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Neuigkeiten und aktuelle Termine in meinem Blog

PR-Workshop für Architekten, Bauunternehmen und Immobilienbüros

admin am 13. März 2012

Architekten, Bauunternehmen und Immobilienbüros setzen die tollsten Projekte für ihre Kunden um, aber vergessen im Geschäftsalltag ganz darauf ihre Erfolgsprojekte auch für die eigene PR zu nutzen. In einem völlig neuen PR-Workshop bekommen Sie von PR-Expertin Katharina Hofer-Schillen und Journalistin Anita Arneitz Tipps, wie sie ihre Leistungen stärker ins öffentliche Scheinwerferlicht stellen und damit ihr Empfehlungsmarketing ordentlich ankurbeln.

„Aus unserer Arbeit wissen wir, dass in vielen heimischen Betrieben viele interessante Geschichten und Erfolgsprojekte in den Schubladen schlummern“, erzählen die Profis. Beide bringen eine große Erfahrung aus dem Bereich Bauen und Wohnen mit und haben für die Teilnehmer viele Tipps vorbereitet. „Mit einfachen Kniffen können Sie Ihrer Öffentlichkeitsarbeit neuen Schwung geben“, unterstreicht Hofer-Schillen. Alle, die lieber „unter vier Augen“ Ihre nächsten PR-Schritte besprechen möchten, können neben dem Seminar ein individuelles PR-Coaching oder einen firmeninternen Workshop buchen.

Termine in Kärnten:

31. Mai 2012, Der Weber (das 1. Kärntner Energie Plus Haus in Kärnten), Hermagor

14. Juni 2012, Congresshotel Holiday Inn, Villach

jeweils 9 bis 17.30 Uhr

Workshopgebühr: 390 Euro + 20 % Mwst inkl. Verpflegung

Anmeldung und weitere Infos: www.schillen-friends.com

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Live aus China

Anita Arneitz am 6. Januar 2012

Die gebürtige Villacherin Cornelia Vospernik ist erste ständige ORF-Korrespondentin in China. Im Gespräch mit der Kärntnerin gibt sie Einblick in ihre Arbeit und das Leben in Peking.

Sie sind in Kärnten aufgewachsen. Was sind Ihre liebsten Kindheitserinnerungen?
Stundenlang auf dem Dachboden zu spielen oder unbeschwert durch die Landschaft zu streifen. Ich glaube, dass das heute nur noch die wenigsten Kinder können.
Wollten Sie von klein auf Journalistin und Dolmetscherin werden?
Ich wollte schon mit 15 Journalistin werden und hatte in diesem Alter auch mein erstes Praktikum. Dolmetsch habe ich studiert, weil es hieß, “ich solle etwas studieren”. Es war das richtige Studium für mich, denn ich bin ein praktischer Mensch und habe damit eine zweite Ausbildung erhalten und auch gerne als Simultandolmetscherin gearbeitet. Außerdem glaube ich, dass die Konzentration beim Dolmetschen ein gutes Training für meine heutige Arbeit war: Man lernt, blitzschnell das Grundlegende zu erfassen und es für die Zielgruppe wieder zu geben, ohne zu stottern.
Wie war Ihr Einstieg in die Medienwelt?
Ich war Ferialpraktikantin an der slowenischen Abteilung des ORF. Dort ging es so locker zu, dass man mich sofort mit einem Radio-Aufnahmegerät hinaus geschickt hat. Ich habe erst Radio, dann Fernsehen “learning by doing” erlernt, in einer Zeit, in der wir das Glück hatten, von perfekten Technikern betreut zu werden. Obwohl wir im Radio längst nicht mehr mit Bändern arbeiten, wende ich einige Tricks noch immer an. Und was Bildsprache ist, habe ich gelernt, weil ich mit Kameraleuten, die von Akademien kamen, angefangen habe.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Entscheidung nach China zu gehen?
Die Herausforderung war eine doppelte: Erstens konnte ich die Sprache nicht und zweitens ging es in China darum, ein Büro völlig neu aufzubauen, was ich in meiner Zeit in London nicht musste oder besser, nicht die Ehre hatte, zu tun. Letzteres war das wirklich Spannende. Ich konnte sozusagen die Berichterstattung aus einem Land für den ORF völlig neu “erfinden”. Das ist eine einmalige Erfahrung. Und ich kann heute sagen, dass dieses Büro etabliert ist, gut läuft und ich es einmal mit Freude übergeben kann. Und das ist eine Nachhaltigkeit, die man als Journalist auch nicht alle Tage hat.
Was fasziniert Sie an China?
Kurzum: alles. Diese allgegenwärtige Widersprüchlichkeit, zwischen dem politischen System und der Wirtschaft, Stadt und Land, Reichtum und Armut, ist ein nicht enden wollender Quell an Geschichten. Mich fasziniert auch das Hässliche, das Abstoßende. Mich fasziniert, wie sich Dinge aus chinesischer Sicht völlig anders darstellen als aus westlicher. Das erweitert mein Denken und meine Weltsicht. Mich fasziniert, bei einem Experiment Zeugin zu sein. Ich beobachte den Aufstieg eines Landes, von dem heute niemand sagen kann, wie es in 30 Jahren aussehen wird.
Wie kann man sich die Arbeit als Korrespondentin in China vorstellen?
Für Korrespondenten gibt es keinen geregelten Tagesablauf. Wenn eine große aktuelle Geschichte “ausbricht”, beginnt die Berichterstattung mit den Radio-Frühnachrichten und endet mit der ZiB. Man kann 20-Stunden-Tage haben, was zum Glück nicht oft vorkommt. Was aktuell planbar ist, wird voraus geplant. Daneben suche ich immer selbst nach Geschichten, von denen ich hoffe, dass sich die Produktion nicht mit irgendeiner Aktualität überschneiden wird. Der überwiegende Teil der Geschichten aus China sind Angebote von mir an die Zentrale, nicht Bestellungen. Und ich arbeite für alle. Wenn es die Kapazität erlaubt, mache ich Geschichten für Landesstudios, ich beliefere Ö3, ich plaudere immer wieder mit FM4, ich habe in Peking zwei Dokumentationen gedreht und nehme gerade eine neue lange Sendung in Angriff. Also: Korrespondenten müssen Universalisten sein. Und mir macht es großen Spaß, für zwei Medien und verschiedene Abteilungen zu arbeiten.

Wie ist das Leben als Frau in China?

Wenn Sie damit mein Leben als Frau meinen, großartig! Jeder Ausländer wird ihnen bestätigen, dass man in China toll leben kann, vor allem mit einem ausländischen Gehalt. Die chinesischen Frauen hingegen sind oft ein Mysterium für mich. Da gibt es zum einen diese gestandenen Landfrauen, denen man wirklich ansieht, dass sie das Land zusammenhalten, neben denen die Männer immer wie “Flaschen” wirken, Frauen, die von einer unglaublichen Herzlichkeit sind, es gibt in China eine Menge einfach “patenter”, toller, geerdeter Frauen. Aber dann gibt es auch den Typ bitterböse Managerin, mit der das Verhandeln um Ecken schwerer ist als mit einem Mann, sie sind irrational, herrschsüchtig und immer umgeben von einer Masse an Assistentinnen. Und dann gibt es den jungen Stadttyp, den ich immer wieder fast als Beleidigung für alle Frauen und den Kampf um Gleichberechtigung verstehe. Das sind, schlicht gesagt, Tussis, die genau wissen, dass sie ein Kapital haben: ihre Jugend und Schönheit. Und damit versuchen sie sich den reichsten verfügbaren Mann zu angeln. Sie treten nur in Gruppen auf, kichern permanent und sind extrem kindisch in ihrem Gehabe und in ihrem Aussehen. Das Frauenbild in China ist immer noch sehr traditionell, und ich finde es erschreckend zu sehen, wenn sich selbst manche, nicht alle, Universitätsstudentinnen gebärden wie kleine Mädchen.
Würden Sie jungen Frauen empfehlen ins Ausland zu gehen?
Ich würde nicht nur jeder jungen Frau, sondern schlichtweg jedem empfehlen, einmal ins Ausland zu gehen. Ich wäre sogar dafür, bei Studien, wenn nicht gar schon an der Mittelschule, ein verpflichtendes Auslandsjahr einzuführen. In Großbritannien gibt es eine schöne Tradition: Nach der Reifeprüfung fährt man ein Jahr lang rund um die Welt bevor man sein Studium beginnt. Das hat schon seinen Grund: Man muss über seinen Tellerrand hinausblicken. Das relativiert vieles. Und ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Immer seine eigenen, vorgefertigten Gedanken zu wälzen und keine neuen Erkenntnisse zuzulassen, bringt einen nicht weiter.
Wie wichtig sind Ihnen Netzwerke?
Ich war nie eine Netzwerkerin. Ich hatte auch nie einen Karriereplan, ich wollte einfach nur als Journalistin arbeiten und dabei haben sich immer neue Perspektiven ergeben.

