einsatz von “Smart Metering” und eine CO2-optimierte Steuerung der Stoffströme in der Erzeugung. Branchenübergreifend reduzieren Videokonferenzen und neue IT-gestützte Entscheidungsmodelle die CO2-Emissionen im Tagesgeschäft.

Green IT bedeutet Ökologie und Kostenoptimierung zugleich

“Das Thema Nachhaltigkeit wird für die Unternehmen immer wichtiger. Die zahlreichen Beispiele aus dem Bereich Green IT zeigen, dass dabei – nicht zuletzt auch aufgrund stetig steigender Rohstoffpreise – eine ökologische Optimierung der Geschäftsprozesse meist auch eine Kostenoptimierung mit sich bringt”, sagt Eul: “Mit Hilfe der IT können Unternehmen diese Initiativen noch sehr viel besser steuern und kontrollieren und verbessern so ihre Profitabilität und schonen gleichzeitig die Umwelt.”

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Frauen surfen anders

Anita Arneitz am 22. August 2008

Im Internet herrscht heute ein fast ausgeglichenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen, obwohl noch 1998 doppelt so viele Männer wie Frauen das Web nutzten. Allein in den letzten drei Jahren haben 4,5 Mio. Frauen das Internet neu für sich entdeckt, so die grosse Allensbacher Computer- und Technikanalyse (ACTA), die das Institut für Demoskopie Allensbach jährlich mit rund 10 000 Interviews unter 14- bis 64jährigen durchführt.

Dabei haben Frauen online nicht nur andere Interessen als Männer, sondern auch ein anderes Surfverhalten. Zu den spezifischen Verhaltensweisen von Frauen im Web hat netaspect in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Allensbach – ein eigenes Webangebot erstellt. Dieses Webangebot bietet zahlreiche Informationen darüber, was Frauen von Männern im Web unterscheidet.

Dr. Edgar Piel vom Institut für Demoskopie Allensbach: “Heute nutzen 75 Prozent der jüngeren Frauen unter 30 Jahren und 79 Prozent der jüngeren Männer das Netz. Am intensivsten und neu auf das Internet hin bewegt hat sich in den letzten drei Jahren bei den Frauen die Altersgruppe der 30- bis 49jährigen mit einer Zuwachsrate von 22 Prozentpunkten”.

“Bei der Konzeption von Internetauftritten werden häfig spezifisch weibliche Anforderungen missachtet und zahlreiche Chancen verpasst, Informationen an die Frau zu bringen”, meint dazu Jennifer Apitz, Gründerin der Düsseldorfer Beratungsagentur netaspect.

Umfangreiche Informationen zu weiblichem Surfverhalten unter: www.frauen-surfen-anders.de

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Neue Wege zum Dialog mit Kunden

Anita Arneitz am 22. August 2008

Interaktives Marketing nutzt neue Zugänge zu den Märkten. Bisher dominierte die Kommunikation von Unternehmen an Kunden, heute spielt zunehmend der Dialog eine Rolle, auch zwischen Kunden oder innerhalb von Communities. Web 2.0, Blogs oder Kundennetzwerke verunsichern Verantwortliche in Kommunikation und Marketing. Ein neues Buch “Interaktives Marketing”, erschienen im Gabler Verlag, gibt eine Orientierung und zeigt die Chancen.

Autoren aus Wissenschaft und Praxis präsentieren innovative Ansätze bei der Einbindung neuer Medien in die bestehenden Marketingaktivitäten und zeigen auf, wie sich diese in Bereichen wie Dialogmarketing, Customer Relationship Management und Community Marketing erfolgreich anwenden lassen. Dabei weisen sie auf die Regeln im Umgang mit den neuen Medien hin und gehen der Frage nach, welchen Mehrwert das „Mitmach-Web“ tatsächlich bietet. Zur Veranschaulichung werden aktuelle Ergebnisse aus der Forschung sowie Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmen (BMW Group, Henkel KGaA, Deutsche Bahn AG etc.) integriert.

Prof. Dr. Christian Belz ist Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und Leiter des Instituts für Marketing und Handel.
Prof. Dr. Marcus Schögel ist Dozent für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und Leiter des Kompetenzzentrums Distribution und Kooperation des Instituts für Marketing und Handel.
Oliver Arndt und Verena Walter sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Kompetenzzentrum Distribution und Kooperation des Instituts für Marketing und Handel an der Universität St. Gallen.

