Blog vs. Journalismus
Für etlichen Wirbel in der Branche hat der Artikel von Wolf-Dieter Roth in der Medienlese gesorgt. Er thematisiert das leidige Thema Blog vs. Journalismus und schreibt gleich zu Beginn:
“Gestandene Journalisten toben und schimpfen, im Internet stünde nur Müll, und in Blogs sowieso. Gestandene Blogger toben und schimpfen, auf totem Baum stünde nur Müll, und in Online-Portalen sowieso. Schließlich wagt es auch noch ein FAZler, JEHOVA zu rufen, indem er das Wort “Blogjournalismus ” kreiert. Ja Iiiih! “Also mit DENEN wollen WIR doch nichts zu tun haben”. Da sind sich beide schimpfenden Seiten plötzlich einig.”
Ein sehr gut aufgebauter Artikel mit einer geballten Ladung an Dingen, die endlich mal ausgesprochen gehört werden. Sicher hat der gestandene Journalist mit den Beiträgen von Möchte-Gern-Journalisten zu kämpfen. Tatsache ist auch, dass jüngere Journalisten in der Praxis immer schlechter ausgebildet werden und zum Allrounder mutieren. Sie müssen nicht nur gut schreiben und recherchieren, was ja an für sich schon nicht leicht ist, zudem müssen sie noch Fotografen sein, Grafiker, das Layout selbst setzen, den Videomitschnitt von der Pressekonferenz schneiden und online stellen… Und die Konkurrenz wird nicht kleiner. Jeder kämpft um seine paar Zeilen in der Zeitung, für ein Honorar, das jenseits von Gut und Böse ist. Aber “gestandene” Journalisten stehen drüber. Auch über die Blogdiskussion. Schließlich sind Blogger und Journalisten nicht Feinde. Das Web 2.0 ist groß genug für beide – für bloggende Journalisten und journalistische Blogger.