Was bedeutet Ihnen Erfolg?
Für mich ist Erfolg, wenn ich meine Fähigkeiten ausleben kann. Über eine Karriereleiter habe ich dabei nie nachgedacht. Die Karriere hat sich ergeben.
Ihr Tipp für junge Frauen?
Konzentrieren Sie sich nicht auf Positionen, sondern auf Funktionen. Mit anderen Worten: was Sie machen, sollte über dem stehen, wie Ihr Posten benannt wird. Es kann für Sie und das Unternehmen besser sein, wenn Sie in der Hierarchie unten sind, aber dort Spaß an Ihrer Arbeit haben als weiter oben zu sein und den Tag in Sitzungen zu verbringen. Arbeiten Sie in einem Team, in dem Sie sich wohl fühlen. Sie verbringen schließlich sehr viel Zeit mit diesen Menschen. Schaffen Sie sich Ihre Expertise, Ihre Nische. Vielleicht werden Sie sich dabei manchmal zu wenig beachtet fühlen, aber kein Chef übersieht dauerhaft gute Arbeit.
Was möchten Sie in Zukunft unbedingt noch machen?
Garantiert etwas, das mich fordert, freut, eine Weiterentwicklung ist, kein Rückschritt, kein Alltagstrott. Wie der Job heißt und wo er in der Unternehmenshierarchie steht, ist irrelevant. Daher könnte es auch eine Tischlerlehre sein oder ein Roman.
Wie tanken Sie Kraft?
Ich glaube, ich bin ein perpetuum mobile. Viel zu arbeiten gibt mir Kraft. Nur Unterforderung saugt mir wirklich Energie ab. Zudem umgebe ich mich nicht mehr mit Menschen, die alles nur negativ sehen und ständig jammern und kritisieren, denn das saugt mir auch Energie ab. Wenn der Geist nicht zur Ruhe kommen will, wische ich den Boden. Das beruhigt den Geist. Um den Geist in andere Bahnen zu lenken, lese ich ein Buch und genieße, völlig in diese Geschichte hineinzukippen. Das entspannt sehr. Vor allem aber gibt es jede Woche eine Massage.

Kurz gefragt
Mein Lebensmotto ist…Es geht sich immer alles aus. Und wenn sich etwas nicht ausgeht, hat das auch einen höheren Sinn, weil die Alternative, die sich auftut besser sein wird als das, was man ursprünglich gewollt hat.
Mein letztes Geld würde ich ausgeben für… etwas zum Essen und Trinken, wofür sonst?
Darüber kann ich lachen… über alles Absurde. Die Welt ist voll davon. Und über mich selbst.
Das letzte Buch, welches ich gelesen habe…Atemschaukel. Grandios! Lange kein so schönes Deutsch mehr gelesen!
In 20 Jahren werde ich… hoffentlich längst ein Haus mit Garten haben und endlich den Roman geschrieben.
Mein größter Erfolg war… dass ich für etwas, was ich gern mache auch noch Geld bekomme.
Frauen sind… auch nur Menschen. Das gilt im Übrigen auch für Männer.
Kärnten ist… leider humorlos. Es sollte mehr über sich lachen. Drüberstehen. Und nicht nur im Fasching.

Buchtipp

In China
Reportagen abseits der Schlagzeilen
160 Seiten

ISBN: 978-3-218-00796-2

Cornelia Vospernik wurde 1969 in Villach geboren, wuchs zweisprachig auf und besuchte das Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt. Bereits mit 15 Jahren begann sie beim ORF. Nach der Matura an der internationalen Schule in Duino bei Triest begann Vospernik in Graz ein Dolmetschstudium für Slowenien und Italienisch, während des gesamten Studiums arbeitete sie immer wieder für den ORF. 1996 folgte der Wechsel in die Redaktion der „Zeit im Bild“ nach Wien. Ab 2000 war sie Auslandskorrespondentin in London, seit Anfang 2007 ist Vospernik Leiterin des ORF-Korrespondentenbüros für China und den fernöstlichen Raum in Peking. 2009 wurde sie mit Concordia-Publizistikpreis ausgezeichnet. Außerdem ist sie erfolgreiche Buchautorin.

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Im Auftrag des Herzens

Anita Arneitz am 20. Dezember 2011

Eine Reportage über Frauen in Sozialberufen: Ihr Leben zwischen Beruf und Berufung

Manchmal scheint es, als ob es das Schicksal mit uns nicht gut meine. Krisen, schwierige Alltagssituationen, Krankheit oder Alter: Schon Forrest Gump wusste, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man kriegt. Egal, ob Schokoladetrüffel oder bitteres Konfekt, viele Kärntner Frauen, sind in Sozialberufen tätig und helfen, wenn es darauf ankommt. Ihre Leistungen sind täglich eine Gratwanderung zwischen Beruf und Berufung, Nähe und Distanz, Geben und Nehmen. Warum sie sich gerade deshalb für diesen Weg entschieden haben, erzählen Frauen aus vier verschiedenen Bereichen.

Lebensfreude. Viele Sozialberufe sind typische Frauendomänen. Im SeneCura Pflegezentrum St. Veit an der Glan sind 70 Frauen und fünf Männer beschäftigt, die sich um 96 Bewohner kümmern. Jasna Krijan ist seit 2004 Heimleiterin und wollte eigentlich Ärztin werden. Mittlerweile arbeite sie 14 Jahre in der Pflege und hat es noch nie bereut, genauso wie ihr Pflegeteam. „Viele sehen nur die guten Aufstiegschancen, Weiterbildungs- und Verdienstmöglichkeiten, aber um diesen Beruf lange Zeit ausüben zu können, braucht man eine soziale Ader, sehr viel Interesse und Liebe. Es ist nicht nur ein Beruf, sondern eine Herzenssache“, erzählt Krijan.

Weiterentwicklung. Auch Renate Lauchard legt viel Liebe und Herz in ihre Arbeit. Sie leitet das Comeniusheim für Pflichtschulkinder, die in ihrer Persönlichkeitsentwicklung oder geistigen Entwicklung beeinträchtigt sind. Das Heim wurde vor 25 Jahren in Techelsberg gegründet und bietet Platz für 15 Kinder und Jugendliche. Betreut werden sie von 20 qualifizierten Mitarbeitern. Erst vor kurzem wurde die angeschlossene Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht saniert. „Ich habe vorher in der Bauwirtschaft gearbeitet und wollte mit 30 etwas anderes machen. Ich begann im Comeniusheim und absolvierte eine sonderpädagogische Ausbildung. Heute kann ich sagen, das war die richtige Entscheidung. Obwohl es ein enormer Unterschied zu meiner vorherigen Tätigkeit ist und mich viel mehr beansprucht. Schließlich sind wir ein 24-Stunden-Betrieb. Private Einrichtungen leisten sehr viel für die Gesellschaft, allerdings wird das noch wenig geschätzt und wir werden als Bittsteller abgestempelt“, berichtet Lauchard.

Interesse. Gerda Maischbergers Engagement für therapeutisches Reiten und den Verein „TIK-Therapie und Integration in Kärnten“ ergab sich aus ihrer jahrelangen als diplomierte Kleinkindpädagogin in der Integration sowie dem Umgang mit Tieren. „Ich hatte die Möglichkeit in einem Therapiezentrum in Graz das therapeutische Reiten kennen zu lernen und mir wurde bewusst, welche unglaublichen Fortschritte durch den Umgang mit dem Co-Therapeuten Pferd sowie die Therapie am und mit dem Pferd möglich sind. Ich habe inzwischen das psychotherapeutische Propädeutikum gemacht, um noch besser und wirksamer auf die Beeinträchtigungen der Kinder und Jugendlichen eingehen zu können“, sagt Maischberger aus St. Paul im Lavanttal. Der Verein TIK wurde 2004 gegründet und möchte die Integration von beeinträchtigen Kindern und Jugendliche fördern, Lebensraum und Bewegungsmöglichkeiten für sie schaffen. Derzeit ist der Verein in den Bereichen des therapeutischen Reitens und der Ausbildung von Jugendlichen mit Beeinträchtigungen tätig. Das größte und wichtigste Projekt heißt „Pferde bringen Sonne ins Leben“ und hat die Errichtung eines Integrationszentrums zum Ziel.