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Nutzungsverhalten deutscher Journalisten

Anita Arneitz am 20. August 2008

Die PR-Agentur vibrio. Kom­mu­ni­ka­tions­management Dr. Kausch, Unterschleißheim, spezialisiert auf Technologie-PR in Deutschland, Österreich und der Schweiz, stellt die Ergebnisse einer Journalistenbefragung zum Thema Web 2.0 vor. Im Auftrag von Oracle Deutschland befragte die Agentur im Mai 2008 deutsche Journalisten von IT-Fachmedien, Tageszeitungen, Online-Medien und Rundfunk zu ihrer Erfahrung und Meinung in Bezug auf Web 2.0. Die veröffentlichte Kurzfassung der Analyse basiert auf einer Stichprobe von 82 Antworten. Einen Einblick in die Studie gibt es auf http://www.pr-journal.de/index.php?option=com_content&task=view&id=6351&Itemid=2

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Cross-Marketing

Anita Arneitz am 18. August 2008

Die Konsumenten ertrinken in einem Meer von über 1000 Werbebotschaften täglich. Marken werden austauschbar, Werbung verpufft – vom Konsumenten – unbemerkt. Wie hebt man die eigene Marke aus dem Angebotswirrwarr hervor? Wie erreicht kann man mit weniger Budget neue Zielgruppen, erschließt neue Vertriebswege und Verkauft obendrein noch mehr? Das Buch Coss-Marketing – Allianzen die stark machen ist im BusinessVillage Verlag erschienen und geht den Fragen auf den Grund.

Steigender Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck und immer knappere Marketingbudgets verlangen nach neuen Marketingideen. Mit Cross-Marketing, einem viel versprechenden Trend, können Unternehmen – aller Größen – neue Marktpotenziale erschließen und Kosten einsparen. Die Strategie, die sich dahinter verbirgt ist so genial wie einfach. Anstatt als „Einzelkämpfer“ Marketing-Budgets zu „verschleudern“ nutzt Cross-Marketing die Synergieeffekte, die in der Zusammenarbeit zweier Unternehmen stecken. Kaum ein Marketing-Instrument kann bei vergleichsweise schmalem Budget so viel bewirken – für beide Seiten.

Die Autoren zeigen anschaulich und praxisorientiert, wie sich mit komplementären Marktpartnern Produkte und Dienstleistungen kosteneffizient vermarkten lassen. Von der Konzeption, über die Partnerwahl bis hin zu wichtigen vertraglichen Aspekten führt Sie dieses Buch praxisorientiert durch die Welt des Cross-Marketings.

Viele Checklisten und der Cross-Marketing-Ideen-Guide machen es einfach, zielgerichtet eigene Cross-Marketing-Kampagnen zu entwickeln und passende Partner zu finden.

Der Leser erfährt:

  • wie er seine Cross-Marketing-Strategie entwickelt.
  • wie er schrittweise eine Cross-Marketing-Kampagne umsetzt.
  • Lösungsansätze für die typischen Probleme
  • welche vertraglichen Aspekte fixiert werden sollten.

Tobias Meyer, Michael Schade
Cross-Marketing – Allianzen, die stark machen
BusinessVillage Verlag 2007
ISBN: 9783934424852 21.8 €
PDF-eBook: EB-612 16.8

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Innovationspreis Pflegemanagement 2008

Anita Arneitz am 17. August 2008

Der Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen e.V. BALK schreibt zum ersten Mal den mit 5000 EURO dotierten Innovationspreis für Nachwuchsführungskräfte im Pflegemanagement aus. Das ZePP – Zentrum für Angewandte Pflegeforschung, Pflegeökonomik und -wirtschaftslehre an der Katholischen Fachhochschule Freiburg organisiert die Ausschreibung, koordiniert die Vergabe und ist Mitglied der Jury. Bewerbungsfrist ist der 31. Oktober 2008.

 

Neue Aufgabenfelder in der Pflege stellen große Herausforderungen an das Personalmanagement. Mit dem Innovationspreis Pflegemanagement sollen daher innovative Konzepte zum Thema Betriebliche Gesundheitsförderung durch Personalentwicklung in stationären wie ambulanten Einrichtungen des Gesundheitswesens ausgezeichnet werden.

Die Arbeit in der Pflege ist körperlich und psychisch sehr belastend: Schichtarbeit, schweres Heben und Umlagern oder Umbetten von Patienten, der Umgang mit schwer pflegebedürftigen Bewohnern, die Konfrontation mit Krankheit, Tod und Sterben sind einige der Faktoren, die sich auf die Gesundheit der Pflegenden auswirken können. Verschärft werden die Arbeitsbedingungen durch zunehmenden Kostendruck und Personalknappheit. Die Förderung von Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter im Pflegedienst ist daher von besonderer Bedeutung für das Pflegemanagement.