Schicksal. Einfach nur helfen möchte Dr. Gunda Strohecker aus Karnburg. Sie initierte gemeinsam mit Sonja Jost, Daniela Strohecker und Marika Schmölzer den Verein „Plattform Dana-Hilfe für Mütter herzkranker oder schwerstkranker Kinder“, der Betroffene kostenlos berät und unterstützt. Sie hat sich selbst 16 Jahre um ihren schwerkranken Sohn gekümmert. „Während der Zeit im Krankenhaus werden Mütter psychologisch betreut. Zuhause muss man mit der Situation alleine fertig werden. Es ist bemerkenswert wie vor allem junge Frauen an diese Aufgabe heran gehen. Ich weiß, was das bedeutet“, erzählt Strohecker, die trotzdem nie ihre Lebensfreude verlor. „Meine Stimmung überträgt sich auf das Kind. Wenn es mir gut geht, geht es dem Kind besser – das habe ich im Krankenhaus erlebt. Allein auf eine fröhliche Stimme reagieren Kinder positiv“, so Strohecker und ergänzt: „Ich wollte dem Kind das Leben so schön wie möglich machen. Er wurde in den Familienverband integriert und soweit es ging, habe ich ihn überall hin mitgenommen. Diese Kinder sollten nicht abgeschottet werden.“

Integration. Das findet auch Renate Lauchard vom Comeniusheim: „Der Kontakt zur Familie wird intensiv gepflegt. Wir möchten unseren Kindern so viele Erfahrungen wie möglich bieten, damit sie sich weiterentwickeln können. Sie sind vollkommen in den Ort integriert. Neben der Schule werden Aktivitäten wie Schifahren, Schwimmen, Ausflüge oder Theaterbesuche groß geschrieben.“ Für Gerda Maischberger ist wichtig, dass beeinträchtigte Kinder und Jugendliche bei der Therapie nicht isoliert werden. „Das durchzuführen war nur auf einem eigenen Betrieb möglich. Bei uns sind beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Menschen gleich willkommen“, so Maischberger. Jeder könne voneinander lernen. „Ich glaube, dass es eine Investition für die Zukunft ist, wenn gesunde Kinder von klein auf den natürlichen Umgang mit beeinträchtigten Menschen lernen und sehen, dass sie einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben leisten“, sagt Maischberger. Das gilt für jung genauso wie für alt.

Unternehmungslust. Warm, satt und sauber – das war einmal. Im Pflegeheim Senecura ist Bewegung angesagt. Grillfest, Faschingsumzug, Urlaub oder Buschenschankbesuch – die Bewohner nehmen aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Am 19. Dezember gibt es das nächste große Fest: ab 14 Uhr gibt es am Parkplatz eine lebendige Grippe mit Glühwein, Keksen & Co. Jeder ist herzlich eingeladen! Möglich ist das nur durch die reaktivierende Aromapflege, visuellen Stimulationen wie leuchtende Sternenhimmel im Zimmer und ein hoch motiviertes Pflegeteam, das vor Ideen und Begeisterung nur so sprüht. Doch woher nehmen sie die Energie dafür?

Gleichgewicht. Obwohl es manchmal schwer ist, müsse man sich abgrenzen können. Bei Yoga oder gemeinsamen Wanderungen nimmt sich das Pflegeteam Zeit für sich. Strohecker schöpft Kraft aus Reisen und ihrer Galerie für zeitgenössische Kunst in Judenburg. Wichtig sei außerdem der Rückhalt der Familie. Das unterstreicht Lauchard. Sie hat selbst zwei Kinder im Alter von 19 Monaten und sieben Jahren. Ausgleich findet sie in ihrer politischen Tätigkeit als Vizebürgermeisterin von Techelsberg und erste Frau im Vorstand der AVS. Die Vereinbarkeit der vielen Tätigkeiten sei nur durch die Unterstützung der eigenen Familie möglich.

Menschlichkeit. „Jede Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, ob beeinträchtigt oder nicht beeinträchtigt, ist eine Tätigkeit, welche einem auffordert etwas von sich einzubringen und zu geben. Wenn man bei dieser Arbeit sieht, welche Fortschritte möglich sind und mit welcher Freude Kinder und Jugendliche dabei sind, bekommt man ein Vielfaches dessen, was man investiert“, erzählt Maischberger. Darin sind sich alle einig: Ein dankbarer Blick, ein Lächeln oder eine Berührung geben soviel mehr zurück, als Worte es beschreiben könnten.

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Stimmungsvoller Advent

Anita Arneitz am 15. Dezember 2011

Zeit für Familie, Zeit fürs Schmökern, Zeit für alte Bräuche und Traditionen  – Tipps dazu gibt es im neuen „Winterreiseführer Kärnten“

Die Zeit vor Weihnachten hat schon etwas Besonders. Daher gibt es im brandneuen „Winterreiseführer Kärnten“ von Anita Arneitz und Petra Feier auch ein Extra-Kapitel über Adventbräuche, die schönsten Christkindmärkte im Land, weihnachtliche Köstlichkeiten, den Christbaum und das Christkind. „Wir wollten den Winter in Kärnten in all seinen Facetten darstellen und Lust machen auf die kalte Jahreszeit. Angefangen von Wintersport über ruhige Abenteuer bis hin zu entspannten Erlebnissen haben wir für Einheimische und Gäste viele Tipps zusammengetragen – denn der Winter in Kärnten ist viel zu schön, um in nur im Haus oder Wohnung zu verbringen“, erzählen die Autorinnen Anita Arneitz und Petra Feier.

Genuss mit guter Planung

„Mit unserem Buch können Sie mit Ihrer Familie den perfekten Wintertag planen. Außerdem gibt es eine Menge Hintergrundinformationen“, ergänzen Arneitz und Feier. So wird zum Beispiel der alte Brauch des „Klöckelns“ vorgestellt. An drei Donnerstagabenden im Advent ziehen im Gegendtal die Klöckler von Haus zu Haus, um den Bewohnern Glück fürs neue Jahr zu wünschen. Dabei klopfen sie mit Holzscheiten oder den Fäusten laut gegen die Haustür – von diesem Klopfen kommt der Name „Klöckler“. Die Türe darf aber nicht sofort geöffnet werden. Mit alten Sprüchen wird versucht, Klöckler abzuwimmeln. Sie müssen sich mit Versen den Einlass verdienen und bekommen dann die Klöcklerjause serviert.

Winter gemeinsam erleben

Oder kennen Sie noch den Stefaniritt? Er wird traditionell noch im Lavanttal am 26. Dezember abgehalten. Die Pferde der Region werden herausgeputzt, um am Wettreiten teilzunehmen. Ein tolles Spektakel für Groß und Klein. Pechtra Baba, Schappen, Perchten, Krampus oder Nikolaus – gestalten Sie die Zeit im Advent bewusst und aktiv gemeinsam mit Ihrer Familie.

Buchtipp:

Winterreiseführer Kärnten

von Anita Arneitz und Petra Feier,

erschienen im Verlag Styria Regional Carinthia,

erhältlich im Buchhandel oder auf www.styriabooks.at

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Gemeinsames Schreiben hilft Patchwork-Familien

Anita Arneitz am 10. Dezember 2011

Jede der 84.000 in Österreich lebenden Patchworkfamilien ist einzigartig und hat ihre eigene Geschichte. In Patchworkfamilien bringt jedes Familienmitglied seine eigene Geschichte mit, die er oder sie gerne fortgesetzt haben möchte. In diesem Umstand liegt einerseits ein großer Reichtum und eine enorme Vielfalt, andererseits jedoch auch das große Konfliktpotential, unter dem die Familie immer wieder zu leiden hat.

Ein Geheimnis des Erfolgs ist die offene und freie Kommunikation. Jedes Familienmitglied sollte sicher sein können, dass Anliegen ausgesprochen werden dürfen und auch ernst genommen werden. Wer diese Offenheit erlebt, kann eher einen Schritt auf den anderen zugehen.

Heiße Kartoffeln angreifen. Zu besonderen Ereignissen ist die Aussprache besonders wichtig, um Familienstreitigkeiten zu vermeiden. Gerade jetzt sehnt man sich nach Geborgenheit und geheime Wünsche, Befürchtungen und Enttäuschungen belasten. Missverständnisse bieten den meisten Zündstoff in den neuen Familien. Wer hat welche Erwartungen, wer übernimmt welche Rolle, wer geht mit wem in Konkurrenz?

Diese wesentlichen Fragen werden oft zur Seite geschoben, da sie unangenehm sind. Die thematisch “heißen Kartoffeln“ bleiben bevorzugt unangetastet. Genau das Gegenteil ist der richtige Weg.