Pflegende in Leitungsfunktionen und Absolventen von Studiengängen des Pflegemanagements können sich für den neuen Preis im Pflegemanagement bewerben.

Die Jury setzt sich aus Vertretern der Pflegewissenschaft der Katholischen Fachhochschule Freiburg und einem Vertreter des Pflegemanagements der BALK Landesgruppe Schleswig Holstein zusammen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des BALK-Pflegekongresses am 23. und 24. Januar 2009 in Berlin statt.

 

Weitere Informationen:

http://www.kfh-freiburg.de – Detallierte Bewerbungsinformationen

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Sind Kunden die besseren CEOs?

Anita Arneitz am 14. August 2008

Das Phänomen des emanzipierten Kunden gewinnt im Zeitalter von Digitalisierung und Web 2.0 für Unternehmen immer mehr an Bedeutung und macht ein Überdenken der bisherigen Unternehmensstrukturen notwendig. Während derzeit erst 17 Prozent der Unternehmen der neuen Macht der Kunden eine hohe bis sehr hohe Bedeutung beimessen, wird die „Customer Energy“ bis 2015 bereits für drei Viertel der Unternehmen zum kritischen Erfolgsfaktor. Unternehmen, denen es nicht gelingt, Kunden in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren, müssen bis 2015 mit Umsatzeinbußen von bis zu 16 Prozent rechnen. Dies geht aus einer internationalen Studie der Top-Managementberatung A.T. Kearney hervor, für die gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut IPSOS branchenübergreifend 3.000 Verbraucher sowie Unternehmen befragt wurden. Durch die Nutzung der „Customer Energy“ können enorme Umsatzsteigerungen sowie Kostenoptimierungen von durchschnittlich 5 bis 7 Prozent auf jeder einzelnen Wertschöpfungsstufe erzielt werden. Um diese weitreichenden Möglichkeiten zu nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, sollten Unternehmen Kunden nach ihrem Energiepotenzial segmentieren, ihre Unternehmensstrategie radikal überdenken und ihre Kunden beispielsweise durch offene Plattformen vor allem besser in die Produktentwicklung einbinden.

„Das Phänomen der Customer Energy an sich ist nicht neu, hat durch die Digitalisierung und Web 2.0 jedoch eine andere Qualität erhalten. Zielte Web 2.0 auf den Austausch zwischen den Internet-Usern, beschreibt Customer Energy die Beziehung von Kunden und Interessenten zum Unternehmen“, sagt Dr. Martin Fabel, Principal bei A.T. Kearney und Leiter der Studie. „Beispiele wie Wikipedia, Tripadvisor, YouTube oder Ebay verdeutlichen, dass sich das Verhalten der Konsumenten in den letzten Jahren verändert hat. Der moderne, emanzipierte Kunde akzeptiert nicht mehr länger stillschweigend als reiner Konsument seinen Platz am Ende der Wertschöpfungskette, sondern nutzt vor allem das Internet aktiv für seine neue Rolle als Entwickler, Produzent und Kritiker von Produkten. Auf diese neue Macht des Kunden müssen sich Unternehmen einstellen und ihr begegnen, wollen sie wettbewerbsfähig bleiben.“

Die Bedeutung von Customer Energy und die Chancen, die sich aus deren Nutzung ergeben, haben viele Unternehmen zwar bereits erkannt – das damit verbundene Potenzial jedoch in den wenigsten Fällen bereits ausgeschöpft. Die A.T. Kearney-Studie zeigt, dass bereits heute etwa jedes fünfte Unternehmen (17 Prozent) der Customer Energy einen erfolgskritischen Stellenwert beimisst und dieser weiter signifikant steigen wird. Für 2010 halten 43 Prozent und für 2015 sogar 75 Prozent der befragten Unternehmen das Nutzen der Kundenenergie für sehr wichtig. Insbesondere der Handel, Unterhaltungselektronik-, Telekommunikations- und Medienindustrie erwarten, dass Customer Energy immer mehr an Bedeutung gewinnt, während für die Energie- und Versorgungswirtschaft, die Automobilindustrie und den Bereich Banken die Bedeutung geringer eingeschätzt wird.

Die Studie macht deutlich, dass sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette Kostenoptimierungen durch die Nutzung der Customer Energy realisieren lassen. Für jede einzelne Stufe belaufen sich diese auf durchschnittlich 5 bis 7 Prozent. Für den Handel ergibt sich beispielsweise durch die Einbindung der Kunden in den Bereich Innovation und Sortimentsbildung ein Kostenverbesserungspotenzial von 17 Prozent.