Vom Herzen schreiben. Bei einem Patchwork-Advent-Schreibtreff haben Familien oder einzelne Familienmitglieder die Möglichkeit, ihre Geschichte, ihre Wünsche, Enttäuschungen oder Ängste für sich aufzuschreiben, und je nach Wunsch auch mit der Familie zu teilen. Kreatives Arbeiten hilft, sich über seine Emotionen und Wünsche klar zu werden. Teilen Familienmitglieder ein solches Erlebnis, hat das eine verbindende Wirkung. So mancher emotionale Zündstoff kann auf diese Weise vor dem “Fest des Friedens” entschärft werden. Mit professioneller Unterstützung ist es leichter, sich in den anderen Hineinzuversetzen und dessen Sicht der Dinge zu verstehen. Oft hilft es schon, die Perspektive für einen kurzen Moment zu wechseln, um eine erfolgreiche Lösung für alle Beteiligten zu erreichen. Werden die Gefühle zum Ausdruck gebracht, kann das Gegenüber besser verstehen, worum es geht. Außerdem versperren die Gedanken und Gefühle, die einmal dargebracht wurden, nicht weiter die Chance auf das Entstehen von neuen Beziehungen.

Klarheit ist das Schlüsselwort. Vor allem das neue Paar muss sich über vieles absolut einig sein. Welche Rolle übernimmt der neue Partner im Familienleben? Wieweit darf er/sie miterziehen? Welche Rechte und Pflichten sind zu übernehmen? Wie immer liegt der Teufel im Detail, und daher ist es eine erfolgsversprechende Investition, ein Klima zu erschaffen, in dem sich jedes Familienmitglied geliebt, geborgen und sicher fühlen kann. So nimmt man neuen Missverständnissen und negativen Erwartungen den Wind aus den Segeln. Hat sich eine Patchwork-Familie einmal bewährt, verfügt sie über besondere Beziehungen, über reife und stabile Charaktere, die enorm stolz darauf sind, was sie geschafft haben. Daher kann für Patchworkfamilien nur eines gelten: Alles zu tun, um diese Erfolge heimzufahren. Das bedeutet Arbeit, Zeit und Ausdauer – doch der Lohn ist ein großer.

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Weihnachtsgrüße schreiben

Anita Arneitz am 30. November 2011

Alle Jahre wieder dieselbe Frage: Weihnachtspost an Kunden verschicken ja oder nein? Grundsätzlich gilt: Weihnachtsgrüße an Kunden sind keine Pflicht. Und bevor Sie diese auf den letzten Drücker und lieblos schreiben, lassen Sie es ganz. Denn für die Weihnachtspost sollten Sie sich schon ein wenig Zeit nehmen und überlegen, was Sie den mit Ihrer Weihnachtskarte wirklich ausdrücken möchten? Ein Danke für die Zusammenarbeit, Aufmerksamkeit erregen, sich in Erinnerung rufen oder den Kontakt halten?

Eine Weihnachtskarte ist ideal für kurze Grüße – allerdings sollten diese mit der Hand geschrieben werden. Tipp: Ein Motiv wählen, das zum Unternehmen passt und ein Kuvert verwenden! Wer mehr zu hat, kann auch einen Weihnachtsbrief schreiben. Persönliche Briefe haben aber nur Stil, wenn sie keine Standardfloskeln beinhalten und stattdessen individuell formuliert sind. Bieten Sie Ihren Kunden zur Weihnachtspost eine kleine Überraschung – ein Glühweinrezept, ein Strohstern oder eine besinnliche Geschichte. Verschenken Sie aber kein nutzloses Zeug.

Sie möchten heuer Ihre Weihnachtsgrüße per SMS oder E-Mail senden? Vergessen Sie es. Virtuelle Weihnachtsgrüße sind im Geschäftsbereich unangebracht. Hoch im Kurs ist Handgeschriebenes. Privat können Sie aber durchaus auf virtuelle Grüße zurückgreifen. Wer sein kreatives Schreibpotenzial wieder zum Leben erwecken oder frisch entdecken möchte, sollte bei einer der nächsten Schreibnacht vorbei schauen. Gemeinsam erweitern wir mit kreativen Schreibübungen die eigene Schreibkompetenz und finden mit ungewöhnlichen Methoden neue Ideen.

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Scheitern erlaubt! Gabriele Struger im Interview über Misserfolge und Neuanfänge

Anita Arneitz am 6. November 2011

Wie sind Sie zu dem Thema „Erfolgreich Scheitern“ gekommen?

Gabriele Struger: Als Berater und Coach werde ich immer wieder mit dem Thema „Scheitern“ konfrontiert, denn es sind nicht die Erfolge, die Menschen einen Coach oder Berater aufsuchen lässt, sondern die schwierigen Phasen im Leben. Der menschliche Lebensweg ist ein wechselndes Auf und Ab von Erfolgen und Misserfolgen: im Beruf, bei einer Existenzgründung bei Führungsaufgaben, bei Prüfungen, in der Berufsausbildung oder bei Projekten. Im privaten Bereich begleitet uns das Thema gleichermaßen: in Beziehungen, beim Hausbau oder bei der Kindererziehung. Zu scheitern bedeutet, an eine Grenze zu kommen, an der man persönlich nicht weiterkommt, jedenfalls nicht so wie bisher. Plötzlich verändert sich die gesamte Lebenssituation und dadurch ändern sich auch das Selbstbild, eigene Ansprüche, Prioritäten, Perspektiven und Vorstellungen. Es ist oft sehr hilfreich und sinnvoll, wenn man sich in solchen Veränderungs- und Neuorientierungsprozessen von einem Coach begleiten lässt. Das Scheitern ist überall präsent. Die erfolgsorientierte Gesellschaft blendet das Scheitern jedoch eher aus, anstatt es als Alltagsnormalität und Herausforderung anzunehmen. Die Ansprüche an eigene und fremde Leistungen steigen ständig und man versucht, dem wachsenden Perfektionismuswahn und den schwinden zeitlichen Ressourcen gerecht zu werden. Nur irgendwann ist der Plafond erreicht. Entweder scheitern wir am Versiegen der eigenen Energie oder an den zu hohen und nicht mehr zu erfüllenden Erwartungen. Berichte von Scheitererfahrungen haben mich schließlich auf die Idee gebracht, einen Workshop zu diesem Thema anzubieten.

Was bedeutet Ihnen persönlich (Miss)Erfolg bzw. Scheitern?

Gabriele Struger: Niemand macht gerne negative Erfahrungen, und doch sind es solche Phasen im Leben, die uns Menschen in der persönlichen Entwicklung wachsen lassen – wenn man bereit ist, sich den negativen Erfahrungen zu stellen und daraus zu lernen. Die Erfahrungen, die ich im Kindesalter machen durfte, haben mich geprägt. Ich habe gelernt, wie ich für meine Person mit Rückschlägen am besten umgehe. Es war nicht leicht, den Scheitern ist auch immer mit Verlustgefühlen verbunden, sei es der Verlust von Selbstwertgefühl, Beziehungen, Ansehen oder der Verlust von materiellen Dingen. Aber genau die Konfrontation mit schwierigen Situationen hat mich stark gemacht und ich konnte eine gewisse Resistenz entwickeln. Ich habe gelernt, dass ich schwierigen Situationen nicht hilflos ausgeliefert bin, sondern die Möglichkeit habe, mit meiner Energie, meiner Kreativität und meinen Fähigkeiten aktiv nach Lösungen und Handlungsoptionen zu suchen. Es kann sich jeder glücklich schätzen, der über eine kleine Ressourcenschatzkiste verfügt. Die (Wieder-)Entdeckung der eigenen Fähigkeiten und das Stabilisieren und Stärken des Selbstbewusstseins ist für mich ein wesentlicher Teil in der Arbeit mit Klienten. Was ich heute häufig bei Eltern beobachte, ist das Bemühen, ihrem Kind jede mögliche Schwierigkeit aus dem Weg zu räumen und es vor jeder negativen Erfahrung bewahren zu wollen. Das ist der Weg, der in der Situation wahrscheinlich am wenigsten Schmerz bereitet, aber es ist auch der Weg, der Kinder nicht stark macht, weil sie ihren Mut, ihre Kräfte und Fähigkeiten in schwierigen Situationen nicht erproben können. Schon Kinder sollten die Möglichkeit haben zu lernen, mit Frustrationen umzugehen. Mit zunehmendem Alter kann man Kindern schrittweise die Erfahrung zumuten, dass seine Wünsche nicht gleich erfüllt werden. Es muss lernen, kleine Enttäuschungen zu ertragen.

Ist Scheitern ein Thema, das besonders Frauen stärker beschäftigt?

Gabriele Struger: Frauen und Männer sind gleichermaßen von diesem Thema betroffen. Frauen reagieren tendenziell eher emotional und beziehungsbezogen. Sie sprechen offener über ihre Gefühle, ihre Ängste und Zweifel. Frauen meinen häufig, dass ihre Leistungen nicht gut genug sind und verfangen sich zwischen Anstrengung und Entwertung, neuer Anstrengung und sich wiederholender Entwertung. Sich selbst nichts zuzutrauen und nur auf Gegebenheiten zu reagieren, bedeutet in der eigenen Entwicklung einen Stillstand. Sobald man aber aktiv wird und etwas probiert, kann es eben auch misslingen. Männer dagegen tendieren eher zu Rationalität und Versachlichung. Sie heben ihr eigenes Handeln hervor, treffen Entscheidungen und werden aktiv. Männer neigen auch eher dazu, Erfolge als Zeichen ihrer Kompetenz zu werten, Misserfolge werden als das Produkt ungünstiger Umstände angesehen. Frauen tendieren zu der Einstellung, dass äußere Umstände der Grund für ihre Erfolge sind. Ungenügende Leistungen ziehen ihrer Meinung nach die Misserfolge nach sich. Diese Einstellung blockiert Frauen, da sie in Scheitersituationen geneigt sind, sich durch weitere Wissensaneignung zu perfektionieren. Perfektionistische Maßstäbe gehen mit einer chronischen Unterschätzung der eigenen Fähigkeiten einher, was oft das eigentliche Karrierehindernis darstellt. Es sind die oft zu hohen Ansprüche, die Frauen scheitern lassen.


10 Tipps Leserinnen zum Thema Scheitern von Gabriele Struger

Tipp 1: Innehalten. Damit eine Neuorientierung erfolgen kann, braucht man erst einmal Zeit für sich und Achtsamkeit. Die Achtsamkeit auf das Hier und Jetzt kommt der eigenen Befindlichkeit zugute, weil sie uns einen neuen Stand gibt. In dieser Phase kann sich ein neues Selbst- und Weltbild entwickeln. Man kann den Sinnfragen auf die Spur kommen: Was ist für mich zukünftig wichtig? Was brauche ich wirklich?

Tipp 2: Zulassen von negativen Gefühlen. Beachten Sie die negativen Emotionen, die Sie beschäftigen. Suchen Sie sich einen geschützten Raum, lassen Sie Ihre Gefühle zu, schreien sie, weinen sie und trauern sie!

Tipp 3: Fragen zur Situation. Wie interpretieren Sie diese Situation für sich? Wie schätze Sie die Bedeutung des Misserfolges für Ihr Leben ein? Was denken Sie genau? Was bedeuten diese Gedanken?

Tipp 4: Der gedankliche Weg aus der Katastrophe. Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Was ist das Beste, was passieren kann? Wie wahrscheinlich ist dieses Ergebnis?

Tipp 5: Suche nach Handlungsoptionen, Entwicklung von Copingstrategien. Entwickeln Sie in einer Art Brainstorming alternative Sichtweisen und Handlungsoptionen, die Sie früher nicht gesehen haben. Lassen Sie Ihren Gedanken dabei viel Freiraum und halten Sie auch Ideen fest, die vorerst noch ungewöhnlich erscheinen. Bewerten Sie in diesem Schritt noch keinesfalls Ihre Ideensammlung. Wie könnte eine mögliche Lösung aussehen? Wie noch? Was brauche ich für die Zukunft? Wer kann mich unterstützen? Welche Ressourcen brauche ich außerdem?

Tipp 6: Bewertung der Ideensammlung. Erst in diesem Schritt schauen Sie sich die Sammlung Ihrer Ideen kritisch an und bewerten Sie deren Umsetzbarkeit: Ist diese Idee wirklich geeignet mein Problem zu lösen? Ist die Umsetzung dieser Idee überhaupt möglich? Ist die Idee effektiv, ist sie effizient? Wie rasch ist die Umsetzung dieser Idee möglich?

Tipp 7: Umsetzung. Wie kann ich meine wertvollen neuen Perspektiven umsetzen? Welcher Schritt steht an, um Neues einzuladen? Wie messe ich meine Entwicklung? (Bankkonto, Gesundheit, Garderobe, Beifall anderer, Verbindungen und Kontakten zu wichtigen Leuten,…)

Tipp 8: Sich selbst vergeben. Wenn wir scheitern, dann belasten wir uns meistens mit dem Gefühl des persönlichen Versagens, schweigen über das Problem, klagen uns selbst an und rechtfertigen uns. Diese Verhaltensweisen sind nicht hilfreich und lassen uns ganz im Problem stecken. Wer im Schweigen verharrt, der gelangt nicht zum Stadium des Akzeptierens. Das Schwierigste im Scheiterprozess ist wohl, dass man lernt sich selbst seine Fehler zu vergeben!

Tipp 9: Loslassen. Menschen, die nicht loslassen und weitergehen können, leben unter ihren Möglichkeiten, oder sie geben anderen Menschen Macht und Kontrolle in ihrem Leben. Sie reagieren, aber sie agieren nicht in eigener Sache. Die Vermeidung einer Wahl ist auch eine Wahl. Meist hat man aber mehr Wahlmöglichkeiten, als man glaubt.

Tipp 10: Unterstützung durch Dritte. Für manche Menschen ist es hilfreich, Misserfolge mit anderen zu besprechen, sich Tipps und Hilfe zu holen. In Rückschlägen, Krisen, und Pleiten stecken Entwicklungspotenziale – und zwar sowohl berufliche als auch persönliche. Wer es schafft, sich zu dieser Erkenntnis durchzuringen, kann schwierige Phasen eher bewältigen.

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Kleine, feine Welt der Wertschätzung

Anita Arneitz am 23. Oktober 2011

Michaela Türk, Unternehmensberaterin aus Klagenfurt, schrieb ein Buch über althergebrachtes Wissen und setzte es in besonderen Bezug zum modernen Alltag.

Stille, Wasser, wohltuende Schönheit der Landschaft – in der Asten, einem Tal in der Nationalpark-Region Hohe Tauern, entstand 2005 die Buchidee von Michaela Türk. Erschöpft von einer langen Wanderung fragte Türk den Berg- und Wanderführer was man denn gegen die müden Füße tun könnte. Dieser antwortete: „Geht´s aufe zum Bachl. Ziagt´s die Schuach aus und stellt´s euch mit die Hax´n talwärts eini. Das abfließende Wasser nimmt alle Müdigkeit mit.“ Der Buchtitel war damit klar und dank der Geburtshelferin Nicole Richter vom Carinthia Verlag entstand ein paar Jahre später ein Buch über altes Kärntner Wissen.

Altes Wissen wird gebraucht

„Wir brauchen keine Ratschläge von Gurus von Bali, wir haben im eigenen Land so viel Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Schade, wenn dieses Wissen auch von Althergebrachten einfach verschwinden würde“, sagt Türk. Bei jeder Geschichte, bei jedem Kapitel habe sie sehr viel gelernt. „Das hat mich bestätigt, Neues ist ohne Altes nicht möglich. Wenn ich etwas verändern will, brauche ich etwas worauf ich aufbauen kann. Ich möchte mit meinem Buch den Leser zu neuen Gedanken verführen. Altes Wissen in neue Bezüge setzen“, erzählt Türk.

Großes Engagement

Die Begeisterung fürs Wissen jeglicher Art spiegelt sich in Türk´s Lebenslauf wider. Geboren in Baden bei Wien zog sie der Liebe wegen 1986 nach Kärnten. Besonders stolz ist sie auf ihre Tochter Anna und ihren Sohn Stefan. Nach der Tätigkeit als Bilanzbuchhalterin absolvierte sie im Jahr 2000 die Mediationsausbildung, es folgten Coach, Supervisorin und Organisationsentwicklerin. 2006 begann sie das Studium der Philosophie an der Universität Klagenfurt. Heute ist Türk erfolgreich als selbstständige Unternehmensberaterin, Supervision sowie Lebens- und Sozialberaterin tätig. Ihr eigenes Wissen gibt sie seit 2009 auch in der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Waiern weiter. Außerdem engagiert sie sich seit 2004 im Business frauen Center Kärnten als Vorstandsmitglied.

Neugierde als Antrieb

„Ich versuche jedem Menschen seine Würde zu lassen, das war mir auch bei den Interviews für das Buch ganz wichtig. Ich habe mich besonders gefreut, dass mir sehr viel Vertrauen von den Interviewpartnern entgegengebracht wurde und ich die Menschen von ihrer einzigartigen Seite zeigen durfte“, erzählt Türk. Ihr Lebensmotto: Niemals aufhören neugierig zu sein – im Besten Sinne des Wortes.

Buchtipp

Hax´n talwärts – Altes Wissen neu entdeckt und interpretiert

Michaela Türk, Gabriele Bayer,

erschienen im Carinthia Verlag

www.ichlese.at

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Krimischreibnacht

Alexandra am 20. Oktober 2011

Bei der letzten Schreibnacht im September sind sehr spannende Texte entstanden, zwei davon gibt es hier zum Nachlesen.

Viel Spaß bei “Der Rosenmörder” von Susanne Widergut und “fashion Junkie” von Gabriela Klien!