Branchenübergreifend sehen die Unternehmen bis 2015 insbesondere in den Bereichen Customer Care und Marketing das größte Potenzial und rechnen bis 2010 mit einer Umsatzsteigerung von durchschnittlich 7 bzw. 4 Prozent. Die Kunden selbst wünschen allerdings bereits viel früher in den Wertschöpfungsprozess einbezogen zu werden. Dies gilt insbesondere für Innovation, in die 39 Prozent einbezogen werden möchten, und den Bereich Qualitätsmanagement (47 Prozent).

Defizite im Managen der Kundenbeziehungen

„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass die Unternehmen ihre aktiven und kreativen Kunden vielfach gar nicht erreichen“, so Fabel: „54 Prozent der befragten Unternehmen kennen ihre Kunden nicht, die über eine hohe Customer Energy verfügen und bieten weder einen Kanal noch einen Prozess an, um mit ihnen in Interaktion zu treten. Im Bereich Banken und Versicherungen sowie in der Telekommunikationsindustrie ist der Anteil mit 80 bzw. 70 Prozent noch viel höher. „Dieses Ergebnis ist umso erstaunlicher, da insbesondere Branchen wie Banken und Versicherungen, Telekommunikation, Travel und Transportation sowie Energie- und Versorgungswirtschaft durch ihre Vertragskundenstruktur und Customer Relationship Management (CRM) ihre Kunden besser kennen müssten“, führt Fabel weiter aus.

Diese Ergebnisse decken sich mit der Einschätzung der Konsumenten und offenbaren enorme Defizite im Management der Kundenbeziehungen: Vier von fünf der befragten Endverbraucher sind der Meinung, dass 81 Prozent der Unternehmen ihr produktives Potenzial noch nicht erkannt haben. 60 Prozent der Konsumenten ist schlicht nicht bekannt, wie sie zur Wertschöpfung eines Unternehmens beitragen können. Vor allem die Medienindustrie scheint auf den Austausch und den Dialog mit den Kunden noch nicht vorbereitet zu sein: Hier wissen 80 Prozent der befragten Konsumenten nicht, über welche Kanäle sie Kontakt zu den Unternehmen aufnehmen können. Lediglich 11 Prozent der Befragten gaben an, zu wissen, dass ihre Anregungen und Beiträge auch angenommen wurden.

„Welche Folgen es haben kann, die Bedürfnisse und Fähigkeiten seiner Kunden nicht zu kennen und ihnen nicht auf Augenhöhe zu begegnen, hat die Musikindustrie in den letzten Jahren leidvoll erfahren müssen und letztlich mit einem enormen Umsatzeinbruch bezahlt“, stellt Fabel fest: „Die Musikindustrie hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und es versäumt, die Energie ihrer Kunden in ihre eigenen Geschäftsprozesse einzubinden. Die bessere digitale Vernetzung hat es den Kunden ermöglicht, eigene Weg bei der Produktion und dem Vertrieb von Musik zu beschreiten.“

Immerhin 5 Prozent aller Konsumenten sind bereit, eine Stunde oder mehr ihrer Zeit für „ihr“ Unternehmen zu investieren – unter den ganz aktiven potenziellen Content-Lieferanten sind es sogar 11 Prozent. Die Motivation hierfür ist insbesondere Neugier, die über 50 Prozent der befragten Konsumenten als Hauptgrund angeben. Aber auch soziale Anerkennung (30 Prozent) und finanzielle Motive (31 Prozent) sowie Spaß (26 Prozent) spielen eine große Rolle. In dieser Frage überschätzen sich die meisten Unternehmen allerdings: Sie sehen vor allem die Identifizierung mit der Marke und Verbraucherfreundlichkeit als zentrale Beweggründe an. Eine wichtige Erkenntnis für viele Unternehmen: Ohne gezielte Aktivierung der Content-Ersteller bleibt eine Web 2.0-Plattform eine IT-Investitionsruine. Erst wenn die Angebote für die eigene Einbringung auch ausreichend genutzt werden, entsteht auf einer Internetseite Traffic, der sehr schnell für das Unternehmen wirtschaftlich bedeutsam wird.