Der Rosenmörder

Hallo mein Schatz, ich bin hier schon fast fertig und packe gerade meinen Koffer. Der Artikel ist im Laptop. Ich muss nur noch mal rauf zu den Rosen und ein paar Fotos machen. Ich hab zwar schon welche gemacht in den letzten Tagen, die gefallen mir aber nicht mehr. Ich werde mal schauen, was die Abendstimmung hergibt. Also, die Rosen sind ein Traum, von der Farbe her und vom Duft ganz zu schweigen. Eine ist schöner als die andere. Die Rose ist die Königin der Blumen und diese hier sind einfach himmlisch. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wie der das nur gemacht hat, in dieser hinterwäldlerischen Gegend und du hättest das Gewächshaus sehen sollen: Zwischenkriegszeit mit Steinboden und Holzregalen, richtigen Glasscheiben, einfach urig. Schatz ich muss los. Ich melde mich, wenn ich wegfahre.

Sie schlüpfte in ihre leichte Wolljacke und verließ das heimelige Zimmer der B&B-Pension Rose in Richtung Gärtnerei. Der Tag legte sich langsam schlafen und zog die Abendröte auf. Vom Meer her fuhr ein frischer Windhauch durch Gärten und Wege und ließ sie kurz überlegen, ob sie das Auto nehmen sollte. Nein, sie wollte noch einmal durch Rosefield Cottage hinauf zur Gärtnerei spazieren. Henry wird schauen, wenn sie noch einmal vorbei kommt. Neue Fotos machen war eine ganz spontane Idee von ihr, denn eigentlich hatte sie sich vom Gärtner schon verabschiedet. Aber das machte nichts. Henry würde sie wieder missmutig anschauen und sie dann doch ins Gewächshaus lassen. Rosen im Abendrot, das konnte nur einer aus der Stadt einfallen.

Sie hatte schon die Kirche passiert und war in den leicht ansteigenden Weg zur Gärtnerei eingebogen. Rosefield Cottage war menschenleer, wie ausgestorben. Nur von Ferne hörte man das Gelächter untermalt von Jukebox-Musik aus dem Pub. Diese Ruhe, diese Stille taten gut nach den anstrengenden, arbeitsreichen Tagen, die hinter ihr lagen. Es war nicht leicht gewesen, den alten Gärtner zu einem Interview zu bewegen. Warum in aller Welt wollte sie denn über ihn und seine Rosen schreiben? Völlig unverständlich für ihn. Er hätte nichts zu Erzählen. Er wolle mit niemanden reden und mit jemanden aus der Stadt gar nicht und mit einer Frau schon überhaupt nicht. So hatte sie einfach angefangen, in der Gärtnerei mitzuarbeiten, hatte seine bissigen und spitzen Bemerkungen einfach überhört und war so den Rosen und dem Gärtner immer näher gekommen.

Ein guter, ein ausgezeichneter Artikel war entstanden. Sie war richtig stolz auf ihre Arbeit und hatte sehr viel über die Rosen und den Gärtner gelernt und vielleicht auch einen neuen Freund gewonnen. Wer weiß. Das Gewächshaus und die Gärtnerei waren nicht mehr weit. Sie war sehr flott unterwegs und ein bisschen außer Atem. Die Kamera schaukelte in der Jackentasche. Dann trat sie aus dem Wäldchen heraus und stand vor dem urigen Gewächshaus, das im Abendrot feierlich vor ihr stand. Stille und Ruhe krochen heran und ließen sie vorsichtig und leise weiter gehen. Ruhe und Stille wurden immer dominanter und zogen sie in das Gewächshaus hinein. Die Rosen sahen atemberaubend aus im Schimmer des Abendrots. Sie hielt den Atem an, aber die Kamera blieb in der Jackentasche.

Hallo Schatz, ich bin’s. Nein, ich fahre jetzt nicht weg. Nein, gar nichts ist gut. Die Fotos?! Ach, vergiss doch die Fotos. Henry liegt im Gewächshaus, regungslos unter seinen Rosen. Henry ist tot. Nein, Schatz ich bin nicht zu Scherzen aufgelegt. Es ist kein Spaß, ich lehne hier an der Gartenmauer. Meine Knie zittern, mir ist schlecht und im Gewächshaus liegt Henry. Er ist tot. Nein, ich bin ganz allein. Es ist niemand da. Ich habe Angst. Die Polizei. Ja, du hast Recht, ich muss die Polizei verständigen. Mein Gott, warum bin ich bloß nochmals heraufgekommen. Diese dämlichen Fotos. Es ist so ruhig hier, gespenstisch ruhig. Ich muss wohl hier bleiben, bis die Polizei kommt. Am liebsten würde ich weglaufen, bis ans Ende der Welt. Nein, ich habe nichts angefasst und die Tür zum Gewächshaus wieder zugemacht. Nein, ich habe niemanden gesehen und auch nichts gehört. Mein Gott, hör auf mit dem Verhör. Ich muss jetzt Schluss machen und die Polizei anrufen. Ich melde mich wieder. Bye.

Sie saß einfach nur da zwischen einer „Sterling Silver“ und einer „Mister Lincoln“ und antwortete auf die meisten Fragen mit Ja oder Nein, während der Duft der Rosen sie vollends ihrer Sinne beraubte. Wie durch einen Schleier hindurch sah sie bei der Polizeiarbeit zu. Ein munteres, ein lebendiges Hin und Her. Nur dort hinten lag Henry, regungslos, tot. Sie konnte seine Schuhe sehen und über ihm thronten seine neuen Rosen im Abendrot. Fotos, sie wollte Fotos machen und jetzt ist Henry tot. Einfach tot. Am Nachmittag hatten sie noch gemeinsam Rosensetzlinge eingepflanzt und am Abend war er tot. Wer hat ihn umgebracht? Die „Lady Bird“ neben ihr schaute sie an. Jede, jede der unzähligen Rosen hatte den Mörder gesehen, jede einzelne von ihnen. Man könnte sie fragen. Aber ihr Schweigen würden Sie niemals brechen. Nun kam wieder ein Polizist auf sie zu und reichte ihr einen Becher mit einer dampfenden Flüssigkeit.

Hallo mein Schatz, ich bin wieder in der Pension. Die Polizei hat mich endlich gehen lassen. Ich bin tot. Nein, ich lebe noch. Ich bin nur todmüde und werde doch nicht schlafen können. Die Rosen und Henry fahren Karussell in meinem Kopf und wirbeln meine Gedanken durcheinander. Die Polizei, genauer gesagt, der Dorfpolizist hat mir zu verstehen gegeben, dass ich vorerst einmal hier bleiben soll. Ich hätte ja Henry gefunden und war doch auch diejenige, die ihn wohl zum letzten Mal lebend gesehen hat. Dabei hat er mich so komisch angesehen. Der wird doch wohl nicht glauben, dass ich etwas mit Henrys Ableben zu tun habe. Ich habe doch nur einen Artikel über ihn und seine Rosen geschrieben. Warum sollte ich ihn umbringen? Völlig absurd! Nein, ich bin ganz ruhig, keine Angst, ganz ruhig, viel zu ruhig. Rose, meine Zimmerwirtin hat mich in den Arm genommen und an ihr Herz gedrückt, als ich zurückgekommen bin. Das hat so gut getan. Ich werde mich jetzt mal hinlegen. Nein, du brauchst nicht kommen. Ich melde mich wieder bei dir, gute Nacht, ähm, guten Morgen!

Sie liebte das englische Frühstück mit allen drum und dran über alles. Aber jetzt wurde der Tee in der Tasse kalt und der Toast lag unberührt am Teller. Vor ihr saß der Dorfpolizist. Er hatte seine Polizeikappe auf und einen blassblauen Jogging-Anzug an. Das sah albern aus, fand sie, war aber schnell erklärt: Seine Polizeiuniform drehte gerade ihre Runden in der Waschmaschine. Es war schließlich Wochenende und eigentlich hatte er dienstfrei. Aber die Verbrecher schrecken neuerdings vor gar nichts mehr zurück. So saß er vor ihr mit seiner Polizeikappe, um wenigstens einen Rest Autorität auszustrahlen und stellte die gleichen Fragen wie am Abend zuvor und sie gab die gleichen Antworten wie am Abend zuvor, glaubte sie halt. Der Polizist verzog keine Miene unter seiner Polizeikappe.

Hallo mein Schatz, dieser chaotische Dorfpolizist zählt mich zu den Verdächtigen. Er verdächtigt mich. Mich! Das ist doch absurd. Noch absurder ist seine Erklärung dafür. Henry hätte mir untersagt, den Artikel zu veröffentlichen. Was das Ende meiner Karriere bei „House & Garden“ bedeutet hätte. Er, der Polizist, hätte schon mit Clark telefoniert. Schwachsinn, was mein lieber Chef in seiner Panik wieder von sich gegeben haben muss. Einfach Schwachsinn! Nein, du brauchst nicht herkommen. Nein, du brauchst auch nicht meinen Chef zur Rede stellen. Aber du könntest sicherheitshalber mit dem lieben George von Scotland Yard reden. Der Mord war schon in den Nachrichten? Die Polizei würde noch im Dunkeln tappen? Das habe ich mir gedacht. Schatz, ich mache jetzt Schluss und rufe meinen Chef an. Ich muss wissen, was der diesem Polizisten alles erzählt hat.

Sie ging von der Pension hinunter zur Kirche und erfuhr, dass die Polizei am Tatort ein Handy gefunden hat. Dieses Handy soll Henrys Sohn Ed gehören, sagte man. Man erzählte ihr auch, dass ein gelber Regenschirm zu Henrys Füßen gelegen ist und sie zuckte zusammen. Ihr Regenschirm! So ein Mist, sie hatte ihn also wieder einmal verloren. Sie hörte aber auch von einer Geldtasche, die wohl dem Nachbarn von Henry gehört, die aber zwischen den Rosentöpfen lag. Sie erfuhr, dass dem Fahrrad vom Wirt des Pubs die Fahrradlampe fehlte und er es sich nicht erklären konnte, wie sie vor die Gewächshauseingangstür gekommen ist. Sie brachte in Erfahrung, dass Henry einen Bleistiftspitzer mit beiden Händen umklammerte, als man ihn fand und dass seine Schwester Jane berühmt sei für ihre Bleistiftzeichnungen und in der ganzen Welt ihre Arbeiten ausstellte. Ihre Ohren klingelten, im Kopf schwirrten die Gedanken wie Bienen umher. Sie war unfähig, Schlüsse zu ziehen und ging wieder zurück in die Pension.

Hallo mein Schatz, ich war heute oben im Gewächshaus und habe die Rosen gegossen. Es war höchste Zeit. Die weiße „Artemis“ war schon ganz am Sand und ließ alle Blätter und Blüten hängen. Ich habe ihr gut zugeredet und sie mit Wasser versorgt. Jetzt geht es ihr wieder gut. Nein, ich bin nicht in das Gewächshaus eingebrochen. Ich habe vorher den Dorfpolizisten um Erlaubnis gefragt und sie zähneknirschend auch bekommen. Beim Gewächshaus habe ich auch zum ersten Mal John, Henrys Nachbarn gesehen. Ein komischer Kauz, mir wurde schon ein bisschen mulmig. Aber er blieb auf Distanz und kam nicht näher. Rose hat mir erzählt, dass Henry angeblich vor Jahren Johns Brunnenwasser vergiftet haben soll und somit alle Rosen von John eingegangen sind. Von diesem Anschlag hat sich John nie mehr erholt und schließlich die Rosenzucht an den Nagel gehängt. Stell dir vor, meinen gelben Schirm habe ich auch wieder bekommen. Der Dorfpolizist hat ihn mir höchstpersönlich übergeben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er mich nicht mehr verdächtigt. Aber ich soll nach wie vor Rosefield Cottage nicht verlassen. Das macht mir schon zu schaffen. Obwohl alle ziemlich nett zu mir sind. Allen voran Rose, meine Zimmerwirtin. Sie hat Tee für uns gemacht, ich melde mich wieder bei dir, bye.

Sie hatte sich eine Tasse Tee mit aufs Zimmer genommen. Die Plaudereien mit Rose hatten gut getan. Aber jetzt brauchte sie ein bisschen Ruhe. Dort lag der ausgedruckte Artikel. Sie hatte ihn sicher schon unzählige Male gelesen. Dann sah sie Henry vor sich, hörte ihn über Rosen erzählen und konnte nicht glauben, dass er nicht mehr da war.

Er hatte ihr auch von seinem Sohn erzählt, der in London lebte, keinen grünen Daumen besaß, immer in dubiose Geschäfte verwickelt war und von ihm sicher keinen müden Cent mehr bekommen würde. Rose hatte ihn am Tag des Mordes im Dorf gesehen. Er war mit einem Fahrrad bei der Kirche vorbei gefahren.

Und dann hatte Henry auch noch von seiner „kleinen“ Schwester erzählt, die er sehr bewunderte und verehrte, trotz des Streits, der die beiden auseinander gebracht hat und natürlich um eine Rose gegangen ist. Seine Schwester ist damals auf und davon und wurde weltberühmt mit ihren Bleistiftzeichnungen. Ein Rosenbild soll sogar im Buckingham Palace hängen. Ihre Zeichnungen werden in Galerien rund um den Globus ausgestellt. Am Tag des Mordes fand eine Vernissage in Dorothys Gewölbe statt. Das Gewölbe ist nur einen Katzensprung vom Gewächshaus entfernt. Der Tee in der Tasse wurde lauwarm und musste endlich getrunken werden.

Hallo mein Schatz, die Polizei hat eine heiße Spur. Der Dorfpolizist läuft mit geschwellter Brust herum, wie ein aufgeblasener Gockel in Uniform. Stündlich wird mit einer Verhaftung gerechnet. Ich kann dir gar nicht sagen, wie ich diesen Zeitpunkt herbeisehne. Dann nichts wie hinein ins Auto und heim zu dir. Ich umarme dich, mein Süßer.

Sie stand mit Rose an der Gartenmauer, als das Polizeiauto vorbeifuhr. Drinnen saßen der Dorfpolizist und John. John wird verdächtigt, Henry an jenem Abend im Gewächshaus mit der Schere erstochen zu haben. Es ging wieder einmal um die Rosen zwischen den beiden. Die Meinungsverschiedenheit eskalierte und kostete Henry das Leben. Rosen berauschen nicht nur durch Duft und Farbe, sie haben auch Dornen, die tief ins Herz eindringen und es langsam verbluten lassen.

Die Polizei hatte auch in Erfahrung gebracht, dass Ed an jenem Nachmittag bei seinem Vater im Gewächshaus gewesen ist. Es kam zu einem heftigen Streit zwischen den beiden und Henry hat seinen Sohn hochkantig aus dem Gewächshaus hinaus geworfen. In diesem Handgemenge hatte jener sein Handy verloren.

Die Vernissage von Jane in Dorothys Gewölbe war ein großer Erfolgt. Jane hatte ganz bewusst daraufhin gearbeitet, um endlich wieder in der Nähe ihres Bruders sein zu können. Sie wollte sich mit ihm versöhnen und seine Rosen zeichnen. Als Friedensangebot hatte sie ihrem Bruder den Bleistiftspitzer geschickt, den Henry der Tafelklasslerin Jane einst zum Schulanfang geschenkt hat.

Hallo mein Schatz, ich bin hier fertig. Der Koffer ist gepackt. Ich muss nur noch mal rauf zu den Rosen und ein paar Fotos machen. Ich werde mal schauen, was die Abendstimmung hergibt. Ich freue mich auf dich, so long.

Fashion Junkie

Er trat nackt aus dem Badezimmer und öffnete die Schranktür.

2009 war ein ähnlicher Fall zum ersten Mal aufgetreten, oder vielleicht in die Medien gelangt. Damals brauchte die Welt noch gut einen Tag, bis es bekannt war.

Er zog die engen gestreiften Boxershorts an.

Heute erfuhren es alle binnen von Minuten- die Netze waren engmaschiger geworden.

Geschwindigkeit war auch bei diesem neuerlichen Angriff und seinen schrecklichen Auswirkungen, das effektivste Mittel. Die Gefahr kam unbemerkt, ohne dass Menschen sie sehen, hören oder riechen konnten und sie war auf die Opfer persönlich zugeschnitten.

Einfache schwarze Zwirnsocken, die perfekt saßen.

Soviel hatte Lars, fashionjunkie genannt, schon herausgefunden. Im Netz kannte er sich aus. Er wusste, wie er zu Informationen kam und obwohl ihm die Gefahren in dieser Branche bewusst waren, das was hier geschehen war…oh Mann…wenn das um sich griff!

Er streifte die Armbanduhr aus Silikon über sein linkes Handgelenk.

Was, wenn es nicht nur Jana so erging. Das Bild, das vor einer Stunde hereingekommen war, hatte sogar ihn irritiert. Er, der schon so Einiges gesehen hatte. Er war nicht gerade zart besaitet, das konnte er sich gar nicht leisten und die meisten menschlichen Abgründe waren ihm geläufig. Aber so und in der Form. Lars war klar, dass es auch ihn hätte treffen können.

Er fuhr sich mit gespreizten Fingern durch sein nasses schwarzes Haar.

Das Mädchen war klein und eher zart gewesen. Sie war Insidern als eine der besten Hackerinnen bekannt und als sie dann im Auftrag eines sehr guten Kunden diese Tastenkombination drückte, spürte sie wahrscheinlich ein leichtes Kratzen im Hals und danach einen ungeahnten Schmerz, der sie durchfuhr. Binnen von Sekunden verwandelte sich ihr Körper- inside out quasi- Knochen, Organe, Blut, das Gehirn füllte ihre Mundhöhle aus. Berufsrisiko?