Wettbewerbsvorteile schaffen durch Customer Energy

„Unternehmen, die ihre Kunden kennen und denen es gelingt, die Customer Energy gezielt zu nutzen, können nachhaltige Wettbewerbsvorteile entlang der gesamten Wertschöpfungskette erzielen“, sagt Fabel: „Sie müssen sich die Chancen, die die Nutzung der Customer Energy birgt, bewusst machen und bereit sein, einen Teil der Kontrolle und Verantwortung auf die Kunden zu übertragen.“

Dabei gilt es, Risiken und Vorteile entlang der verschiedenen Wertschöpfungsstufen zu bewerten und eine Strategie zu definieren und zu implementieren, die auf den Grundsätzen der Customer Energy basiert und über die herkömmlichen Formen des Kundenmanagements (CRM) hinaus geht. Zudem sollten Unternehmen ihre Internetstrategie überdenken, um die Kunden beispielsweise über offene Plattformen besser in die Produktentwicklung zu integrieren und damit zu einer nachhaltigen Verbesserung des Innovationsmanagements beitragen.

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Neue Spielregeln beim PR-Staatspreis

Anita Arneitz am 13. August 2008

Der Public Relations Verband Austria (PRVA) hat zum 25. Mal den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit ausgelobten Staatspreis für Public Relations ausgeschrieben. Das Ministerium möchte mit der Stiftung dieses Preises die professionelle Öffentlichkeitsarbeit österreichischer Unternehmen und Institutionen fördern und auszeichnen.

Im Jubiläumsjahr des Staatspreises gibt es auch einige Neuerungen: Erstmals wird der Staatspreis in mehreren Kategorien ausgeschrieben; der Staatspreisträger erhält neben der obligaten Urkunde eine Trophäe des Wirtschaftsministeriums. Alle nominierten Projekte werden überdies in einer Publikation des Ministeriums präsentiert. Die Teilnahmegebühr wurde auf 290 Euro herabgesetzt, eine in Zeiten der allgemeinen Teuerung vermutlich willkommene Maßnahme!

Unternehmen aus allen Wirtschaftsbranchen, Institutionen, Organisationen und Verbände sind ab sofort eingeladen, bis 19. September 2008 Kommunikationskonzepte und -projekte in den Kategorien interne Kommunikation, Non-Profit, Consumer-PR, Corporate Publishing, Corporate-Themen und Public Affairs einzureichen. Der Gewinner des Staatspreises wird aus dem Kreis der Siegerprojekte in den einzelnen Kategorien und somit für den Staatspreis Nominierten gekürt und bei der PR-Gala bekanntgegeben. Besonders bewertet werden Professionalität in Konzeption, Durchführung und Evaluation, Nachhaltigkeit sowie Originalität und Effizienz in der Entwicklung und Umsetzung. „Mit der Einführung verschiedener Kategorien entsprechen wir einem vielfach geäußerten Wunsch unserer Branche. Wir lösen damit das Problem der Vergleichbarkeit und hoffen auf noch mehr Einreichungen“, so PRVA-Präsident Martin Bredl.

Die Projekte oder Kampagnen müssen im Zeitraum zwischen dem 1. Jänner 2007 und dem 30. Juni 2008 abgeschlossen worden sein. Teilnahmeberechtigt sind sowohl juristische als auch physische Personen sowie in Österreich ansässige Personengesellschaften des Handelsrechts. Einreichen können Auftraggeber ebenso wie PR-Agenturen oder PR-Berater. Die Verleihung des PR-Staatspreises und der Auszeichnungen für die maximal sechs Kategoriensieger/Nominierungen wird auch heuer wieder im Rahmen der PR-Gala im November stattfinden.
Im Vorjahr ging die begehrte Auszeichnung an die Agentur alphaaffairs für den Schulwettbewerb „Check Deinen Snack mit Jack the Snack“ im Auftrag von SPAR Österreich.

Alle Informationen zum Staatspreis 2008 und der vollständige Ausschreibungstext zum Download unter http://www.prva.at/events/staatspreis_a.html.

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Internet nimmt klassischen Medien rapide Marktanteile ab

Anita Arneitz am 12. August 2008

Der “Netzökonom” Holger Schmidt beschreibt und analysiert in der FAZ Community die Internet-Wirtschaft, in der es spannend wie nie zugeht. Ganz aktuell gibt es neues Material zum Thema  Marktanteile und Nutzung von Medien. Hier weiterlesen: http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2008/07/15/informationsverhalten-internet-gewinnt-print-verliert.aspx

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Zukunftsforschung inside

Anita Arneitz am 10. August 2008

Haben Sie sich nicht schon immer gefragt, wie „die von einem Zukunftsinstitut“ eigentlich aussehen und wie Zukunftsforschung gemacht wird? Virtuell gibt es jetzt einen kleinen Einblick in das Geschehen.  Hier geht’s zum gut gemachten Image-Film des Zukunftsinstitutes: www.zukunftsinstitut.de/imagefilm

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