Er schloss den Knopf seiner neuen roten Lederhose.

Lars hatte versucht, seinen aktuellen Auftrag heute abzuschließen, war aber auf ein Problem gestoßen, dass er nur mit Hilfe von Karim lösen konnte.

Er zog den orangen Gürtel durch die Schlaufen am Bund.

Das Bild des toten Mädchens ließ ihn nicht mehr los. Er hatte sie gekannt. Auf einer dieser Partys, die erst um Mitternacht beginnen, war er neben ihr gestanden und sie hatte ihm einfach sein Glas aus der Hand genommen und seinen Whiskey ausgetrunken. In einem Zug.

Das enge glänzende gelbe T- shirt glitt über seinen Kopf.

Er war so verblüfft gewesen, dass er nicht reagieren konnte und selbst dann als sie ihn fragte, ob er noch einen Drink wolle, nur nicken konnte. Das war der Beginn einer sehr langen Nacht gewesen, die erst etwa 3 Wochen später zu Ende ging. Jana.

Er schlüpfte in die schwarze Lederjacke mit den großen Aufschlägen.

Lars ging off-line und spürte leichte Übelkeit. Der zweite Computer arbeitete für ihn im Hintergrund weiter. Es war 5 Minuten vor der verabredeten Zeit mit Karim.

Im Stehen zog er die spitzen dunkelroten Stiefel an.

Er schaltete das Licht am Arbeitstisch aus, nahm den Wohnungsschlüssel und griff zu den weichen beigen Handschuhen, die auf dem Bord neben der Eingangstür lagen.

Er schlüpfte in den linken und streifte jeden einzelnen Finger von oben nach unten nach. Er spürte ein leichtes Kratzen im Hals und zog den rechten Handschuh über. Ein ungeahnter Schmerz durchzuckte seinen Körper und was darauf folgte stellte alles in den Schatten, was er sich je vorzustellen wagte. Inside out, quasi.

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Kindern eine Chance geben

Anita Arneitz am 6. Oktober 2011

Reportage: In Kärnten geben 300 Pflegefamilien Kindern neuen Halt – zu wenig, denn viele Kinder warten noch auf ein neues Zuhause

Physische oder psychische Krankheiten der Eltern, desolate Verhältnisse, Alkohol- oder Drogenprobleme, Gewalt in der Familie – viele Kärntner Kinder können aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in der eigenen Familie aufwachsen. Sie müssen bei Verwandten oder Pflegeeltern ein neues Zuhause finden. Vorübergehend oder dauernd.

Doppelte Herausforderung

Rund 300 Familien geben diesen Kindern eine Chance und begleiten sie als Pflegeeltern. Sie haben einen komplizierten Doppelauftrag: Pflegeeltern übernehmen für ein Kind, das gesetzlich das Kind anderer Eltern bleibt, im Auftrag des Jugendamtes die stellvertretende Elternrolle. Verstehen sie sich als Partner des Jugendamtes, als Alternative zu stationären Einrichtungen, so ist dies nicht stimmig mit ihrer emotionalen Situation. Schließlich entwickeln sie Elterngefühle für das Kind und sorgen Tag für Tag für das Wohlergehen. Meistens handelt es sich um ein Kind, das oft viele belastende Erfahrungen gemacht hat. Manchmal benötigt es therapeutische Hilfen, um seine Erfahrungen zu verarbeiten oder es benötigt besondere Unterstützung von anderen Fachleuten, um Entwicklungsrückstände aufzuholen. Keine leichte Aufgabe. Viele der Kinder kommen bereits als Baby zu den Pflegeeltern. Sie haben zwei Familien: Eine, aus der sie kommen, zu der sie rechtlich, aber oft auch emotional und sozial weiter gehören und eine, in der sie leben, zu der sie sich ebenfalls – je nach Jahren – emotional innig zugehörig fühlen. Fast immer bleiben die Kinder in der Pflegefamilie. Wenn sie eine starke Bindung zu den Pflegeeltern aufgebaut haben, werden sie nicht aus dem Familienverband heraus gerissen, können aber dennoch Kontakt mit den leiblichen Eltern haben.

Eine starke Familie für Kinder

Obwohl Adoption in aller Munde ist, bietet auch die Pflegeelternschaft viele Vorteile: Es gibt geringere Wartezeiten und die Eltern bekommen mehr Unterstützung. Dafür gibt es keine Garantie, dass das Kind wirklich für immer in der Familie bleibt und mitunter bringt der Kontakt zu den leiblichen Eltern zusätzliche Herausforderungen mit sich. Aber eines ist klar: Der Bedarf an Pflegefamilien ist hoch und es werden dringend Eltern gesucht, die Kindern eine Chance geben und sie ein Stück begleiten. Denn, wie bei den eigenen Kindern, heißt es auch irgendwann einmal los lassen und sie ihre eigenen Wege gehen lassen.

Pflegefamilie: Wie man eine wird und welche Unterstützung man bekommt

  1. Melden bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde, Referat für Jugend und Familie.
  2. Auswahlverfahren, wo die grundsätzliche Eignung festgestellt wird wie stabiles familiäres Umfeld, Gesundheit, wirtschaftliche Basis und die Bereitschaft einem Kind ein liebevolles zuhause zu geben.
  3. Pflegeverhältnisse unterliegen der Aufsicht der Jugendwohlfahrt. Pflegelternwerber, die seitens der Behörde für die Aufnahme eines Pflegekindes als geeignet empfunden worden sind, müssen vor der Aufnahme eines Pflegekindes, ein Vorbereitungsseminar besuchen. Das Vorbereitungsseminar findet mindestens einmal im Jahr statt. Nach dem Besuch des Vorbereitungsseminars erhalten die Pflegeelternwerber eine Bestätigung, die als Voraussetzung für die Aufnahme eines Pflegekindes gilt. Beim Vorbereitungsseminar stehen Selbsterfahrung und die Reflexion der Motivation ein Pflegekind in die Familie aufzunehmen im Vordergrund. Die Kosten für die Teilnahme des Seminars sowie die Aufenthaltskosten, werden vom Land Kärnten getragen.
  4. Weiters können Pflegeeltern zwei Mal im Jahr an Fortbildungstagen teilnehmen und sie werden durch den Pflegeelterndienst (PED) des SOS-Kinderdorfes unterstützt.
  5. Auch finanzielle Hilfe gibt es: Für Pflegekinder unter zehn Jahren gibt es 14-mal im Jahr 440,70 Euro, für Pflegekinder über zehn Jahren 471,80 Euro. Die Ausstattungspauschale beträgt 371 Euro, das Ruhegeld 205 Euro monatlich. Für Pflegemütter ab dem 60. Lebensjahr und Pflegeväter ab dem 65. Lebensjahr oder nach 15 Pflegejahren gibt es ein Muttertagsgeschenk von 40 Euro sowie ein jährliche s Familienfest für Ruhegeldbezieher. Weiters können Pflegeeltern einen freien Dienstvertrag mit dem PED abschließen.

Babyklappe

In Kärnten gibt es Babyklappen in St. Veit, Klagenfurt und Wolfsberg. Hier können Mutter ihre Babys anonym und sicher abgegeben. Das Baby wird im Krankenhaus medizinisch versorgt und so bald wie möglich an Pflegeeltern (die späteren Adoptiveltern) übergeben. Nach sechs Monaten kann das Baby adoptiert werden. Innerhalb dieser sechs Monate kann die Mutter ihren Entschluss wieder rückgängig machen. Alternativ gibt es die Möglichkeit einer anonymen Geburt im Krankenhaus. Beides wird strafrechtlich nicht verfolgt!

Adoption

Aufgrund des großen Interesses an Adoptionen müssen Bewerber mit mehreren Jahren Wartezeit rechnen. Einzelpersonen und Ehepaare mit leiblichen Kindern haben eine generell geringere Chance auf ein Adoptivkind. Vorzugsweise wird an Ehepaare vermittelt, der Mann muss mindestens 30 Jahre alt sein, die Frau mindestens 28 Jahre. Sowohl für die Adoption eines österreichischen als auch für ein ausländisches Kind brauchen die Eltern eine Pflegestellenbewilligung, diese wird beim Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft angesucht. Die Wartezeiten bei der Adoption von ausländischen Kindern sind kürzer, aber nicht minder problematisch. Neben den rechtlichen Aspekten, die je nach Herkunftsland verschieden sind, kommt auf die Eltern die Herausforderung der kulturellen Entwurzelung hinzu. Pro Jahr werden rund 200 ausländische Kinder von österreichischen Eltern adoptiert. Wer sein Kind zur Adoption frei geben möchte, kann schon während der Schwangerschaft unverbindlich mit der Adoptionsberatungsstelle Kontakt aufnehmen.

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